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Nachrichten

aus Kuba (2010)



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25.07 2010

Viva la revolución!

 

Nach 25 Tagen auf See: Kubaner in selbst gebasteltem Styropor-Boot aufgegriffen

Die US-Küstenwache hat etwa 50 Meilen vor Florida einen Migranten aus Kuba aufgegriffen, der in einem notdürftigen Boot aus Styropor unterwegs war. Laut eigenen Angaben soll der Kubaner 25 Tage auf hoher See gewesen sein.

Der Mann wurde in seinem zirka zwei Meter langen Boot von einem Überwachungsflugzeug der Küstenwache entdeckt. Dieses Flugzeug flog dann etwa dreieinhalb Stunden über dem Boot, bis ein herbeigerufener Kutter den Kubaner aufnehmen konnte.

An Bord des Kutters soll der Mann dehydriert gewesen sein, aber dennoch keine erste Hilfe benötigt haben. Wie er mehr als drei Wochen auf See überleben konnte, ist bislang noch nicht geklärt. Ob er nun zurück nach Kuba gebracht wird, haben die US-Behörden noch nicht entschieden.

20.07 2010



 

Ende der staatlich verordneten Vollbeschäftigung in Sicht

Der garantierte Arbeitsplatz als Pfeiler des Sozialismus wankt: Arbeit für alle ist angesichts des Riesen-Haushaltsdefizits kaum noch zu bezahlen. Angesichts des riesigen Haushaltsdefizits hat die Regierung jetzt angedeutet, dass der aufgeblähte Personalbestand reduziert oder umstrukturiert werden könnte. Das sorgt für Unruhe, war doch der garantierte Arbeitsplatz ein Pfeiler der Revolution 1959. Einzelheiten, wie und wann gekürzt werden könnte, fehlen bislang.

Präsident Raul Castro schreckte die Nation vor einer Weile auf mit der Bemerkung, einer von fünf Werktätigen könnte überflüssig sein. Auf zahlreichen Baustellen und Produktionsbetrieben scheint das Verhältnis eher umgekehrt .

Kein ungewöhnlicher Anblick im karibischen Sozialismus. Fast jeder Beschäftigte arbeitet für Vater Staat und die offizielle Arbeitslosenzahl ist verschwindend gering. Doch der Lohn ist so niedrig, dass der Spruch umgeht: «Der Staat tut so, als ob er uns bezahlt, und wir tun so, als ob wir arbeiten.»

«Wir wissen, dass Hunderttausende unnötige Arbeitskräfte in den Haushaltsplänen und Arbeitsbüchern stehen. Und manche Experten schätzen, dass der Überfluss an Stellen eine Million übersteigt», sagte der Staatschef, der vor vier Jahren für seinen kranken Bruder Fidel nachgerückt war. Kuba zählt insgesamt 5,1 Millionen Beschäftigte bei einer Einwohnerzahl von 11,2 Millionen.

In seiner Rede im April ging Castro auch hart mit denjenigen ins Gericht, die ihren Lohn nicht wirklich verdienen. «Wenn die Menschen kein Bedürfnis verspüren, für ihren Lebensunterhalt zu arbeiten, wenn sie von übermässig paternalistischen und irrationalen Vorschriften geschützt sind, werden wir nie die Liebe zur Arbeit wecken», sagte er. Tatsächlich hat eine Arbeitsmarktreform vielleicht schon begonnen, wenn auch langsam.

Gerüchten zufolge könnten in manchen Branchen bis zu einem Viertel der Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verlieren beziehungsweise aufs Land oder auf den Bau delegiert werden. Doch Arbeitsministerin Margarita Gonzalez hat versprochen, dass es «keine massiven Entlassungen nach Art neoliberaler Kürzungen» geben werde. Nach Auffassung des Generalsekretärs der Einheitsgewerkschaft, Salvador Valdes Mesa, bedeutet Umstrukturierung, dass überzählige Beschäftigte anderswo eingesetzt und nicht entlassen werden.

Als Folge der weltweiten Finanzkrise und der Milliardenschäden durch drei Wirbelstürme 2008 ist ein Defizit von fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts aufgelaufen, so dass Kuba Kredite unter anderem aus China nicht zurückzahlen kann. Die Ausgaben für Importe von Lebensmitteln und anderen Bedarfsgütern wurden 2009 um rund ein Drittel zurückgefahren. Doch das reicht nicht aus, das Defizit aufzufangen. Die kubanischen Politiker hätten monatelang über Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsreformen debattiert, sagt der Wirtschaftswissenschaftler und Kuba-Experte Carmelo Mesa-Largo. Sie wüssten schon, was nottäte, stünden aber vor einer Frage des politischen Überlebens.

95 Prozent der Beschäftigten arbeiten in Staatsbetrieben. Die Arbeitslosenquote lag voriges Jahr bei 1,7 Prozent und war seit acht Jahren nicht höher als drei Prozent. Da sind aber Tausende nicht eingerechnet, die nach einem Job für durchschnittlich 15 Euro Monatslohn gar nicht erst suchen.

So gering wie der Lohn ist auch die Produktivität. In einer Cafeteria auf der Calle Obispo, der Einkaufsmeile der Altstadt, gibt es Softeis und belegte Brote für den Gegenwert von ein paar Cent . Entsprechend mager fallen Lohn und Trinkgeld aus, entsprechend motiviert ist das Personal. Drei Kellner sitzen an der Theke und reissen Witze . Der vierte arbeitet als einziger, er kocht Kaffee für drei Tische. Die Kassiererin starrt in die Ferne, der Koch flirtet mit einem Mädchen, und der Vorgesetzte sitzt untätig herum.

23.07 2010



 

Auf Kuba werden Lebensmittel knapp

Zu wenig Devisen für Milchpulver, Zucker oder Kaffee: Die kubanische Regierung ist kaum noch in der Lage, lebenswichtige Produkte zu importieren.

"Milchpulver, Zucker und auch Kaffee sind in den Devisen-Supermärkten der Regierung immer wieder knapp", erklärt Miriam Leyva. Die unabhängige Journalistin ist die Frau des kubanischen Ökonomen Oscar Espinosa Chepe. Der sieht Kuba an einem Wendepunkt angekommen: "Ökonomisch steht der Insel das Wasser bis zu Halse. Um rund 38 Prozent wurden die Importe im letzten Jahr eingedampft, und in diesem Jahr werden sie noch weiter sinken", prognostiziert der 69-jährige Oppositionelle.

Die Regierung in Havanna ist kaum mehr in der Lage, die lebensnotwendigen Produkte zu importieren: Immer öfter klaffen Löcher in den Regalen der staatlichen Supermärkte. Und auf den Märkten in Havanna klettern weiter die Preise, denn Kubas Landwirtschaft kriegt nicht die Kurve.

Alarmierend sind die Ernteergebnisse von Kaffee, Tabak und Zucker. Bei Kaffee fiel der Rückgang besonders deutlich aus. 90 Prozent weniger, lautete die Erntebilanz 2009. Das zwar war auch der verheerenden Hurrikansaison mit gleich drei Wirbelstürmen, die die Insel verwüsteten, geschuldet, aber die negative Tendenz setzte sich 2010 beim Zucker fort. Nicht viel mehr als 1 Million Tonnen Zucker wurden in diesem Jahr auf der ehemaligen Zuckerinsel geerntet - das schlechteste Ergebnis seit mehr als einhundert Jahren, schrieb die Parteizeitung Granma.

Ohnehin ist die Landwirtschaft seit Jahren das Sorgenkind der kubanischen Wirtschaft. Trotz aller Reformen und Reförmchen der letzten Jahre weist sie eine sinkende Produktivität auf, wodurch die Abhängigkeit von Lebensmittelimporten gestiegen ist. 2008 wurden Lebensmittel im Wert von 2,4 Milliarden US-Dollar importiert. Doch dafür fehlt der Regierung in Havanna seit dem Frühjahr 2009 das Geld. Also wurden die Konten von ausländischen Unternehmen, Handelshäusern wie Joint-Venture-Unternehmen, eingefroren, um sich die nötige Liquidität zu sichern. Zwar wurden die Konto vieler Unternehmen nach einigen Monaten wieder freigegeben, aber dies sei längst nicht bei allen der Fall gewesen, sagt Jürgen Niklaus von der Stefan Messer GmbH. Die Firma produziert in Kooperation mit staatlichen Unternehmen Industriegase in Kuba und konnte in den letzten Monaten ihre Gewinne ungehindert transferieren.

"Gleichwohl sucht Havanna händeringend nach Krediten, um Zahlungsprobleme und Liquiditätsengpässe zu überbrücken", so Omar Everleny Pérez. Der Ökonom des Studienzentrums der kubanischen Wirtschaft (CEEC) berät gemeinsam mit seinen Kollegen die Regierung bei den anstehenden Wirtschaftsreformen. Weniger Bürokratie und mehr Flexibilität in der Eigentumsfrage sind dabei, so Omar Everleny Pérez, zwei wesentliche Dinge.

Aber für die Umsetzung von Reformen fehlt es an Kapital. Deshalb sind Unterhändler aus Havanna in den Bruderstaaten wie Venezuela und China unterwegs und ersuchen um einen Milliardenkredit. Doch Pérez ist wenig optimistisch, dass Kubas Unterhändler großen Erfolg haben werden. Deshalb versucht die Regierung von Staatschef Raúl Castro, die Beziehungen zur Europäischen Union zu verbessern. Die angekündigte Freilassung von 52 politischen Gefangnen ist eine Geste Havannas gen Brüssel. In Handelskrediten und Handelserleichterungen aus Brüssel könnte sich das niederschlagen, hofft Omar Everleny Pérez.

13.07 2010

Viva la revolución!

 

Fernsehauftritt Fidel Castros

Kubas ehemaliger Staatschef Fidel Castro ist im kubanischen Staatsfernsehen erschienen. Während mehr als einer Stunde sprach der erstaunlich rüstige, bald 84-Jährige über einen vermeintlich bevorstehenden Krieg im Nahen Osten.

Am Samstag tauchten auf staatlich kontrollierten und anderen Webseiten Fotos vom vorangegangenen Mittwoch auf, als der fast 84-jährige ehemalige kubanische Staatschef das Nationale Forschungszentrum in Havanna besucht hatte.

Am Montag nun hat das staatliche Fernsehen das gleichentags aufgezeichnete Programm «Mesa Redonda» ausgestrahlt, in welchem der vor wenigen Jahren noch scheinbar todkranke Greis laut unabhängigen Medien- und Agenturmeldungen einen bemerkenswert rüstigen Eindruck hinterliess.

Während mehr als einer Stunde sprach Castro über den Nahen Osten und einen Krieg zwischen den USA, Israel und Iran, der vom amerikanischen Präsidenten Barack Obama bereits beschlossen worden sei und unmittelbar bevorstehe.

Relevanter als diese Gedankenspiele ist jedoch, dass der 2006 aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretene Staatschef innerhalb weniger Tage zweimal die Öffentlichkeit gesucht hat. Sein letzter bekannter öffentlicher Auftritt war im vergangenen Dezember gewesen, sein letztes Fernsehinterview vor über drei Jahren ausgestrahlt worden.

Über die Motive für Castros Rückkehr ins Rampenlicht kann bloss spekuliert werden. Auffallend ist ihre zeitliche Nähe zur am letzten Mittwoch angekündigten Freilassung von insgesamt 52 politischen Häftlingen. Heute Dienstag sollen die ersten sieben von ihnen in der spanischen Hauptstadt Madrid landen. Mit seinen Auftritten wollte Castro Präsenz markieren und womöglich gegenüber Skeptikern in den eigenen Reihen andeuten, dass er, der formell noch immer das Amt des Generalsekretärs der Kommunistischen Partei ausübt, mit der Politik seines jüngeren Bruders und Nachfolgers Raúl Castro einverstanden ist.

08.07.2010

52 politische Gefangene kommen frei

Bislang hat die sozialistische Regierung von Staatschef Raúl Castro geleugnet, dass es auf der Insel politische Gefangene gibt. Nun hat sie nach Verhandlungen mit der katholischen Kirche über deren Haftbedingung sogar einen Häftling frei gelassen und kündigte die Freilassung von weiteren 52 politischen Gefangenen an, die vor sieben Jahren zu drakonischen Haftstrafen verurteilt wurden. Bei dem freigelassenen handelt es sich um den Dissidenten Darsi Ferrer, der unter dem Vorwand, er habe Baumaterial illegal beschafft, zu 15 Monaten Haft verurteilt wurde.

Die USA und die Europäischen Union (EU) reagierten positiv. Dissidenten in Kuba sprachen von einer „guten Nachricht“, warnten aber auch vor Euphorie, denn in den Gefängnissen säßen noch viele politische Gefangene. Einen Tag nach der Ankündigung brach einer der prominentesten Dissidenten, Guillermo Fariñas, seinen Hungerstreik ab – nach mehr als 130 Tagen.

