Immobilienboom auf Kuba


In Havanna boomt das Geschäft mit Grundstücken, Wohnungen und Häusern. Es wird auf steigende Preise fü die Zeit nach dem kommunistischen Regime spekuliert. Die Preise steigen zudem stark, da sowieso rund eine halbe Million Wohnungen fehlen.

Häuser und Apartments in Havannas beliebten Lagen sind zu mehr als drei Viertel im Besitz der Bewohner. Für die lohnt es sich, den Markt zu beobachten. Offiziell dürfen Immobilien in Kuba nämlich seit 2011 verkauft werden. Der Tausch von Wohneigentum war früher die einzige Müglichkeit, das Heim zu wechseln. Es finden sich immer mehr "Se vende"-Schilder, zu deutsch "Zu verkaufen". Der Verkauf und die Vererbung ist inzwischen auch für Auslandskubaner möglich. Ausländer können nur über einen Strohmann, z.B. den Ehepartner, zu kubanischem Grund und Boden kommen.

Chance für Spekulanten

Wer Mut zum Risiko hat und etwas Geld investieren will, dem eröffnen sich die Chance, für wenig Geld eine Immobilie in der Karibik zu bekommen. Man muss aber bald handeln, denn wenn das Regime abgelöst wird oder sich öffnet und Amerikaner früher oder später wieder unbeschränkt einreisen dürfen (und mit ihnen Exilkubaner aus den USA), dann wird ein Boom über Kuba hereinbrechen.

Mit einer explodierenden Nachfrage nach Wohnungen, Häusern und Grundstücken werden auch die Preise steigen. Je früher man sich eine Immobilie sichert, desto höher der Gewinn.

Zur Zeit sind die Preise noch moderat, aber seit Kubaner Grundstücke erwerben und auf ihren Namen registrieren lassen dürfen, entwickelt sich ein Wohnungsmarkt. Grundstücke werden inzwischen auch auf internationalen Webseiten offeriert und die Preise beginnen zu steigen.

Die grössten Risiken:

1. So lange das kommunistische Regime an der Macht ist, wird sich die Gesetzeslage nur langsam oder gar nicht weiter ändern. So lange wird auch eine Kuba-Immobilie an Ausländer unverkäuflich sein.
2. Nach einer möglichen Öffnung Kubas könnte ein im Ausland lebender Kubaner alte Ansprüche anmelden, sofern die Immobilie im Zuge der Revolution einteignet wurde. Dieses Risiko kann man durch entsprechende Recherchen mindern.
3. Es gibt keinerlei
Rechtssicherheit. Privatverträge kann man nirgends einklagen. Später kann es dann sogar passieren, dass der Verkäufer – Ihr Vertragspartner – selbst versucht, solche Abkommen anzufechten.
4.
Keiner garantiert, dass das investierte Geld am Ende nicht futsch ist. Dies kann dann der Fall sein, wenn die Ehe mit dem kubanischen Ehepartner beendet wird,

Wo findet man Immobilien ?

Gelegentlich sieht man in der Stadt an einem Haus oder im Fenster einer Wohnung ein Schild «Se vende» („Zu verkaufen“) sieht. Die meisten Kontakte kommen abr über private Kanäle zustande. Irgendjemand kennt immer irgendeinen, der eine Immobilie verkaufen will. Ein beliebter Treffpunkt von Anbietern, Kaufwilligen und Vermittlern ist der Prado, die Flaniermeile in Havannas Altstadt.

Immobilienanzeige werden hauptsächlich im Internet von Angehörigen aus dem Ausland geschaltet. Diese sind stark überteuert und oft handelt es sich um minderwertige Lagen oder Bauruinen. Die Auslandskubaner helfen so ihrer Familie auf Kuba, schnell zu Geld zu kommen, indem sie hoffen, dass zahlungskräftige andere Auslandskubaner hier zugreifen. Tatsächlich werden auf diese Weise die Preise in die Höhe getrieben und ein Grossteil des Marktes findet im Internet auf entsprechenden Wohnungsbörsen statt. Die Kubaner selbst, die eine Wohnung untereinander kaufen und verkaufen, bezahlen nur einen Bruchteil der im Internet veröffentlichten Preise.

Was kosten die Immobilien ?

Dies hängt von vielen Faktoren ab: Der Lage, der Grösse des Grundstückes, der Zustand der Immobilie, der Finanzkraft des Käufers. Einige (sehr grobe) Richtwerte für Gründstücke normaler Grösse:

• 3000 .... >5000 CUC - einfache Hütte auf dem Land, verkauft von einem Inselkubaner an einen anderen Inselkubaner
• 5000 .... 10000 CUC - einfache Immobilie in der Stadt, verkauft von einem Inselkubaner an einen anderen Inselkubaner
• 8000 .... 20000 CUC - Grundstück oder einfache Immobilie in der Stadt, verkauft von einem Inselkubaner an einen Auslandskubaner (oder an den auf Kuba ansässigen Angehörigen)
• 15000 .... 30000 CUC - Grundstück oder einfache Immobilie in der Stadt mit guter Lage, verkauft von einem Inselkubaner an einen Auslandskubaner (oder an den auf Kuba ansässigen Angehörigen)
einen Auslandskubaner (also an den auf Kuba ansässigen Angehörigen)
• 40000 .... 100000 CUC - Grundstück oder gut erhaltene Immobilie in der Stadt mit guter Lage, verkauft von einem Inselkubaner an einen Auslandskubaner (also an den auf Kuba ansässigen Angehörigen). Hierzu gehören zum Beispiel die Bungalows in den guten Vierteln von Santiago de Cuba oder Grundstücke in den Strandorten Guanabo oder Santa Maria.

In welchem Zustand sind die Immobilien ?

Man muss sich auf das schlimmste gefasst machen. Die meisten Häuser sind verfallen. Ehemals grosszügige Villen sind unterteilt, Zwischendecken und Nottreppen sind allerorts. Kabel hängen locker durch das Treppenhaus, Beton bröckelt, Treppenstufen sind herausgebrochen. Was solls? Entscheidend ist der Grundbesitz.

Neubau als Alternative

Am besten, man sucht sich ein leeres Baugrundstück und ein Bekannter Kubaner setzt dort einen Neubau hin. Grundstücke sind im prestigeträchtigen Havanna freilich nicht mehr zu ergattern, aber wer sein Rentnerdasein in Strandnähe oder in Ruhe sonst wo verbringen möchte, kann jetzt schon vorsorgen. Ein Vorteil besteht darin, dass das Gebäude später nicht von einem Exilkubaner als enteignet reklamiert werden kann.

Selber bauen ist allerdings extrem problematisch:
• Architektenkosten: etwa 500 CUC, sowie weitere 150...200 CUC pro Monat für die überwachung des Bauvorhabens
• Es sind Nachweise erforderlich, woher das Baumaterial stammt
• Es gibt praktisch keine Baumaschinen
• Baumaterial ist knapp
• Die Bauarbeiter müssen versorgt werden vor Ort


Tipps für Kaufinteressierte:

• Selber nach Kuba fahren und sich Grundstücke/Immobilien suchen, im Internet sind die Preise stark überhöht
• Eine Vertrauensperson als Strohmann für den Kauf benutzen. Bestenfalls ein Familienmitglied des kubanischen Ehepartners. Privatvertrag mit einem Notar abschliessen, die Erbschaft, Verkauf etc. regelt, auch für den Fall, dass sich die politische und gesetzliche Situation in Zukunft ändert
• Der Verkäufer sollte nicht wissen, dass das Geld für den Kauf aus dem Ausland kommt. Dies steigert den Preist





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