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Nachrichten

aus Kuba (2009)



 
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12.12.2009



 

Briefe aus Havanna: Die Polizei auf Kuba macht Ernst

Die Lage auf Kuba scheint sich dramatisch zu verschlechtern. Die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftslage haben der kommunistischen Karibikinsel stark zugesetzt. In seiner Kolumne auf latina-press berichtet der Journalist Joern Ehrenheim (http://latina-press.com/) hautnah von den Ereignissen:

Es ist wirklich dramatisch, was mir meine Brieffreundin derzeit und ganz aktuell per Mail schreibt (Stand: 12.12.2009). Die Lage auf Cuba scheint sich wirklich innerhalb eines Jahres so derart verschlechtert zu haben, dass sie kaum mehr Sätze schreibt, als diese folgenden.

In einer vorherigen Mail warnte sie ja schon, Cuba im nächsten Jahr lieber NICHT zu bereisen, denn die Sicherheit leidet unter der Unzufriedenheit der Bürger, die stätig wachsen soll. Die Wirtschaftslage habe hier dem Land in diesem Jahr den Rest gegeben, meint sie in schlecht geschriebenem Deutsch. Dennoch ist sie andererseits auch optimistisch. Hier die Original-Nachricht von ihr:
»lieber jörn

meine hilfe wirst du auf jeden fall haben, wenn meine freundschaft zur verfügung stelle, bin ich eine gute freundin.wie gesagt und versprochen hole ich dich von flughafen ab. und fahren zu deiner ubernachtungsort. dort werden wir uber alles sprechen und einen plan machen. wenn du ein mädchen findest oder ein reise machen mochtest, kann ich fur dich übersetzen und wie gesagt meine hilfe dir geben.

ich bitte dich um entschuldigung, aber ich mochte keine konflikte mit den familien und nachbarn haben. ich kenne meine landleute und jeden tag haben wir mehr probleme, und wird schlechter sein. suche mal im internet was am 9. 10. hier in kuba passierte, das war furchbar,und die polizei ist im moment unmoglich, überal polizisten…

liebe grusse m.«
Sie meint damit, dass auf Kuba mittlerweile der
Futterneid beginnt. Denn wenn jemand einen guten Kontakt zu einem Ausländer hat, wird er von den anderen fast gelyncht. Denn schließlich wollen alle was von der Kohle haben, die in meinem Falle nur M. kassieren würde, weil sie mir bei meinen Plänen billig durch das Land zu ziehen, helfen wird. Gerne werde ich sie dafür fürstlich entlohnen!!

Und mit der Polizei habe ich ja auch so meine Erfahrungen in Havanna machen müssen. Und nur deshalb, weil ich Jesus und seiner Mutter versprach, etwas zu unternehmen. Ihren Vorschlag, an den Strand zu fahren, wollte ich nämlich einen Tag später glatt in die Tat umsetzen. Aber es sollte im Januar diesen Jahres ganz anders kommen. Hier kommt die Story:

Wir wollten in Havanna einfach nur am kommerziellen Stadtstrand einen schönen, sonnigen Tag verbringen, meine kubanischen Freunde, meine neue Freundin und ich. Man erreicht ihn in ca. 20 Minuten mit einem Touristenbus, der direkt vom Capitol abfährt.

Aber die Polizei springt sofort auf uns an.

Grund: Ein Kubaner darf mit einem Touristen KEINEN Kontakt aufnehmen. Das wird strengstens mit hoher Geldstrafe oder Knast bestraft.

Während die PNR ja sowas wie die Stasi der damaligen DDR in Zivil ist, gibt es davon natürlich auch welche in Uniform, die sich in Streifen auf den Straßen verteilen. Schon an der berühmten Promenade Havannas, dem Malecom, werden wir von der ersten dieser Sorte mit den Worten: “Halt, von allen die Papiere her…!” gestoppt. Es ist so, als wenn man etwas Verbrecherisches vorhat. Langsam haben wir die Schnauze voll und es beginnen wieder einmal endlos lange Diskussionen mit den Beamten. Davon hatten sie mir schon erzählt, jetzt erlebe ich das Drama selber. So eine scheiße, dachte ich. Das kann doch nicht wahr sein. Vielleicht kommen wir dieses Mal noch ins Gefängnis?! Wundern würde mich das nicht… Wir wollen uns jedoch nicht einschüchtern lassen und wehren uns mit Händen und Füßen. Ich werde auch nach meinem Ausweis gefragt. Ich erkläre den Beamten, dass ich ihn in meinem Casa liegen lassen habe. Er glaubt mir und erkennt, dass ich ein Ausländer bin. Damit bin ich erst einmal vogelfrei. Allerdings haben meine Freunde,
die Kubaner, die in Havanna leben, erst recht schlechtere Karten.