Der 48-Jährige hatte zuvor angekündigt, er werde den Hungerstreik beenden, sobald mindestens 12 der 52 Inhaftierten die Gefängnisse verlassen hätten. Allerdings gab es am Donnerstag dafür zunächst noch keine Belege. Vor wenigen Tagen noch hiess es, es befände sich in akuter Lebensgefahr, da sich in einer Halsvene ein Blutgerinnsel gebildet habe. Sogar das amtliche Blatt "Granma" berichtete hierüber.

Die Zusicherung für die Freilassung der Dissidenten kam auf Vermittlung der Kirche und Spaniens zustande. Havannas Erzdiözese hatte am Mittwoch mitgeteilt, die ersten fünf Inhaftierten würden schon „in den nächsten Stunden“ freigelassen, die anderen 47 Gefangenen in den nächsten drei bis vier Monaten. Damit wären alle Mitglieder der „Gruppe der 75“ frei, die 2003 zu Haftstrafen von bis zu 28 Jahren verurteilt wurden. Die Erzdiözese veröffentlichte am Donnerstag zudem die Namen von sechs Dissidenten, die in Gefängnisse in der Nähe ihrer Familien verlegt werden.

Nach Angaben des spanischen Regierung wertete US-Außenministerin Hillary Clinton die Ankündigung als „gute Nachricht“. Spaniens Außenminister Miguel Angel Moratinos selbst sagte in Havanna, es gebe nun keinen Grund mehr, die harte Haltung der EU gegenüber Kuba aufrechtzuerhalten. Moratinos, der drei Tage auf Kuba war, sprach von der bedeutendsten Freilassung von Dissidenten seit langer Zeit. „Auf Kuba beginnt eine neue Etappe“, sagte er. Das müsse auch auf Washington Auswirkungen haben.

Die EU begrüßte die Ankündigung als Schritt in eine „gute Richtung“. Nach der Sommerpause würden sich die 27 EU-Partner treffen, um zu beraten, wie sich beide Seiten in ihren Beziehungen annähern könnten, sagte ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton. In Brüssler Diplomatenkreisen wurden nicht ausgeschlossen, dass bis Oktober die „Gemeinsame Position“ der EU gegenüber Kuba abgeschafft werde. Der seit 1996 geltende Standpunkt macht intensivere Beziehungen von der Verbesserung der Menschenrechtslage auf Kuba abhängig.

Juni/Juli 2010

Viva la revolución!

 

Kuba zeigt alle Spiele der Fussball-WM im Fernsehen

Die Fußball-WM 2010 hat bereits Tausende Menschen in Kuba infiziert. Zum ersten Mal haben die Anhänger auf der Karibikinsel die Möglichkeit alle 64 Spiele der WM in einer Live-Übertragung zu genießen.

Der kubanische Staat hat trotz erheblicher wirtschaftlicher Schwierigkeiten bereits im Vorfeld das erforderliche Budget für eine solche umfassende Berichterstattung in seinen Haushaltsplanungen einfließen lassen. Jeder kubanische Haushalt kann die Übertragungen auf Kanal 2 und Tele Rebelde empfangen. Zwischen dem 22. und 25. Juni werden zwei Spiele gleichzeitig gespielt, jedes wird separat übertragen. Ab der K.O.-Phase ist Tele Rebelde für die Übertragung verantwortlich.

Nach dem Ausscheiden Argentiniens und Brasiliens bei der WM hat sich Fidel Castro (83), Kubas früherer Staatschef, für die lateinamerikanischen Mannschaften stark gemacht, von denen nur Uruguay noch bei der WM dabei ist. "Ein Finale zwischen europäischen Mannschaften ist das Farbloseste und am wenigsten Historische seit es Sport auf der Welt gibt", schrieb er auf der Website Cubadebate.cu.

01.07.2010

Riesige Rohölreserven und existenzielle ökonomische Probleme

Der staatliche Ölkonzern Cubapetroleo bezifferte auf einer Konferenz in Havanna die Ölreserven vor den kubanischen Küsten auf mehr als 20 Milliarden Barrel. Das entspricht den noch vorhandenen Reserven der USA und ist mehr als doppelt so viel wie der geologische us-amerikanische Überwachungsdienst errechnet hat. Damit könnte Kuba unter die 20 grössten Ölförderstaaten der Welt aufrücken. Kubas Unterwassergeologie ist vergleichbar mit den mexikanischen Ölfeldern Cantarell und Poza Rica in der Bucht von Campeche. Die kubanischen Reserven entsprechen jenen der USA (21 Mrd. Barrel) und sind fast doppelt so gross wie diejenigen von Mexiko (11,7 Mrd. Barrel). Ob sich das Öl wirtschafltflich fördern lässt wurde nicht mitgeteilt, die Ausbeute wurde 2008 einem Konsortium unter Führung der spanischen Firma Repsol übertragen.

Laut Regierungsbericht sanken die Einfuhren 2009 um 60 Prozent. Kuba deckt den größten Teil seines Energiebedarfs, Maschinen, Lebensmittel und Konsumgüter durch Einfuhren. Die (internationalen) Einfuhren Kubas sanken von 11,36 Millionen Tonnen im Jahr 2008 auf 4,52 Millionen Tonnen im Jahr 2009. Die reine (Netto-) Import Tonnage belief sich im Jahr 2008 auf 8,84 Mio. Tonnen, und im Jahr 2009 auf 3,27 Mio. Tonnen. Die kubanische Ausfuhr blieb 2009 unverändert mit rund 450.000 Tonnen.

Viele ausländische Unternehmen auf Kuba warten weiter auf ihr Geld. Seit 18 Monaten hat die sich permanent knapp bei Kasse befindliche kubanische Regierung ihre Konten bei den staatlichen Banken eingefroren.

Auswirkungen der internationalen Finanzkrise, gewaltige Schäden durch Hurrikane und chronische Ineffizienz haben eine gewaltige Schuldenlast bei der kommunistisch geführten Nation angehäuft. Kubas Regierung fror bis zu US $ 1 Milliarde auf Konten von 600 ausländischen Kunden seit Beginn des Jahres 2009 ein. Darüber hinaus verzögerte sie Zahlungen an ihre Joint Venture-Partner. State-run Banken haben angeboten, eingefrorene Konten bei 2 Prozent jährlichen Zinsen über fünf Jahre zu amortisieren, warten aber auf Antworten der Regierung. “Unsere ausstehenden Zahlungen sind schon seit über 10 Monaten fällig. Angefangen hat es mit US $ 1 Million- mittlerweile ist die Summe auf US $ 50 Millionen angestiegen” teilte der ausländische Verwalter eines kubanischen Hotels mit.

30.06.2010



 

Landreform soll Agrarsektor beleben - Kuba verteilt Staatsland an Bauern

Rund 3,6 Millionen Hektar des kubanischen Staatslandes liegen entweder brach oder sind nur gering ausgelastet. Nun wird etwa eine Million Hektar ungenutztes Staatsland an private Bauern verteilt. Rund 110.000 Landwirte und 1.715 Kooperativen profitieren von dem Schritt, wie der Direktor der Behörde für Landkontrolle mitteilte. Die sozialistische Regierung erhofft sich von der Landreform eine Belebung des Agrarsektors, der seit Jahrzehnten unter staatlichem Missmanagement leidet. Die nun verteilte Fläche entspricht mehr als der Hälfte des Bodens, den die Behörde an die Bürger insgesamt verteilen will.

Nach Angaben der nationalen Statistikbehörde aus dem Jahr 2008 besitzt der Staat 6,6 Millionen Hektar Ackerland. Rund 3,6 Millionen Hektar davon liegen demnach entweder brach oder sind nur gering ausgelastet. (aiz)

28.06.2010

Bolivien spendet Reis für Kuba

Boliviens Regierung wird ca. 3.000 Tonnen Reis für die Karibikinsel Kuba spenden, um den chronischen Mangel dieses Produktes im Land zu lindern. Bolivien ist damit nach Vietnam das zweite Land, welches Kuba mit einer Reislieferung unterstützt. Vor kurzem erhielt Kuba Weizen aus Russland (siehe Bericht unten). Nach den schweren Hurrikanen Gustav, Ike und Paloma im Jahr 2008, sicherte die russische Regierung ihre Unterstützung für Kuba zu. Ein viertes Schiff ist bereits auf dem Weg nach Kuba, um die Vereinbarung zwischen Kuba und der Russischen Föderation vollständig abzuschliessen.

Von ständigen Naturkatastrophen betroffen, leidet die Nahrungsmittelproduktion in Kuba enorm. Bereits im Oktober 2009 erhielt Kuba von Vietnam 3.000 Tonnen Reis, fünfhundert Computer, eine gleiche Anzahl von Fernsehgeräten, sowie 8.000 Bücher und 600 Paar Schuhe.

Kuba und Bolivien sind Teil der Bolivarischen Alternative für die Völker unseres Amerika (ALBA). Seit dem Amtsantritt von Evo Morales im August 2006 befindet sich eine kubanische Ärzte-Brigade in Bolivien und führt kostenlose Augenoperationen durch.

22.06.2010

Viva la revolución!

 

Rauchverbot und Wirtschaftskrise treffen Kubas Zigarren-Industrie

Die globale Wirtschaftskrise und die weltweite Ausbreitung von Rauchverboten hinterlassen ihre Spuren an der berühmten Zigarren-Industrie in Kuba. Die gerade abgeschlossene Tabak-Ernte des Landes fiel um 14 Prozent geringer aus als im Jahr 2009.

Heute wird Zigarrentabak vor allem in Mittelamerika, Südamerika und der Karibik angebaut. Besonders bekannt für ihre Zigarren sind Kuba, die Dominikanische Republik, Honduras, Nicaragua und Brasilien. In der Provinz Pinar del Río, Heimat des berühmten kubanischen Tabaks, ging die Ernte auf 22,4 Millionen Blätter im Vergleich von 26 Millionen im Jahr 2009 zurück. An die 80% der Tabakproduktion Kubas kommen aus der Gegend um Pinar del Río. Deckblatt und ein Teil der Füllung der wertvollen Zigarren-Marken Kubas, darunter Cohiba, Montecristo, Partagas und Trinidad stammen aus dieser Region.

“Aufgrund der Wirtschaftskrise wurden dieses Jahr die Anpflanzung reduziert” teilten kubanische Quellen mit. Kuba’s Premium-Zigarren dominieren den Weltmarkt mit 70 Prozent des Umsatzes, die Industrie ist allerdings harte Zeiten gewohnt. In den letzten Jahren sank der Export von 217 Millionen Zigarren im Jahr 2006 auf 123 Millionen im Jahr 2007 und nur 73 Millionen im letzten Jahr. Der Umsatz aus den Zigarren Exporten fiel dabei von US $ 243 Mill. im Jahr 2008 auf $ 218 Mill. im Jahr 2009.

17.06.2010

Kuba bereitet sich auf die Ölpest vor

Kuba befürchtet, von den Folgen der Havarie der Bohrinsel vor der Kueste Floridas betroffen zu werden. Es wurden bereits ölverschmutzte Vögel an der Nordwestküste der Dominikanischen Republik gefunden.

In Kuba sind zur Zeit Spezialisten aus Venezuela, die Ratschläge zum Küstenschutz geben. Auch seitens der Vereinigten Staaten hat man Hilfe zu Sicherheitsfragen und Umweltschutz zugesagt. Das unterirdisch auslaufende Öl stellt zwar noch keine wirkliche Bedrohung fuer Kuba dar, doch trennen nur 145 Kilometer die Insel Kuba von der Küste Floridas. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die Strömungen des Golfes von Mexiko auch schwarze Oelklumpen nach Kuba spülen. Seit dem 20. April sprudelt das Öl unkontrolliert aus der unterirdischen Quelle.

Kuba hat bereits den Fischfang vor der Nordwestküste der Insel verboten, man will auf jeden Fall vermeiden, dass kontaminierte Fische in den Handel gelangen. Wesentlich schlimmer kann sich das Öl aber auf den Tourismus auswirken. 20% der Landeseinnahmen erzielt Kuba durch diese Einnahmequelle, im letzten Jahr waren dies mehr als 2 Milliarden U$ Dollar.

Am Mittwoch gab man bekannt, dass die Ölgesellschaft British Petroleum (BP) einen Fond von 20 Milliarden Dollar zur Schadensbegleichung zur Verfügung stellt. Präsident Obama war stolz darauf, dass diese Summe gesichert sei, um den Menschen an der Kueste zu helfen, und diese Summe sei nach oben hin offen. Die Geschaeftsleitung von BP drückte bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus ihr Bedauern gegenüber der amerikanischen Bevölkerung aus. Gegenüber anderen betroffenen Ländern schwieg BP bislang zu diesem Thema.

02.06.2010

Kuba und China bauen Luxus-Hotel in Havanna

Kuba und China beginnen im Laufe diesen Jahres mit dem Bau eines 117-Millionen-Dollar-Luxus-Hotels in Havanna. Die Investition werden mit 51 Prozent von chinesischer und 49 Prozent von kubanischer Seite getragen werden.

Die Hotelanlage wird über 650 Zimmer verfügen und auf einer Fläche von ca. 19 Hektar im “Marina Hemingway” Resort in West-Havanna erstellt werden. Es ist geplant, ein Teil der Anlage bereits zu den Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der bilateralen kubanisch-chinesischen Handelsbeziehungen fertig zu stellen.

China ist hinter Venezuela der zweit wichtigste Handelspartner von Kuba. Beide Länder haben derzeit 13 Projekte in den Bereichen Energie und mechanische Industrie, Kommunikation, landwirtschaftliche Produktion und Tourismus in der Planung. Als Teil dieser wachsenden Beziehungen zwischen beiden Staaten wurde vor kurzem das Gran Melia Hotel in Peking eingeweiht. Die Anlage wurde zusammen von der staatlichen chinesische Firma Xintian (Suntime) und der kubanischen Firma Cubanacan errichtet. Es ist das erste Hotel in China, welches von der spanischen Hotelkette Sol Melia verwaltet wird.

24.05.2010

Regierung von Kuba erlaubt sechs neue Tauchspots

Die Regierung von Kuba erlaubt Tauchausflüge zu sechs versunkenen Schiffen, die im Jahre 1898 während des Spanisch-Amerikanischen Krieges vor der Küste der Karibikinsel versenkt wurden.

Der Spanisch-Amerikanische Krieg war eine militärische Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Königreich Spanien vom 25. April bis 12. August 1898 und ging als Splendid Little War in die US-amerikanische Geschichte ein. Er endete mit der Besetzung Kubas, Puerto Ricos, Guams und der Philippinen durch die USA und für Spanien mit dem Verlust seiner letzten bedeutsamen Kolonien. An einem einzigen Tag, dem 3. Juli 1898, wurde die gesamte spanische Atlantikflotte unter Pascual Cervera von der zahlenmäßig und vor allem technisch überlegenen US-Marine unter William T. Sampson vernichtet.

Zwischen Kuba und der Dominikanischen Republik liegen unzählige Schiffswracks auf dem Meeresgrund. Ab dem 01. Oktober können Taucher rund um die Wracks von fünf spanischen Kriegsschiffen, die in der Santiago Bay im Südosten Kubas durch US-Kriegsschiffe in einer laufenden Seeschlacht am 3. Juli 1898 versenkt wurden, ihrem Hobby frönen. Das kubanische Tourismus-Ministerium teilte mit, dass die Kreuzer “Cristobal Colon”, “Almirante Oquendo” und die “Vizcaya”, sowie die Zerstörer ”Furor” und “Pluton” betaucht werden können. Das sechste versunkene Schiff, der US-Dampfer “Merrimac”, wurde an der Mündung der Bucht versenkt um die Flucht der spanischen Flotte zu blockieren. Für dieses Gebiet gaben die Behörden ebenfalls ihre Erlaubnis.

24.05.2010

Kuba erhält 100.000 Tonnen russischen Weizen

In der kubanischen Hafenstadt Cienfuegos traf ein russisches Handelsschiff mit 75.000 Tonnen russischem Weizen ein. Damit wird eine vereinbarte Zuwendungs-Lieferung zwischen beiden Staaten über 100.000 Tonnen abgeschlossen.

Bereits im Jahre 2009 vereinbarten die Regierungen von Kuba und Russland eine kostenlose Weizenlieferung über 100.000 Tonnen. Laut russischen Regierungskreisen zeige die ehemalige Sowjetunion mit dieser unentgeltlichen Lieferung ihre Solidarität zum kubanischen Volk.

Russland lieferte zu Beginn des Jahres 2009 knapp 22.500 Tonnen Weizen an Kuba. Zuvor hatten beide Staaten eine Kooperationsvereinbarung über 100.000 Tonnen Weizen unterzeichnet. Nach den schweren Hurrikanen Gustav, Ike und Paloma im Jahr 2008, sicherte die russische Regierung ihre Unterstützung für Kuba zu. Ein viertes Schiff ist bereits auf dem Weg nach Kuba, um die Vereinbarung zwischen Kuba und der Russischen Föderation vollständig abzuschliessen.

21.05.2010

Kuba will Importe verringern

Unter dem Motto "Eigenproduktion statt Importabhängigkeit" fand am vergangenen Wochenende unter großer Beachtung der kubanischen Medien der zehnte Kongress der Vereinigung für Kleinbauern (Asociación Nacional de Agricultores Pequeños - ANAP) in Havanna statt. Bei der zweitätigen Beratung im Westen der Hauptstadt nahmen mehr als 1000 Delegierte aus allen 14 Provinzen teil, um über die aktuellen Probleme und Herausforderungen, vor denen die kubanische Landwirtschaft steht, zu diskutieren.

Im Vordergrund der Debatten stand dabei die Frage, wie es künftig besser gelingen kann, die bisherige Importabhängigkeit von Ausland zu verringern und dem Land durch verstärkte Eigenproduktion im landwirtschaftlichen Sektor Einsparungen von Devisen in Millionenhöhe zu bescheren. Hintergrund dabei ist die Tatsache, dass das karibische Land trotz intensivierter Bemühungen nach wie vor bis zu 80 Prozent seiner benötigen Nahrungsmittel aus dem Ausland importieren muss und somit dem Staatshaushalt große Summen für dringend benötigte Investitionen in anderen Sektoren nicht zur Verfügung stehen.

Eine besondere Rolle spielen bei der Lösung dieser Problematik vor allem die privaten Kleinbauern und unabhängigen Produktionsgenossenschaften (UBPC), die jetzt schon mit 40 Prozent des fruchtbaren Landes mehr als 70 Prozent der landwirtschaftlichen Erzeugnisse herstellen und im Vergleich mit den großen Staatsbetrieben weit effizienter und produktiver arbeiten.

Da aber nach wie vor die Landwirtschaft eine Achillesferse der kubanischen Wirtschaft darstellt und die Lebensmittelproduktion nach den Worten des kubanischen Staatschefs Raúl Castro "eine Frage der nationalen Sicherheit" ist, beschlossen die Delegierten des ANAP-Kongresses weitere Maßnahmen einzuleiten, um die Produktion zu steigern.

Eine Schlüsselrolle soll dabei vor allem der Jugend zukommen, die für die Arbeit auf dem Land stärker motiviert und besser ausgebildet werden soll. Auch soll durch politische und ideologische Kampagnen das Bewusstsein der privaten Kleinbauern für die Revolution gestärkt werden, um möglichen Tendenzen einer ausschließlich auf Profit ausgerichteten Produktion und Distribution vorzubeugen.

20.05.2010

Ölpest bedroht Florida und Kuba - US-Behörden reden mit Kuba über Bekämpfung der Ölpest

Nach einer Havarie der BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon" vor der Küste des Bundesstaates Louisiana am 22. April laufen täglich rund 5 000 Barrel Öl ins Golfgewässer aus. Inzwischen hat der Ölteppich die Küste der USA in Louisana erreicht und droht in Richtung Florida und Kuba weiterzuziehen. DIe Versuche von BP, das Bohrloch zu schliessen, waren bislang erfolglos.

Am Dienstag wurde bekannt, dass das Öl inzwischen den sogenannten Loop Current erreicht hat - eine Meeresströmung, die die schädliche Brühe weit verbreiten könnte. Die Wassermassen strömen zuerst mit Macht nach Norden, vor dem Mississippi-Delta schlagen sie dann einen Haken im Uhrzeigersinn, um später erst nach Osten und dann schließlich wieder nach Norden zu wirbeln. Dieses mächtige marine Transportband dürfte nun auch Öl in bisher unbehelligte Küstenbereiche auf Kuba und im US-Bundesstaat Florida bringen. Satellitenbilder der europäische Raumfahrtbehörde ESA bestätigten dies. Da Kuba nur rund 140 Kilometer entfernt liegt, informieren nun die US-Behörden die kubanische Regierung regelmäßig über den Stand der Dinge. Seit 1961 gibt es keine diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und Kuba.

02.05.2010

Kubanische Ärzte fliehen aus Venezuela

Immer mehr kubanische Ärzte, die von ihrem Land im Tausch gegen Öl nach Venezuela geschickt worden sind, setzen sich nach Kolumbien ab. Die meisten wollen in die USA.

Sie arbeiten beipielsweise lieber als Verkäufer in Kolumbien, als Ärzte in Venezuela, wohin sie ursprünglich geschickt worden sind.

Die Zahl der kubanischen Ärzte, die in letzter Zeit aus Venezuela nach Kolumbien getürmt sind, wird nicht bekanntgegeben. Die kolumbianische Zeitung «El Tiempo» berichtete jedoch kürzlich unter Berufung auf die Ärzte selbst, rund 2000 seien in den sieben Jahren seit Beginn der Entsendung von Ärzten geflüchtet – und es würden immer mehr.

2003 begann Venezuelas linker Präsident Hugo Chávez ein Gesundheitsprogramm namens «Barrio adentro» (etwa: Hinein ins Stadtviertel), das armen Venezolanern gratis Hilfe bietet. Es ist das populärste der Sozialprogramme; mit ihnen – andere widmen sich der Alphabetisierung oder der Altersbetreuung – hat Chávez bisher noch jede Wahl gewonnen. Das Personal dafür stammt oft aus Kuba. Im Tausch gegen den Einsatz der 40 000 Lehrer und Ärzte liefert Venezuela täglich 100 000 Fass Öl an Kuba.

Und ohne die Kubaner wäre Barrio adentro gar nicht möglich. Laut offiziellen Zahlen arbeiten dort 11 617 kubanische und nur 1548 venezolanische Ärzte. Sollten wirklich 2000 kubanische Ärzte getürmt sein, hätte sich mehr als ein Sechstel abgesetzt.

Am siebten Jahrestag der Gründung rühmte Chávez jetzt das Programm als «Humanismus und Liebe in ihrer höchsten Ausdrucksform», weil es – Chávez weiss es präzis – insgesamt 1 633 140 Menschenleben gerettet habe. Viele der Ärzte werden das freilich anders sehen. Sie leben, so klagen die Geflüchteten, quasi kaserniert in ihren Arbeitsorten, wo sie vom kubanischen Geheimdienst bespitzelt würden. Von «Terror» sprach ein Geflohener in der Zeitung «El Tiempo»: «Nach sechs Uhr abends durften wir die Häuser nicht mehr verlassen.»

Werden die nach Kolumbien fliehenden Ärzte nicht von den eigenen Landsleuten gefasst, laufen sie den venezolanischen Grenzbeamten in die Arme. Die bedrohen sie zwar, lassen sie gegen Schmiergeld aber doch passieren. Da kubanische Ärzte in Venezuela nicht 22 Dollar monatlich verdienen wie zu Hause, sondern gut das Zehnfache, haben sie meist Geld, um sich am Schlagbaum freizukaufen.

Kuba hatte schon kurz nach der Revolution 1959 begonnen, Ärzte und anderes Gesundheitspersonal als Solidaritätsbeitrag in aller Herren Länder zu senden. Dieses Engagement sichert der Diktatur Castros einen gewissen Sympathiebonus. Seit 2006 erleichtern die USA allerdings kubanischen Ärzten, die sich in fremde Länder absetzen, die Einreise – ein Hauptgrund dafür, dass viele der Kubaner in Venezuela via Kolumbien von der Fahne gehen. Die USA sehen darin die Möglichkeit zu einem freien Leben. Für Kuba ist die Abwerbung der vom Staat gut und teuer ausgebildeten Ärzte eine Art der Wirtschaftssabotage.

(gemäss NZZ, von Wolfgang Kunath, Rio de Janeiro)

23.04.2010

Kuba investiert in Mobiltelefon-Industrie

Die Nutzung von Mobiltelefonen nimmt auf Kuba stark zu. Das Inselreich investierte seit 2003 knapp 150 Millionen US $ in den Ausbau der Mobiltelefon-Industrie. Laut Aussage der staatlichen Telefongesellschaft ETECSA wird es bis Ende des Jahres 2010 eine Million Mobilfunkkunden auf der Insel geben.

Für das Jahr 2015 sind 2.4 Millionen Mobilfunkkunden angepeilt. Telefonate sollen ab 1. Juni erheblich teilweise kostengünstiger werden (zunächst für Anrufe von 23.00 Uhr bis 06.59 Uhr). Ebenso sollen Auslandsgespräche zwischen 42 bis 75 Prozent billiger werden.

Telefonate sind für kubanische Verhältnisse noch unglaubig teuer, daher werden die Geräte als Pager benutzt. Statt das Gespräch entgegenzunehmen, notieren sich die Kubaner die Nummer des Anrufers und rufen von einem Festnetzapparat zurück. Da der Durchschnittslohn ca. 20 Dollar ist dies oft die einzige Möglichkeit einer sinnvollen Nutzung. Gespräche zwischen Mobiltelefonen kosten 65 US-Cent pro Minute, aus dem Mobil- ins Festnetz sogar noch etwas mehr. Eine SMS kostet ca. 17 Cent. Ein einminütiges Gespräch nach Europa kostet 5,85 US-Dollar.

Kubaner müssen daher immense Opfer bringen oder über einen Wohltäter im Ausland verfügen, um sich das 60 Dollar teure Handset leisten zu können, das in den staatlichen Läden verkauft wird. Die Aktivierung kostet zusätzliche einmalige 50 US-Dollar.

ETECSA wird bis Ende des Jahres 30 neue Verträge über Roaming-Dienste, der zweitwichtigsten Einkommensquelle mobiler Technologie, unterzeichnen. Damit verfügt der Anbieter über insgesamt 300 Roaming-Dienste in 128 Ländern. Die Abrechnung erfolgt über den heimischen Netzbetreiber. Bei Roaming sind die Minutenpreise zumeist deutlich höher als im Inland, weil die Kosten für das ausländische Netz dazu kommen.

Unschätzbare Informationen

Traditionellerweise werden die offiziellen Informationen durch die Gerüchteküche ergänzt, die auf Kuba „Radio Bemba“ („Radio Lippe“) genannt wird. Dieses Netzwerk wird nun durch die neuen Geräte wie Photohandys, Flashcards, DVDs und einen gelegentlichen Internetlink ergänzt. Das staatliche Informationsmonopol gehört der Geschichte an. „Selbst wenn sie nicht immer sofort sichtbar werden, bringen neue Technologien Veränderungen mit sich, die unter der Oberfläche der Gesellschaft brodeln“, meint der früher für die CIA tätige Kuba-Experte Brian Latell von der Universität Miami. Die Kubaner seien heute besser informiert als jemals zuvor, meint der 29-jährige Ruben Polanco, der als IT-Arbeiter bei einer staatlichen Bank beschäftigt ist. „Mit dem hier“, sagt er und meint damit die Kamera seines Motorola-Handys, „kommt die Wahrheit ans Tageslicht.“

Der Einfluss der Technologie lässt sich an konkreten Beispielen aufzeigen: Jüngst kam es bei einem Baseball-Spiel zu Ausschreitungen, bei denen die Polizei Spieler und Zuschauer mit Knüppeln und Pfefferspray angriff, unter denen sich auch ein ranghohes Mitglied der kommunistischen Partei befand. Früher hätte sich der Vorfall nur mittels Klatsch und Tratsch verbreiten können, jetzt aber wurde er auf Handykameras festgehalten, auf Flashcards geladen, auf Computern und DVD-Playern im ganzen Land abgespielt und bei You Tube eingestellt.

Pelea entre Industriales y Santi Spiritus Version Completa:



Ein anderes, heimlich gedrehtes Video, das großes Aufsehen erregte, zeigte Bilder dutzender Studenten am Instituto Superior de Arte (ISA) in Havanna, die gegen verdorbenes Essen und andere Missstände protestierten.

Protest by ISA students October 22 of 2009 Havana Cuba:



18.04.2010

Kubanische Tabaklegende Robaina gestorben

Der berühmteste kubanische Tabakbauer Alejandro Robaina ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Der legendäre Pflanzer mit dem Strohhut war der einzige Kubaner, nach dem je eine Zigarre benannt wurde: die Vegas Robaina. Das kubanisch-spanische Unternehmen Habanos würdigte auf seiner Website das "Charisma" des Verstorbenen, der bereits mit zwölf Jahren Tabak anpflanzte.

Die Beisetzung sollte am Sonntag in San Luis im Westen des Karibikstaates stattfinden, wo Robaina praktisch sein ganzes Leben verbracht hatte. Seine Familie bestellt seit 1895 eine Plantage im Gebiet Vuelta Abajo, dem weltweit besten Tabakanbaugebiet. Zigarren sind eine der Hauptdevisenquellen Kubas. Bekannt sind vor allem die Marken Cohiba oder Montecristo.

15.04.2010

Mehr Freiheit für kleine Friseurläden in Kuba

Die Revolution frisiert ihre Kinder - auf Kuba grassiert die Marktwirtschaft. Jetzt ist das kommunikative Herzstück jeder Gesellschaft dran, der Friseur-Salon. Die Kubanische Regierung hat erneut in aller Stille zaghafte Reformen im Wirtschaftsleben zugelassen: Kleine Friseurläden dürfen in dem kommunistischen Land seit neuestem auf eigene Rechnung arbeiten.

Nachdem bereits Taxen private Lizenzen erhielten und Bauern brachliegendes Land bekamen, sind die Friseure ab sofort keine Angestellten des Staates mehr. Sie müssen fortan nur noch Miete zahlen und dürfen die Preise selbst festlegen. Die Preise für die Haarpflege dürfen sie selbst festsetzen. Alle Fünfjahrespläne für Dauerwellen sind damit Geschichte. Mit der neuen Freiheit soll jeder nach seinem Fassonschnitt selig werden.

Die Maßnahme, die von den Behörden bislang nicht offiziell mitgeteilt wurde, stellt einen weiteren Schritt zur Belebung der kubanischen Wirtschaft dar. Bisher hatte Präsident Raúl Castro schon brachliegendes Ackerland an Bauern verteilen lassen, um die Lebensmittelproduktion zu erhöhen und das Land von den Lebensmittelimporten unabhängiger zu machen. Auch wurden erstmals Lizenzen für private Taxis erteilt, um der Transportmisere auf der Karibikinsel Herr zu werden.

Die neue Freiheit für die Friseure gilt seit Beginn des Monats und nur für Geschäfte mit maximal drei Sesseln, wie zu erfahren war. Die größeren Salons bleiben weiterhin in den Händen staatlicher Unternehmen. Nach Meinung der befragten Friseure wird die Privatisierung unweigerlich zu höheren Preisen führen. Bisher kostet ein Haarschnitt offiziell fünf Cent. Der Durchschnittsverdienst eines Friseurs liegt bei 15 US-Dollar im Monat.

12.04.2010

Kuba und Norwegen erneuern Kooperation

Die Regierungen von Kuba und Norwegen haben Ende vergangener Woche in Havanna ein Abkommen über die Wiederaufnahme der bilateralen Zusammenarbeit unterzeichnet. Die Kooperation war 2003 als Reaktion auf einseitige Sanktionsmaßnahmen der Europäischen Union und ihr nahe stehender Staaten von Kuba ausgesetzt worden.

Das neuerliche Abkommen wurde nach Angaben der spanischen Nachrichtenagentur EFE vom kubanischen Außenminister Bruno Rodríguez und dem norwegischen Minister für Umwelt und internationale Entwicklungszusammenarbeit, Erik Solheim, unterzeichnet. Solheim ist dem Bericht zufolge der erste europäische Minister, der den Karibikstaat seit 2009 besucht. Die Visite findet zu einem heiklen Zeitpunkt statt: Die sozialistische Führung in Havanna sieht sich derzeit einer internationalen Medienkampagne gegenüber, die – so heißt es in Havanna – von den USA und der EU politisch flankiert werde.

Während schwere Menschenrechtsverletzungen in lateinamerikanischen Staaten wie Kolumbien und Honduras ohne Folgen blieben, ging das EU-Parlament nach dem Tod eines Gefängnisinsassen in Kuba Ende Februar auf Konfrontationskurs. Ein von ultrarechten EU-Parlamentariern initiiertes Papier fordert die Brüssler Führung seither erstmals zur aktiven Unterstützung der "inneren Dissidenz" in Kuba auf.

Diesen Spannungen zum Trotz haben sich die Beziehungen zur norwegischen Regierung zuletzt gut entwickelt. So unterstützt die Führung in Oslo die humanitäre Hilfe Kubas in Haiti mit umgerechnet knapp 630.000 Euro. Norwegen beteiligt sich damit an einem multistaatlichen Hilfsprogramm, das von Kuba und Brasilien in Zusammenarbeit mit der haitianischen Regierung gestartet wurde. Bislang folgte kein EU-Staat diesem Ansatz.

08.04.2010

Exil- Kubaner bei heimlichem Rückkehrversuch ertrunken

Ein in den USA lebender kubanischer Dissident ist bei einem heimlichen Rückkehrversuch in seine Heimat ertrunken. Das teilten Exil- Kubaner am Mittwoch in Florida mit.

Adrian Leivan habe versucht, mit einem Boot Kuba zu erreichen und sei dabei vor der Küste ertrunken. Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge bereits Ende März.

Leivan verließ 2005 zusammen mit seiner damaligen Ehefrau als politischer Flüchtling das kommunistische Kuba und ließ sich in Miami nieder. Nach der Trennung von seiner Frau ein Jahr später wollte er zu seiner Familie zurückkehren. 2008 erhielt er eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Monate und musste danach wieder in die USA zurückkehren. Ein Antrag für ein weiteres Visum im vergangenen Jahr wurde den Angaben zufolge von den kubanischen Behörden abgelehnt.

08.04.2010

Großsegler “Krusenshtern” besucht Kuba

Der russische Großsegler Krusenshtern wird am Freitag, 09. April 2010, in Havanna erwartet. Das Schiff befindet sich auf einer transatlantischen Tour und hat mehrere Fotoausstellungen an Bord.

Die „Padua“, heute besser bekannt als die russische „Krusenstern“ wurde 1926 als letzte frachtfahrende Viermastbark bei Tecklenborg in Bremerhaven für die Hamburger Reederei F. Laeisz gebaut. Wie die meisten Laeisz-Segler fuhr auch die „Padua“ als einer der berühmten „Flying P-Liner“ in der Salpeter-Fahrt nach Südamerika. Zum Ende des 2. Weltkrieges lag die „Padua“ in Flensburg, wurde 1946 nach Swinemünde verholt und als Reparationsgut an die UdSSR abgeliefert. In diesem Zuge erhielt die Viermastbark den neuen Namen „Krusenstern“ nach dem berühmten russischen Seemann und Forscher Adam Johann Ritter von Krusenstern (1770 – 1846). Auf dessen Spuren war die Crew auch 1996 bei ihrer Weltumsegelung unterwegs.

Neben 220 Mann Besatzung hat das 114.50 mtr. lange und 14.20 mtr. breite Schiff eine Sammlung seltener Schnappschüsse an Bord, die dem 51. Jahrestag der kubanischen Revolution sowie dem 65. Jahrestag der russischen Oktoberrevolution gewidmet sind. Eine Sammlung von 73 Fotos bekräftigt zudem die langjährigen Bande der Freundschaft zwischen dem kubanischen und dem russischen Volk. Ebenfalls sind mehrere Fotos des kubanischen Fotografen Alberto Korda und Nikolai Chiguir zu sehen, welche die ersten TASS-Korrespondenten in Kuba von 1959 bis 1963 – und von 1975 bis 1979 waren.

08.04.2010



 

Regierung in Kuba eröffnet Online-Shop

Das kommunistische Kuba bietet seit Mittwoch einen Online-Shop mit einem kulturellen Mix von Büchern Fidel Castros, Che Guevara T-Shirts bis zu Designer Duschvorhängen und Musik-Downloads. ”Es ist die wirklich größte Online-Auswahl der (kubanischen) Kultur, alle Bereiche der Kunst sind vertreten” teilte Manager Teresita Espino mit.

Das Castro-Regime hat eine neue Einnahmequelle entdeckt. Die neue Website (http://www.mallcubano.com/) der kubanischen Regierung richtet sich vor allem an die 1.25 Millionen
Auslands-Kubaner , die in den Vereinigten Staaten leben. Die Waren, 32 US Dollar für ein Paar Jeans, oder 41 US Dollar für ein Guayabera-Shirt sind nicht gerade teuer – aber immer noch außerhalb der Reichweite der großen Mehrheit der kubanischen Bevölkerung , die über ein durchschnittliches Monatseinkommen von ca. 20 US Dollar verfügt. Alle Waren können in Euro und US Dollar bezahlt werden, allerdings nicht in kubanischen Pesos .

04.04.2010

Konstruierte Argumente gegen Kuba ?

Von Harald Neuber (Prensa Latina)   amerika21.de

Die aktuelle Kampagne gegen das sozialistische Kuba folgt einem bekannten Schema. Um Menschenrechte geht es der EU dabei nicht

Man könnte hinter der aktuellen Kampagne gegen die sozialistische Regierung in Kuba eine versteckte Regel vermuten: Seit Mitte der 1990er Jahre kommt es alle sieben Jahre zu einem Skandal, der in einer weiteren Zuspitzung der ohnehin belasteten Beziehungen Havannas mit den USA und der Europäischen Union führt. Alle sieben Jahre läuft der Konflikt nach dem gleichen Schema ab: Sobald es zu einer Annäherung Kubas an die USA oder die EU kommt, provozieren regierungsfeindliche Gruppen einen Skandal.

1996 drang die militante Exilorganisation "Hermanos al Rescate" trotz wiederholter Warnungen in den kubanischen Luftraum ein, bis zwei Cessna-Flugzeuge von der Luftwaffe abgeschossen wurden. Die US-Regierung, damals unter William "Bill" Clinton, brach die laufenden Gespräche mit der kubanischen Führung ab und verschärfte die Blockade. Der ultrarechte spanische Ministerpräsident José Maria Aznar nutzte die Gunst der Stunde, um die so genannte Gemeinsame Position der EU gegen Kuba durchzusetzen. Sieben Jahre später, 2003, war das Klima zumindest zur EU entspannter. Diesmal war es die US-Führung, die eine Zuspitzung herbeiführte. Im Rahmen des beginnenden "Krieges gegen den Terror" wurde auch Kuba unverhohlen bedroht. Die Aussetzung eines unter Clinton ausgehandelten Abkommens zur Ausstellung von Visa für die USA sorgte zudem für Unruhe auf der Insel. Eine Folge: Mehrere kubanische Bürger versuchten illegal in die USA zu gelangen. Flugzeug- und Schiffsentführungen waren die Folge. Drei Kidnapper einer Fähre wurden zum Tode verurteilt. Wieder einmal stand Kuba am Pranger, eine Normalisierung der Beziehungen war nunmehr undenkbar.

Im Jahr 2010 heißt der Skandal Orlando Zapata Tamayo. Der wegen strafrechtlicher Vergehen verurteilte Häftling hatte sich im Gefängnis als politischer Aktivist inszeniert. Von regierungsfeindlichen Gruppen motiviert trat er Ende 2009 in einen Hungerstreik, an dessen Folgen er am 23. Februar dieses Jahres verstarb. Es fällt schwer, an einen Zufall zu glauben. Zu Jahresbeginn hatte die sozialdemokratische Regierung Spaniens die EU-Ratspräsidentschaft mit dem erklärten Ziel übernommen, die so genannte Gemeinsame Position der EU abzuschaffen. Das Dokument stellte seit 1996 die größte Hürde für eine Annäherung zwischen Kuba und der Europäischen Union dar: In ihm wird immerhin ein Systemwechsel gefordert. Schon Ende 2009 hatten rechte Akteure in der EU gegen das von Spaniens Außenminister Miguel Ángel Moratinos angekündigte Projekt gewettert. Unter ihnen: Die deutsche Unionspolitikerin Erika Steinbach, die sich sonst als Fürsprecherin der rechtskonservativen "Vertriebenverbände" stark macht.

Zapatas Tod kam, das ist der eigentliche Zynismus, diesen Kräften Recht. Obgleich der Inhaftierte in medizinischer Betreuung verstarb, wurde in europäischen Medien mitunter der Eindruck erweckt, er sei in schlimmster Kerkerhaft elendig zugrunde gegangen. Aus gutem Grund schwieg man sich über den Anlass des Hungerstreiks aus: Zapata protestierte für ein Mobiltelefon, einen Fernseher und eine eigene Kochgelegenheit in seiner Zelle. Auch die Reaktion der kubanischen Regierung wurde in deutschen Medien verschwiegen: Sowohl Staats- und Regierungschef Raúl Castro als auch Parlamentspräsident Ricardo Alarcón bedauerten den Tod und kondolierten der Familie. All das passte nicht recht in das Bild der "kubanischen Diktatur" (El País, Spanien) oder des "menschenverachtenden Regimes" (ÖVP, Österreich).

Ebenso wenig stimmt der weitere Umgang der Staatsführung mit ihren Gegnern mit dem Bild überein, das von internationalen Medienkonzernen präsentiert wird. Nach Zapatas Tod trat ein weiterer Oppositioneller, Guillermo Fariñas, ebenfalls in Hungerstreik. Im Gespräch mit dem Korrespondenten der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erklärte Fariñas, dass ein "hochrangiger Funktionär der Regierung" ihn besucht habe, um ihn von Ende der lebensfeindlichen Aktion zu überzeugen. Zugleich demonstrierten die auch aus den USA finanzierten "Damen in Weiß" tagtäglich auf den Straßen von Havanna.

Weshalb aber soviel Aktionismus? Die Antwort ergibt sich bei einem Blick auf die politische Agenda: Bis Ende Juni soll die "Gemeinsame Position" der EU gegenüber Kuba überprüft werden. Und Mitte Mai werden sich Staats- und Regierungschefs aus Europa, Lateinamerika und der Karibik in Madrid zum zweijährlichen EULAC-Gipfel treffen. Die konzertierte Kampagne kubanischer Regierungsgegner, internationaler Medienkonzerne und rechter Parteien in Europa zielt offensichtlich auf diese beiden Termine ab, bei denen eine Annäherung an Kuba hätte beschlossen werden können. In diesem Zusammenhang sieht Kuba eine Resolution, die das EU-Parlament Mitte Februar gegen die Stimmen der linken Fraktion GUE/NGL verabschiedete. Darin wird die EU-Führung mit Verweis auf den Tod Zapatas erstmals zu einer aktiven Unterstützung regierungsfeindlicher Kräfte in Kuba aufgefordert.

Man muss kein Aktivist der Kuba-Solidaritätsbewegung sein, um die Aufrichtigkeit der EU bei ihrem Einsatz für die Menschenrechte in Kuba zu bezweifeln. Deutlich macht das der Vergleich mit anderen Staaten der Region. Die US-amerikanische Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch – mitnichten ein linksgerichteter Verband – beklagte seit dem Militärputsch gegen die letzte demokratische gewählte Regierung in Honduras in einem halben Dutzend Erklärungen "Morde, Vergewaltigungen, Folter und Entführungen" von Aktivisten der Demokratie- und Widerstandsbewegung dieses mittelamerikanischen Landes. Im Norden Perus wurden bei Auseinandersetzungen um die Ausbeutung natürlicher Ressourcen in den vergangenen Monaten Dutzende indigene Einwohner erschossen. Und in Kolumbien, wo jede Woche Gewerkschafter und Oppositionelle ermordet werden, wurde Anfang des Jahres das größte Massengrab in der Geschichte Lateinamerikas entdeckt. 2000 Leichen hatte die Armee in der Region Macarena verscharrt. Weder Deutschland noch die EU reagierten auf diese Fälle staatlichen Massenmordes mit einer Demarche oder gar einer Protestresolution. Menschenrechte werden dann entdeckt, wenn es politisch opportun ist.


Harald Neuber ist Korrespondent der lateinamerikanischen Nachrichtenagentur Prensa Latina in Deutschland. Das hiesige Büro der 1959 von Fidel Castro und Ernesto "Che" Guevara in Havanna gegründeten Agentur wurde Mitte 2009 nach zwei Jahrzehnten in Berlin wiedereröffnet. Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um die erste Folge einer fortan monatlich erscheinenden Kolumne.
01.04.2010

Kuba verlangt Nachweis über Krankenversicherung

Laut Gesetzesbeschluss soll ab dem 1. Mai 2010 von allen Einreisenden in Kuba die Vorlage einer Auslandskrankenversicherung zur Pflicht werden

Betroffen davon sind dabei sowohl Ausländer als auch Kubaner mit Wohnsitz im Ausland sowie alle Ausländer mit vorübergehendem Wohnsitz in Kuba. Der Verkauf von Policen soll durch den staatlichen kubanischen Versicherer an allen Einreisestellen Kubas möglich sein.

Weitere Details, z.B. wie viel der Abschluss der Krankenversicherung an der Grenze kostet oder ob auch schon vor der Einreise abgeschlossene Reisekrankenversicherungen anerkannt werden, sind noch offen, da die Ausführungsbestimmungen vom kubanischen Finanzministerium noch nicht erlassen wurden.

01.04.2010



 

Kurierservice DHL hilft Kubas Regime beim Schnüffeln

Yoani Sánchez, weltbekannte Bloggerin aus Havanna, wirft DHL vor, die Zensur in Kuba zu unterstützen. Das Unternehmen reagiert: An lokale Gesetze müsse man sich halten.

Google hat sich – nach langem Zögern – der chinesischen Zensur verweigert, der deutsche Kurierservice DHL ist offenbar noch nicht so weit: Kubas Starbloggerin Yoani Sánchez wirft dem deutschen Unternehmen vor, die Postzensur in dem kommunistisch regierten Karibikstaat zu unterstützen. "DHL akzeptiert Verletzungen des Postgeheimnis', nur um in Kuba Geschäfte machen zu können", sagte die international mehrfach prämierte Bloggerin ZEIT ONLINE am Telefon. Die Deutsche-Post-Tochter DHL und weitere ausländische Unternehmen in Kuba "befolgen die ideologischen Filter, die die Regierung auferlegt hat"

Sánchez' Kritik entzündete sich an einer Sendung von Beleg-Exemplaren ihres im Ausland publizierten Buchs Cuba Libre. Die in Argentinien aufgegebene DHL-Sendung kam zwar in Havanna an, wurde ihr aber im dortigen DHL-Büro nicht ausgehändigt. Nach mehrmaligen Rückfragen habe DHL ihr mitgeteilt, das Paket sei "konfisziert" worden.

Bereits zuvor habe sich DHL geweigert, Filmaufnahmen ihrer Familie nach Spanien zu senden. Besonders pikant: Es war eine DHL-Angestellte in Havanna, die ihr vorgeworfen habe, "Feindpropaganda" versenden zu wollen.

Das konfiszierte Buch Cuba Libre, das auch auf Deutsch vorliegt, ist eine Sammlung ausgewählter Beiträge aus ihrem bekannten Blog Generation Y. Es enthalte nichts Anstößiges, sagt Sánchez. Ihre minutiösen Betrachtungen des realsozialistischen Alltags auf Kuba wurden unter anderem mit Spaniens prestigeträchtigen Ortega-und-Gasset-Preis bedacht und auch von der Deutschen Welle ausgezeichnet. Das US-Magazin Times wählte Sánchez unter die 100 einflussreichsten Personen der Welt. In Kuba ist das Blog der 34-jährigen Literaturwissenschaftlerin gesperrt.

DHL teilte auf Anfrage von ZEIT ONLINE mit, die Vorwürfe von Sánchez derzeit zu überprüfen. Postsprecher Claus Korfmacher sagte, Sendungen aus dem Ausland nach Kuba würden nicht gesondert kontrolliert. "Pakete und Briefe nach Kuba werden von uns nicht geöffnet", sagte Korfmacher. Unklar ist allerdings, was mit den Paketen geschieht, nachdem sie in Kuba eingetroffen sind. Denn die DHL-Filiale dort wird von einem unabhängigen Dienstleister betrieben, der zwar unter dem DHL-Logo auftritt, aber nicht zum Postkonzern gehört. Ob bei DHL auf Kuba in der Post geschnüffelt wird, vermag Korfmacher darum nicht zu sagen: "Über andere Unternehmen machen wir keine Aussagen." DHL-Politik sei allerdings, dass sich lokale Vertragspartner an die lokalen Gesetze halten müssen.

Und die kubanischen Gesetze haben es in sich. Wer als Feind der Revolution gilt, riskiert nach dem als "Maulkorbgesetz" verrufenen Artikel 88 bis zu 20 Jahre Haft – zuletzt geschehen im Frühjahr 2003, als 75 Oppositionelle in Massenurteilen zu drakonischen Haftstrafen verurteilt wurden. Angebliches Beweismaterial waren damals belauschte Telefongespräche sowie abgefangene E-Mails und Postsendungen.

31.03.2010



 

Google sperrt Kuba-Blog zeitweise

Vier Tage nach der Sperrung seines E-Mail-Kontos und seines Blogs (Internettagebuchs) durch das US-amerikanische Internetunternehmen Google Inc. konnte der kubanische Journalist und Publizist Enrique Ubieta am Mittwoch wieder auf beide Dienste zugreifen. Seine Kritik an dem Unternehmen hält er dennoch aufrecht. Der Versuch der politischen Zensur sei nicht ausgeräumt wurden, so Ubieta in Havanna.

Zuvor hatte ein Sprecher des Google-Konzerns für Lateinamerika, Daniel Helft, von der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires aus zu den Vorwürfen aus Havanna Stellung bezogen, die in der Kuba- und Bloggerszene zuvor international für Aufsehen gesorgt hatten.

Die Löschung des stark gelesenen politischen Blogs aus Kuba habe keine politischen Gründe gehabt, sondern sei "völlig automatisch" vonstatten gegangen, so Helft gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Nach Angaben des Unternehmensvertreters hatten automatische Programme Ubietas Blog mittels eines so genannten Spamfilters gesperrt, der unerwünschte Werbung im Internet unterbinden soll. Mitarbeiter, die eine politische Entscheidung hätten treffen können, seien nicht involviert gewesen.

Ubieta betreibt von Havanna aus die Seite "La Isla desconocida", ein politisches Internettagebuch, in dem er zuletzt die international negative Berichterstattung über Kuba kritisch kommentierte. Nach einigen entsprechenden Beiträgen waren sein Blog und sein E-Mail-Konto bei dem US-Konzern Google am Samstag nicht mehr zu erreichen.

In einer per E-Mail verbreiteten Nachricht, die auch amerika21.de vorliegt, zeigte sich Ubieta skeptisch. Eine solche technische Erklärung sei ihm auch in einer rückdatierten Mail automatisch weitergeleitet worden, nachdem sein Zugang wieder aktiviert wurde, so der Journalist, der die Erklärung des US-Unternehmens als "nicht überprüfbar" bezeichnete. Das Unternehmen habe zudem erst reagiert, als der Fall international für Aufsehen sorgte. Auf persönlichen Anfragen habe er keine Reaktion erhalten.

25.03.2010



 

Flüge aus den USA nach Kuba praktisch ausgebucht

Airlines melden steigende Passagierzahlen, seit Obama das Reiseverbot für Exilanten aufhob Mehr als 250 Flüge starten durchschnittlich im Monat von den US-Flughäfen Miami, New York und Los Angeles, um Passagiere nach Havanna zu bringen, im Februar 2010 waren es sogar 400. Seit US-Präsident Barack Obama die Verfügung seines Vorgängers George W. Bush aufhob, die Exilkubanern nur einen Heimatbesuch alle drei Jahre erlaubte, steigen die Buchungen kontinuierlich.

Airlines melden steigende Passagierzahlen, seit Obama das Reiseverbot für Exilanten aufhob Mehr als 250 Flüge starten durchschnittlich im Monat von den US-Flughäfen Miami, New York und Los Angeles, um Passagiere nach Havanna zu bringen, im Februar 2010 waren es sogar 400. Seit US-Präsident Barack Obama die Verfügung seines Vorgängers George W. Bush aufhob, die Exilkubanern nur einen Heimatbesuch alle drei Jahre erlaubte, steigen die Buchungen kontinuierlich.

2008 besuchten 170.000 US-Kubaner die Insel, 2009 waren es schon 250.000. Für heuer rechnen die Charter-Anbieter mit einem Anstieg um weitere 36 Prozent. Das 1962 verhängte Handelsembargo verbietet zwar US-Bürgern immer noch, die Karibikinsel zu besuchen, aber die 1,5 Millionen Exilkubaner sind eine attraktive Zielgruppe. Mittlerweile stellen sie hinter den kanadischen Kuba-Touristen die meisten Besucher der Insel.

Acht Airlines fliegen zwischen USA und Kuba

Die insgesamt acht Airlines, die die Insel von den USA aus anfliegen, befürchten allerdings, dass die im Januar verschärften US-Sicherheitsvorschriften Passagiere abschrecken könnten. Die kubanische Regierung hat sich öffentlich darüber beklagt, dass das Land auf der Liste der 14 Staaten steht, für die vor dem Besteigen eines Flugzeuges in die USA besonders scharfe Kontrollen vorgeschrieben sind.

Bisher haben die US-Behörden allerdings laut Reiseveranstaltern auf die Umsetzung der umstrittenen Maßnahmen verzichtet. Tom L. Cooper, Besitzer der Fluglinie Gulfstream Airlines, sagte zu Reuters, die kubanischen Sicherheitsvorschriften für abreisende Passagiere seien ohnehin extrem scharf.

Ex-Frau eines Spions will Landegebühren kassieren

Wie lange die lukrativen Charterflüge noch Kuba anfliegen werden, ist allerdings ungewiss: die US-Bürgerin Ana Margarita Martinez hat eine gerichtliche Anordnung erwirkt, der zufolge die Landegebühren auf der Insel statt an kubanische Reisebüros in ihre Tasche gehen sollen. Martinez, die vier Jahre lang mit dem kubanischen Spion Juan Pablo Roque verheiratet war, hat erfolgreich eine 27-Millionen-Dollar-Entschädigung eingeklagt, weil die Ehe unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zustande gekommen sei. Dadurch sei sie zum "Opfer terroristischer Akte" geworden.

200.000 Dollar aus eingefrorenen kubanischen Konten und mehrere Flugzeuge, mit denen Kubaner nach
Florida geflohen waren, wurden ihr bereits zugesprochen. Wenn die Chartergesellschaften wirklich die Gebühren an sie statt an ihre kubanischen Partner zahlen, befürchtet Rechtsanwalt Ira Kurzban, der die Airlines vertritt, wird es bald keine Landegenehmigungen mehr geben.

Ein Gericht in Miami kam Mitte März zu keiner Entscheidung, nun soll bis Monatsende eine Stellungnahme der US-Regierung eingeholt werden
(bed/derStandard.at)

21.03.2010



 

Erdbeben erschüttert Osten Kubas

Ein Erdbeben der Stärke 5,6 hat Kuba erschüttert. Das Epizentrum lag im Osten der Insel nahe der Stadt Santiago de Cuba. Wie das staatliche Fernsehen weiter berichtete, folgten weitere Erdstöße, die auch in den Provinzen Guantánamo, Granma und Holguin zu spüren waren. Einige Häuser wurden beschädigt. Menschen seien aber nicht verletzt worden, hieß es.

20.03.2010

Viva la revolución!

 

Oswaldo Paya, Kopf der kubanischen Dissidenten, für Friedensnobelpreis vorgeschlagen

Die Vizepräsidentin der christdemokratischen Partei Norwegens, des Kristelig Folkeparti (KrF), Dagrun Eriksen, schlug Oswaldo Payá, den Koordinator der katholischen kubanischen Oppositionsbewegung Movimiento Cristiano Liberacion (MCL), für den Friedensnobelpreis 2010 vor. Sollte der Preis Payá verliehen werden, wäre dies „ein bedeutender Beitrag für einen friedlichen Übergang Kubas zur Demokratie“, so Eriksen.

Eriksen erinnert in einer Aussendung an die politische Lage auf Kuba, „wo den Menschen für eine viel zu lange Zeit die grundlegendsten Menschenrechte verweigert wurden“. Oswaldo Payá „vertritt alle Kubaner, die einen friedlichen Wechsel auf der Grundlage von Versöhnung und Dialog wollen“, so Eriksen. Der Friedensnobelpreis solle ein Ansporn sein, „die friedlichen Verteidiger des Menschenrechte auf der ganzen Welt zu verteidigen“.

Die Presse berichtet davon, daß Payá von seiner Nominierung für den Friedensnobelpreis 2010 wisse. Der führende Kopf der kubanischen Dissidenten fasse laut Medienberichten bereits die Nominierung als „Anerkennung“ für den demokratischen Kampf auf. Eine Anerkennung, die vor allem dem verstorbenen Orlando Zapata gelte sowie der ganzen kubanischen Opposition und dem kubanischen Volk.

Der 1952 in Havanna geborene Oswaldo Payá entstammt einer katholischen Familie. Wegen seines Glauben weigerte er sich als Jugendlicher der Kommunistischen Partei Kubas oder einer ihrer Vorfeldorganisationen beizutreten. Mit 16 Jahren zum Militärdienst eingezogen, weigerte sich an an einem Transport politischer Gefangener mitzuwirken. Darauf wurde er zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe auf einer Sträflingsinsel verurteilt.

1968 gründete er die Christliche Befreiungsbewegung (Movimiento Cristiano Liberacion), die zur bedeutendsten Oppositionsbewegung gegen das kommunistische Regime Kubas wurde. 2002 wurde Payá mit dem Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments ausgezeichnet.

18.03.2010



 

Brutalität in Kuba - Europäisches Parlament verurteilt Verhaftung von 30 "Damas en blanco"

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Jerzy Buzek, verurteilte heute die “Polizeigewalt” gegen die „Damas de Blanco“ in Havanna und forderte die Regierung in Kuba zur “sofortigen Freilassung der politischen Gefangenen” auf.

Die am Montag in Havanna gegen die Verhaftung ihrer Männer und Söhne demonstrierenden „Damas de Blanco“ (Frauen in Weiß) wurden von Regierungsanhängern umringt und niedergeschrieen. Einige Demostrantinnen wurden laut Aussagen mehrerer unabhängiger Augenzeugen in Busse abgedrängt und an einen unbekannten Ort entführt.

„Ich fordere die kubanische Regierung auf, ihre Machenschaften zu stoppen und Menschen nicht zu belästigen, die für die Freiheit demonstrieren”, teilte Buzek in einer Erklärung über die Maßnahmen der kubanischen Sicherheitskräfte gegen dreißig „Damas de Blanco“ am Stadtrand von Havanna mit.

Der Gruppe wurde im Jahr 2005 der Sacharow-Preis verliehen, den das Europäische Parlament seit 1988 jährlich an Persönlichkeiten oder Organisationen verleiht, die sich für die Verteidigung der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit einsetzen. ”Wir warten seit fast fünf Jahren, um den Preis an die” Damen in Weiß” zu übergeben. Sie erhalten jedoch keine Erlaubnis ihr Land zu verlassen”, beklagte sich Buzek.

Gleichzeitig teilte der Präsident mit, dass das Europäisches Parlament nach dem Tod von Orlando Zapata” sehr besorgt” über die Lage der politischen Gefangenen in Kuba ist. Alarmierend sei insbesondere der besorgniserregende Zustand des Journalisten und Psychologen William Farinas.

“Wir können uns einen weiteren Todesfall dieser Art in Kuba nicht mehr leisten”, so Buzek, der die kubanische Regierung im Namen des Europäischen Parlamentes zur “sofortigen Freilassung aller politischen Gefangenen” aufforderte.

17.03.2010



 

Spanische Intellektuelle protestieren gegen Castro-Regime in Kuba

In Spanien baut sich inzwischen eine immer breiter werdene Front gegen das Castro-Regime in Cuba auf. Jetzt machen auch die Interlektuellen gegen das Regime mobil.

Intellektuelle und Künstler aus Spanien und Lateinamerika haben das Castro-Regime in Kuba zur Freilassung aller politischen Gefangenen aufgefordert. In einem Manifest verlangten sie zudem von Havanna die Achtung der Menschenrechte. Zu den Unterzeichnern gehörten der Filmemacher Pedro Almodóvar, die Schriftsteller Mario Vargas Llosa, Joan Marsé und Ana María Matute, die Musiker Willy Chirino und Paquito D'Rivera sowie der Philosoph Fernando Savater, teilten die Organisatoren der Unterschriftensammlung am Dienstag mit.

Der kubanische Oppositionelle Guillermo Fariñas war zuletzt nach einem Hungerstreik so geschwächt, dass er wiederholt in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Der Regimekritiker Orlando Zapata war zuvor nach einem Hungerstreik gestorben.

Die spanische Regierung gerät dadurch immer mehr in ihrer Cuba-Politik unter Druck. Zapatero wollte während seiner EU-Ratspäsidentschaft eine Annährung zwischen der EU und Cuba. Doch das wird von den meisten EU-Staaten abgelehnt.

09.034.2010

USA lockern Internet-Sanktionen gegen Iran, Kuba und Sudan

Mit einer Lockerung der Internet-Sanktionen gegen Kuba, den Iran und den Sudan will die US-Regierung die freie Meinungsäußerung in den autoritär regierten Ländern fördern. US-Außenministerin Hillary Clinton sagte am Montag, die Maßnahme solle vor allem Iranern ermöglichen, sich ohne Zensur der Regierung auszutauschen. Der Internet-Konzern Google begrüßte die Entscheidung der US-Regierung.

Das Washingtoner Finanzministerium teilte mit, es werde ab sofort den bislang eingeschränkten Export von Kommunikationstechnologien wie E-Mail, Chat-Foren, Foto- und Videoplattformen, Instant Messaging und sozialen Internet-Netzwerken in den Iran, Sudan und nach Kuba zulassen. Dies solle sicherstellen, dass "Menschen in diesen Ländern ihr Grundrecht auf freie Rede und Information so umfassend wie möglich ausüben können".

Die Bürger der betroffenen Länder sollten dadurch besser untereinander und mit dem Ausland in Kontakt treten können, hieß es in der Erklärung. Das Ministerium betonte allerdings, dass die übrigen umfassenden Sanktionen, welche die USA gegen diese Länder verhängt haben, "weiterhin aggressiv durchgesetzt" würden.

Kuba, der Sudan und der Iran schränken alle in unterschiedlichem Maße den Zugang ihrer Bürger zum Internet ein. Die tatsächliche Auswirkung gelockerter Sanktionen war zunächst aber unklar, da einige Dienste von US-Internetfirmen in den Ländern bereits genutzt werden.

27.02.2010



 

Kuba boykottiert Mayaguez-Spiele

Wegen der Anti-Terror-Bestimmungen der USA und des erhöhten Risikos von "Fahnenfluchten" seiner Sportler hat Kuba seine Teilnahme an den Mayaguez-Spielen für Zentralamerika und die Karibik in Puerto Rico (17. Juli bis 1. August) abgesagt. Kubas Olympia-Komitee teilte den Boykott der Wettbewerbe in dem zum US-Territorium gehörenden Inselstaat am Freitag offiziell mit. "Unsere Athleten werden sich nicht den Überprüfungen unterziehen, die für Personen aus Ländern vorgesehen sind, die von den USA als Partner der Terrors angesehen werden werden", hieß es in der Erklärung der Kubaner.

Die USA hätten sich außerdem geweigert, die kubanischen Wünsche nach mehr Schutz vor Angriffen auf Delegationsangehörige und einer besonderen Abschottung zur Verhinderung von Fluchtaktivitäten abtrünniger Athleten zu erfüllen: "Wir haben bei früheren Wettbewerben auf Puerto Rico schon keine guten Erfahrungen gemacht."

Bei den Mayaguez-Spielen 1993 im gleichen Land hatten sich 40 Delegationsmitglieder von der kubanischen Mannschaft abgesetzt. Kubas Olympia-Komitee zufolge wären seine Athleten bei Sport-Veranstaltungen in Puerto Rico "anhaltenden Bedrohungen, Provokationen und Angriffen ausgesetzt gewesen und von kubanischen Konterrevolutionären permanent unter Druck gesetzt worden".

Die USA wiesen die Vorwürfe aus Kuba, das von den Vereinigten Staaten zu 14 staatlichen Unterstützern des Terrors gezählt wird, zurück. "Wir haben Kubas Teilnahme nicht blockiert. In Zusammenhang mit den Spielen haben wir allerdings auf die Beachtung unserer Gesetze und Sicherheitsvorschriften geachtet", sagte ein Regierungssprecher.

26.02.2010



 

Nach Dissidenten-Tod: Fünf Kubaner im Hungerstreik

Nach dem Tod des politischen Gefangenen Orlando Zapata Tamayo haben am Freitag fünf Dissidenten in ihren Gefängnissen aus Protest einen Hungerstreik begonnen. Das teilte die vom Staat unabhängige Kubanische Menschenrechtskommission (CCDHRN) in Havanna mit. Zapata war am Dienstag nach einem 83 Tage langem Hungerstreik gestorben und am Donnerstag beigesetzt worden. Nach diesen Angaben haben zwei der Oppositionellen, Eduardo Díaz Fleitas und Diosdado González Marrero, am Mittwoch die Aktion begonnen. Am Donnerstag seien Fidel Suárez Cruz und Nelson Molinet Espinoso in einen Hungerstreik getreten.

Alle vier seien Häftlinge im Gefängnis von Pinar del Rio im Westen Kubas. Ebenso wie der verstorbene Zapata Tamayo gehörten sie der Gruppe von 75 Oppositionellen an, die 2003 verhaftet und zu langen Haftstrafen verurteilt worden waren. Von den 75 sitzen noch 52 in den kubanischen Gefängnissen. Es waren Strafen von bis zu 28 Jahren verhängt worden. Ein fünfter Oppositioneller, der ehemalige politische Häftling Guillermo Fariñas, habe einen Hungerstreik in seiner Wohnung begonnen, berichtete die CCDHRN.

Die kubanische Führung betrachtet Oppositionelle und Andersdenkende als «Handlanger und Spione» der USA. Der Tod Zapatas hatte weltweit den Ruf nach einer Freilassung der rund 200 politischen Gefangenen laut werden lassen. Zapata war nach Angaben aus der Opposition während seiner Haft misshandelt worden. Präsident Ral Castro wies allerdings eine Schuld des Staates an dem Tod zurück des Dissidenten zurück.

Die Wut auf Kubas Regime wächst

Vor der Beerdigung des kubanische Dissidenten Orlando Zapata ist es auf Kuba zu massiven Repressionen gekommen. Bei der Beerdigung bot das kommunistische Regime bot Hunderte Sicherheitskräfte auf, um Ausschreitungen zu verhindern. Neben Familienangehörigen und Freunden des Verstorbenen nahmen Dissidenten am Trauerakt teil. Dabei war der Ruf «Nieder mit der Diktatur!» zu hören. «Mein Sohn, sie haben dich ermordet, weil du dich nicht ergeben hast. Du bist aufrecht gestorben», sagte Zapatas Mutter. Im Vorfeld der Beerdigung hatte die Regierung rund 30 Dissidenten kurzzeitig festgenommen und über andere eine Ausgangssperre verhängt.

Massive Kritik an der Regierung von Raúl Castro kam aus dem Ausland. Der spanische Ministerpräsident José Luis Zapatero forderte die sofortige Freilassung sämtlicher politischer Gefangener. Amnesty International prangerte die «Grausamkeit» des kommunistischen Regimes an, während kubanische Exilgruppen in den USA verlangten, Barack Obama solle seine Verständigungsversuche mit Castro abbrechen.

Auch Raúl Castro bedauerte Zapatas Tod, schob die Schuld jedoch auf die Konfrontationspolitik der USA. Als Zapatas Mutter in Banes davon hörte, sagte sie: «Ich weise jede Beileidsbekundung der kubanischen Regierung zurück, denn das sind Orlandos Mörder.»
26.02.2010



 

Spaniens Regierung setzt auf Annäherung an Kuba

Unter der EU-Präsidentschaft Madrids will der spanische Außenminister Miguel Ángel Moratinos im ersten Halbjahr 2010 die von seinem Land lange angestrebte Annäherung an Kuba durchsetzen. Die Isolation der sozialistischen Staatsführung in Havanna habe »wenig befriedigende Ergebnisse« gebracht, heißt es zur Begründung aus Madrid. Stattdessen wollen sich die Spanier das Motto der Ostpolitik von Willy Brandt zu eigen machen: Wandel durch Annäherung, sprich: Dialog. In der vergangenen Woche empfing Moratinos in Madrid bereits kubanische Gesprächspartner. »Um Fortschritte in Menschenrechtsfragen auf Kuba zu erzielen, muss das gegenseitige Vertrauen gestärkt werden«, zitierte die spanische Presse Madrids Chefdiplomaten nach dem Treffen.

Der amtierende EU-Ratsvorsitzende Moratinos versucht mit Unterstützung von Ministerpräsident José Luis Zapatero zu heilen, was von dem ultrarechten Vorgängerregime unter José Maria Aznar beschädigt wurde. In Übereinstimmung mit exilkubanischen Aktivisten in den USA hatte der Politiker der Volkspartei 1996 die sogenannte Gemeinsame Position der EU gegenüber Kuba entwickelt. Zentraler Bestandteil des Dokumentes ist – ähnlich der völkerrechtswidrigen US-Blockadepolitik – die Forderung nach einem Systemwechsel in Kuba. Heute ist das Papier nur noch hinderlich: In den vergangenen Monaten verging kaum eine Sitzung der beiden Lateinamerika-Arbeitsgruppen beim EU-Rat ohne handfeste Diskussionen über die »Gemeinsame Position«. Von Kuba ist das Dokument stets abgelehnt worden.

Dennoch ging die Regierung in Havanna zuletzt auf die Europäische Union zu. Fünf Regierungsgegner wurden in den vergangenen Wochen aus der Haft entlassen, unter ihnen der erkrankte Francisco Herodes Díaz, der seit 1990 wegen Terrorismus eine Haftstrafe verbüßte. Bei den Gesprächen in Madrid sprach Moratinos auch das Thema der Menschenrechte an. Allerdings wird der Annäherungskurs durch den Tod des Inhaftierten Regierungsgegners Orlando Zapata überschattet, der Mitte der Woche an den Folgen eines Hungerstreiks gestorben ist. Spanische Medien, die den Kurs der sozialistischen Regierung zuvor schon mit Argwohn verfolgt haben, berichten seit Tagen auf den ersten Seiten über Zapata. Die EU nahm den Todesfall zum Anlass, um Havanna »zur Achtung der Menschenrechte und zur Freilassung aller politischen Gefangenen« aufzurufen.
25.02.2010

Viva la revolución!

Orlando Zapata Tamayo starb während eines Hungerstreiks, mit dem er gegen die Haftbedingungen protestierte.

Inhaftierter Dissident stirbt nach Hungerstreik - Kuba in Erklärungsnost

Der Hungerstreik-Tod eines kubanischen Dissidenten bringt die Regierung in Havanna in Bedrängnis. Die USA und die EU verlangen Freilassung aller politischen Häftlinge in dem kommunistischen Karibikstaat. Präsident Castro weist das alles weit von sich.

Der Tod des kubanischen Dissidenten Orlando Zapata Tamayo hat weltweit Besorgnis über die Menschenrechtslage in Kuba ausgelöst. Die USA, die Europäische Union und zahlreiche internationale Menschenrechtsorganisationen forderten die kubanische Führung auf, alle politischen Gefangenen freizulassen. Kubas Präsident Raúl Castro bedauerte den Tod Zapatas, wies aber den USA die Schuld zu. Er ließ landesweit Dutzende von Oppositionellen festnehmen, um sie daran zu hindern, zum Begräbnis zu fahren. Zapata Tamayo wurde in seinem Heimatort im Osten Kubas beerdigt.

Zapata Tamayo war im März 2003 als einer von 75 Dissidenten festgenommen und wegen Delikten wie Störung der öffentlichen Ordnung und
Respekts losigkeit zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Er war seit dem 3. Dezember 2009 im Hungerstreik. In der vergangenen Woche war Zapata Tamayo wegen seines schlechten Gesundheitszustandes in eine Klinik in der Hauptstadt Havanna verlegt worden, wo er am Dienstag starb.

Die EU bedaure zutiefst den Tod des 42-jährigen Regimegegners, sagte der spanische Ministerpräsident und EU-Ratspräsident José Luis Rodríguez Zapatero. Spanien hat sich zum Ziel gesetzt, während seiner Ratspräsidentschaft den Dialog der Europäer mit Kuba trotz der Missachtung der Menschenrechte wieder in Gang zu bringen. Jetzt sagte Zapatero, die Forderung nach der Freilassung der politischen Gefangenen in Kuba sei ein "grundsätzliches Anliegen der internationalen Gemeinschaft". Die EU müsse bei der Verteidigung der Menschenrechte in der vordersten Front stehen.

Zapata Tamayos Tod unterstreiche, wie ungerecht die Inhaftierung politischer Gefangener in Kuba sei, sagte der Sprecher des US- Außenministeriums, Philip Crowley. Nach Ansicht von Amnesty International ist der Hungertod des Dissidenten "eine schreckliche Anklage gegen die fortwährende Repression gegen politische Abweichler in Kuba". Havanna müsse umgehend internationale Experten einladen, um die Menschenrechtslage in dem Land zu untersuchen.

Castro wies die Anschuldigungen zurück. Der Tod sei die Folge der Beziehungen des Oppositionellen zu den Vereinigten Staaten, sagte er. "In Kuba gibt es keine Folter", erklärte er im Beisein des brasilianischen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva, der sich zu einem Besuch in Kuba aufhielt. "Es gab keine Gefolterten, es gab keine Hinrichtung. Das alles geschieht in der Basis Guantánamo", sagte Castro im Hinblick auf das Gefangenenlager der USA im Osten Kubas.

Die kubanische Führung bestreitet, dass es im Land politische Gefangene gibt. Oppositionelle und Andersdenkende bezeichnet sie als Spione und Handlanger der US-Geheimdienste und des US-Imperialismus. Auch Zapata nannte sie auf der staatlichen Webseite cubadebate.cu einen "gemeinen Häftling mit einer langen Verbrechensgeschichte".
25.02.2010



 

Fidel Castro offenbar wieder volkommen genesen

Mehr als drei Jahre nach seiner Darmoperation befindet sich der kubanische Revolutionsführer Fidel Castro nach Darstellung des brasilianischen Präsidenten bei bester Gesundheit.

Dem 83-Jährigen gehe es „außergewöhnlich gut“, sagte Brasiliens Präsident Luis Inacio Lula da Silva, derzeit auf offiziellem Besuch in dem Karibikstaat, nach einem mehr als einstündigen Treffen in Havanna.

Seit einer Darmoperation im Juli 2006 hat sich Castro nicht mehr in der kubanischen Öffentlichkeit gezeigt. Damals übergab er die Regierungsgeschäfte seinem jüngeren Bruder Raul.

23.02.2010



 

TV-Serie über Anschläge auf Fidel Castro startet

Das kubanische Staatsfernsehen zeigt im März eine neue Serie über die vielen Attentatsversuche gegen Revolutionsführer Fidel Castro. Die Produktion unter dem Titel "Einer, der leben muss" soll zeigen, dass Fidel Castro (Foto o.l.) immer in Gefahr war, berichtete das Fernsehen. 638 Anschlagspläne wurden in den fast 50 Jahren der Regierungszeit Fidel Castros registriert.
22.02.2010



 

Kubanische Nachrichtenagentur in BRD stärker präsent

Die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina weitet ihre Arbeit im deutschsprachigen Raum aus. Im Beisein hochrangiger Funktionäre der sozialistischen Regierung unterzeichneten Vertreter der deutschen Solidaritätsorganisation Cuba Sí am Samstag ein Kooperationsabkommen mit der 1960 gegründeten Agentur. Ziel sei unter anderem, den Austausch von Informationen in beide Richtungen zu fördern, hieß es bei der feierlichen Unterzeichnung des Dokuments am Rande der 19. Internationalen Buchmesse in der kubanischen Hauptstadt Havanna.

Prensa Latina war unmittelbar nach der Kubanischen Revolution auf Initiative von Fidel Castro und Ernesto Che Guevara gegründet worden, um ein Gegengewoicht zur Macht der internationalen Medienkonsortien aufzubauen. Die Agentur ist seit Sommer 2009 wieder in Deutschland mit einem Korrespondentenbüro unter Leitung des Journalisten Harald Neuber vertreten, der bei der Vertragsunterzeichnung als Begleiter der Cuba-Sí-Delegation zugegen war.
20.02.2010



 

Kuba verhandelt mit US-Delegation über gefangenen US-Bürger

Die anhaltende Inhaftierung eines US-Bürgers in Kuba hat den Besuch einer hochrangigen US-Delegation in Havanna überschattet. Diese forderte die kubanischen Behörden am Freitag in einer Erklärung auf, den Anfang Dezember festgenommenen US-Bürger Alan Gross sofort freizulassen.

Der 60-jährige Mitarbeiter einer US-Firma, die für die US- Hilfsorganisation USAID arbeitet, war festgenommen worden, als er Handys und Computer verteilte. Die Geräte waren nach US-Angaben für Juden in Kuba gedacht, die damit mit Glaubensgenossen in anderen Ländern kommunizieren könnten.

Kubas Staatschef Raúl Castro warf Gross hingegen vor, er habe Oppositionsgruppen bei der Spionage für die USA unterstützen wollen.

Der kubanische Parlamentspräsident Ricardo Alarcón erklärte, bei dem Gesprächen mit der Delegation von US-Staatssekretär Craig Kelly solle es auch um fünf Kubaner gehen, die 2001 wegen Spionage zu hohen Haftstrafen verurteilt worden waren.

Kelly ist der hochrangigste US-Diplomat, der in den vergangenen Jahren nach Kuba reiste. Eigentlicher Grund seines Besuchs waren Verhandlungen über ein neues Einwanderungsabkommen mit Kuba.

Bei den Gesprächen forderte Kubas Vize-Aussenminister Dagoberto Rodríguez laut einer offiziellen Erklärung erneut die Abschaffung einer Klausel, die jedem Kubaner, der US-Boden betritt, schnell eine Aufenthaltserlaubnis verschafft. Havanna wirft den USA vor, Kubaner dadurch zu einer gefährlichen Flucht über das Meer zu verleiten.

Die US-Delegation forderte von Kuba, das Wohlergehen von aus den USA zurückgekehrten Kubanern zu garantieren. Ausserdem solle der Karibikstaat Kubaner aufnehmen, die in den USA Probleme mit der Justiz bekommen haben.
16.02.2010



 

Russland unterstützt Kuba Getreide-Lieferung

Russlands Vereinigtes Getreideunternehmen, das zu 100 Prozent dem Staat gehört, will im Rahmen der humanitären Hilfe eine zweite Getreide-Partie an Kuba im März des laufenden Jahres liefern.

Im Februar 2010 schickte Russland bereits ein Schiff mit rund 26 Tonnen Getreide an Bord nach Kuba. Insgesamt plant Russland dem lateinamerikanischen Staat etwa 100 000 Tonnen Getreide bereitzustellen.
12.01.2010



 

Schweres Erdbeben in Haiti - Auch Kuba betroffen

Ein Erdbebeben der Stärke 7,0 auf der Richterskala erschütterte die Insel Hispaniola, die sich Haiti und die Dominikanische Republik teilen. Das seismologisch-geologische Institut der USA berichtet, dass das Epizentrum etwa 16 Kilometer westlich der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince in 10 Kilometer Tiefe lag.

Es wurde für mehrere Karibikinseln eine Tsunamiwarnstufe ausgerufen, die nach 2 Stunden wieder aufgehoben wurde. Neben Haiti sind auch die Küsten von Kuba, den Bahamas und der Dominikanischen Republik betroffen. Infolgedessen haben die Kubanischen Behörden die Evakuierung Baracoas (82.000 Einwohner) veranlasst.

In den Hauptstätten Santo Domingo und auch in Port-au-Prince brach teilweise Panik aus. Die Menschen rannten verwirrt auf die Straßen. US-Präsident Barack Obama hat dem ärmsten Land Amerikas, Haiti, direkte humanitäre Hilfe angeboten. Es kam auch zu mehreren Nachbeben in der Region. Über entstandenen Schaden gibt es noch keine zuverlässigen und offiziellen Berichte.

Die Dominikanische Republik und Kuba waren die ersten Nationen, die Helfer ins Katastrophengebiet von Haiti entsendet haben. Aus Kuba kamen mehr als 70 Ärzte schon kurz nach dem Erdbeben. Aus der Dominikanischen Republik wurden direkt Suchtrupps und Bergungsgerät beigeschafft. Insgesamt dreizehn Staaten aus der Region schicken Teams mit Medizinern. Kuba erweiterte sein Kontingent bis zum 15.01. laut UN auf rund 300 Ärzte, einige der Kubaner waren bereits vor dem Beben in Haiti stationiert

Kuba hat den USA erlaubt, für Hilfsaktionen in der Erdbebenregion Haiti den kubanischen Luftraum zu nutzen. Um Verletzte auszufliegen, dürften US-Flugzeuge auf dem Weg vom Stützpunkt Guantánamo auf Kuba nach Miami kubanischen Luftraum kreuzen, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses am Freitag. Dadurch würden etwa 90 Minuten gewonnen. Die kubanischen Behörden hätten eine Sondergenehmigung erteilt
12.01.2010



 

Staatsbetriebe führen Linux ein

Kuba will seine Pläne für den Wechsel auf Open-Source-Software mit aller Macht weiter voran treiben. Nach der Regierung und ihren Behörden, stellen nun auch die staatseigenen Betriebe auf Linux um.

Schon jetzt haben Behörden wie der Zoll, das Bildungsministerium und das Ministerium für Telekommunikation erfolgreich auf die von kubanischen Studenten entwickelte Linux-Distribution "NOVA" umgestellt. In naher Zukunft sollen deshalb zahlreiche Unternehmen und weitere Institutionen folgen,

NOVA bietet eine Benutzeroberfläche, die stark an Windows erinnert, weil dies den Nutzern eine Umgewöhnung erleichtern soll. Das Paket enthält neben dem eigentlichen Betriebssystem auch diverse Anwendungen, deren Oberfläche ebenfalls den kubanischen Bedürfnissen angepasst wurde.

Kuba will mit der flächendeckenden Einführung von NOVA vor allem seine Abhängigkeit von Windows verringern. Die Regierung befürchtet eine Gefährdung der nationalen Sicherheit, wenn man weiter das proprietäre Betriebssystem von Microsoft einsetzt.
11.01.2010



 

Kubas Planer setzen den Rotstift an - 2010: Mehr sparen und mehr produzieren

Die Kubaner haben das neue Jahr ungewohnt ruhig begonnen, fast melancholisch und beschaulich trotz des
gegrillten Schweinefleischs überall und der Trommeln zur Nacht, denn es ist ihnen von ihrem Präsidenten Raúl Castro prophezeit worden, dass dieses 2010 wieder kein Zuckerlecken sein wird. meine hilfe wirst du auf jeden fall haben, wenn meine freundschaft zur verfügung stelle, bin ich eine gute freundin.wie gesagt und versprochen hole ich dich von flughafen ab. und fahren zu deiner ubernachtungsort. dort werden wir uber alles sprechen und einen plan machen. wenn du ein mädchen findest oder ein reise machen mochtest, kann ich fur dich übersetzen und wie gesagt meine hilfe dir geben.

Kubas Generallinie für 2010 ruht auf zwei Pfeilern: Sparen um jeden Preis und Produzieren was geht. Das Ziel ist, in absehbarer Zeit – 2011 oder 2012? – alles von der Importliste zu streichen, was im Land angebaut und produziert werden kann. Auch jetzt schon haben die neuen Planer den Rotstift nach dem Gesichtspunkt angesetzt, dass alles, was nicht überlebensnotwendig ist, zunächst weichen muss.

Über den Liquiditätsmangel der kubanischen Regierung wird allenthalben spekuliert. Dass der Staat knapp bei Kasse ist, liegt auf der Hand, doch ist da nicht auch ein wenig Taktik im Spiel? Kuba hat immerhin in den vergangenen drei Monaten sechs Milliarden Dollar an Krediten von Venezuela, China und Russland zugesprochen bekommen. Damit sollen tragende Säulen der heimischen Wirtschaft gestärkt werden: Erdöl, Nickel, das heute 80 Prozent weniger wert ist als vor zwei Jahren, Landwirtschaft und Tourismus.

Die »
Granma « veröffentlichte unlängst einen Leserbrief unter der Überschrift »Ein Kriterium, das wir debattieren müssen«. Da heißt es: »Seit der kubanische Staat den Kleinhandel und die Kleingewerbetreibenden 1968 nationalisiert hat, sind diese Bereiche nach und nach Quellen für Illegalität, Diebstahl von Staatseigentum, Unwirtschaftlichkeit und schlechte Behandlung (der Kunden) geworden ... Fürs Stehlen hat man sogar den Euphemismus ›kämpfen‹ erfunden. Wir sollten keine Angst vor dem Kleingewerbe haben, solange ein sozialistischer Staat existiert, der seinen Anforderungen nachkommt.« Der Präsident des kubanischen Wirtschafts- und Sozialrates im Umweltministerium, Miguel Limia, plädiert für die schnellstmögliche Beseitigung der Gleichmacherei, denn damit »haben wir den Parasiten gefördert, der vom Staat alles erwartet und selbst nichts beisteuert«.

Außenpolitisch bemüht sich Kuba um bessere Beziehungen zu den USA. Präsident Barack Obama ist von der kubanischen Seite eine Behandlung widerfahren wie keinem anderen Präsidenten vor ihm. Man hat ihm Zeit gelassen, hat unterschieden zwischen dem Privatmann Obama und dem Präsidenten der USA. Fidel und Raúl Castro widmeten sich ihm in perfekter Arbeitsteilung: Raúl pragmatisch, Fidel mit behutsamen, irgendwie sogar verständnisvollen Kommentaren (Barack Obama ist ein Teil des imperialistischen System, gegen das er nicht ankommt). Doch lässt der ehemalige Präsident Kubas allmählich erkennen, dass für ihn die Schonfrist nach und nach abläuft.

In Havanna ist man sich unsicher, ob Obama tatsächlich ein Getriebener ist oder nicht doch ein Großteil seiner letzten Handlungen auf seine Kappe geht. Ein paar krasse Beispiele auf Kuba bezogen: Obama hat Havanna wieder wie Bush in die Liste der Terrorstaaten aufgenommen, was die »Washington Post« als »lächerlich« bezeichnet. Obama hatte nicht den Mut, die fünf angeblichen Spione »Miami Five« zu begnadigen, nachdem im Berufungsverfahren die höchsten Strafen heruntergesetzt wurden. An der Blockade kratzte er nur, anstatt sie ernsthaft abzubauen.

Raúl Castro wiederholt in periodischen Abständen, dass Washington und Havanna über alles verhandeln könnten, wenn »kein Schatten auf die Souveränität Kubas fällt«. 2010 hat gerade erst begonnen. Im Vergleich zu George Bushs aggressivem Radaukurs mäßigte die Regierung Obamas (mit Ausnahme von Frau Clinton) den Tonfall. Das lässt noch immer andere Optionen offen.

Von Leo Burghardt, Havanna (Neues Deutschland)
11.01



 

Kuba verzeichnet extreme Tiefsttemperaturen

Das kubanische Institut für Meteorologie meldet extrem niedrige Temperaturen in mindestens 17 Orten auf der Karibikinsel,

Ein Minimum von 4,5 Grad Celsius wurde dabei in der Playa Giron (Schweinebucht) erreicht. Laut meteorologischen Meldungen war dies die niedrigste bisher aufgezeichneten Temperatur in dieser Saison.

In Santo Domingo, Villa Clara (4.6) und in der Stadt Ciego de Avila (5,2) wurden ebenfalls extrem tiefe Temperaturen für den Monat Januar gemessen.

Am 18. Februar 1996 wurde mit 0,6 Grad Celsius in der Stadt Bainoa, in der Provinz La Habana, die absolut tiefste, jemals auf Kuba gemessene Temperatur erreicht.
08.01.2010

Viva la revolución!

 

Zum ersten Mal Bilder von Fidel Castro mit seiner Ehefrau veröffentlicht

Nachdem Informationen aus Fidel Castros Privatleben bisher ein Tabu darstellten, werden den kubanischen Landsleuten zum ersten Mal im Internet Bilder des ehemaligen Präsidenten Kubas gezeigt, auf denen er zusammen mit seiner Ehefrau Dalia, mit der er fünf Kinder hat, abgelichtet ist.

Die Bilder entstanden während eines Besuchs des Präsidenten von Nicaragua, Daniel Ortega, und dessen Frau bei den Castros.

Frau Castro war Lehrerin und ist jetzt im Ruhestand. Sie und ihr Mann Fidel (83) machen auf dem Bildern einen gesunden und erholten Eindruck.

Viva la revolución!  Viva la revolución!

Die Bilder entstanden im Dezember 2009, anlässlich eines Besuches des Präsidenten von Nicaragua, Daniel Ortega, auf Kuba. Der amtierende kubanische Staatschef und Bruder des Comandante, Raúl Castro, ist bei der entspannten Diskussionsrunde auch mit dabei. (Bild: Reuters/ho)

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