“…Und die nächste Polizeikontrolle… “, stöhnen sie weiter. Die Diskussionen werden heftiger. Meine Freunde werden lauter, denn sie lassen sich nichts mehr gefallen und wir wollen uns jetzt zusammen wehren. Mein spanisch ist jedoch schlecht. Meine Freunde legen dafür in einem ratternden und ernsten Ton los, als wenn es um ihr Leben gehen würde.

Letztendlich hat es nicht wirklich etwas gebracht. Denn die Lage beruhigte sich erst, als ich dem Beamten 10,-CUC!!! in die Hand drücken durfte, damit sie uns laufen lassen. Allerdings war uns die Laune auf den Strandtag mächtig vergangen. Denn wir haben jetzt ungefähr eine Stunde Zeit verloren. Es ist schon Nachmittag.

Um die Ecke wartete schon die nächste Streife auf uns, die uns anhalten und verhaften möchte. Wir haben sie schon von weitem erkannt. Jetzt nehmen wir aber alle 5 die Beine in die Hand und rennen, was das Zeug hält. In die entgegengesetzte Richtung. Sofort greifen sie zu ihren Funkgeräten, melden “Code Red”, Alarmstufe ROT!! Aber wir sind schneller, können den bestechlichen, korrupten Beamten endlich entwischen!!

Wir rennen in die “China-Town”, ein relativ neues Restaurant-Viertel, inmitten der Ruinen, in Havannas Herzen. Hier reiht sich ein chinesischer Tempel an den anderen. Dazu muss man wissen, dass Cuba seit einigen Jahren ganz dicke mit dem diktatorischen Staat ist. Wir stürmen also einen der Tempel, nehmen Platz und freuen uns über unseren ersten Etappensieg. Flucht erst einmal geglückt!!! Wir lachen laut und klatschen in die Hände. Das muss doch gefeiert werden, sagen wir. Das Geld, welches ich nun gespart habe, wollen wir nun für 4 Mal chinesische Küche ausgeben + kühle Drinks und Bier. Derweil schauen wir ab und zu aus dem Fenster und sehen die Polizisten. Sie suchen uns immer noch. Aber sie werden uns nicht finden. Denn auf die Idee, in die Restaurants zu schauen, kommen sie nicht. Und das Foto habe ich heimlich aus diesem geschossen. Unser Glück. Das hätte auch ins Auge gehen können…

Grübel, grübel und studier´??

Wir könnten den Stinkefinger zeigen und sind überglücklich, dass der Kellner uns nicht verpfeift. Ein ausgiebiges Trinkgeld von mir ist ihm sicher! Wir feiern noch die ganze Nacht in der Disco, die gegenüber von China-Town liegt und die schönsten Chicas des Abends schluckt. Da sind wir dabei…
10.12.2009



 

Geringere Strafen für zwei der "Cuban Five"

Das Bundesgericht in Südflorida hat am Dienstag das Strafmaß für zwei der fünf in den USA inhaftierten Kubanern reduziert, berichtet die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina. Im Oktober hatte die Justiz in den USA bereits die Strafe für einen der politischen Gefangenen herabgesetzt. Die Antiterror-Kämpfer sitzen seit 11 Jahren in amerikanischen Gefängnissen ein.

Die Haftstrafe für Fernando González wurde nun von US-Richterin Joan Lenard von 19 auf 17 Jahre verringert. Bei der vorhergehenden Sitzung hatte sie das Strafmaß für Ramón Labañino auf 30 Jahre gesenkt. Im Jahr 2001 war in Miami das international heftig kritisierte Urteil gegen den heute 46-jährigen Labañino gefällt worden. Demnach sollte er lebenslänglich zuzüglich 18 Jahre einsitzen.

Die Korrektur der Strafen bestätige, dass im Jahr 2001 ein ungerechtes Verfahren stattgefunden habe, sagte der kubanische Parlamentspräsident Ricardo Alarcón laut Prensa Latina am Abend nach der aktuellen Entscheidung. Als Verantwortlicher der Regierung Kubas für die Kampagne zur Freilassung der fünf Männer, bat Alarcón um eine Ausweitung der internationalen Solidarität. Damit gebe es realistische Chancen, den Justizskandal zu beenden, so Alarcón. Seinen Optimismus stützt der Kampagnenleiter zudem auf einen möglichen positiven Einfluss von US-Präsident Barack Obama.

Das Verhältnis zwischen dem sozialistischen Kuba und den USA ist seit Jahren durch den Fall der so genannten Cuban Five belastet. Fernando González, Ramón Labañino, Gerardo Hernández, René González und Antonio Guerrero waren im Jahr 1998 festgenommen worden. Sie hatten im Auftrag der kubanischen Regierung gewaltbereite Exil-Gruppen in Florida überwacht, die auf der Insel für tausende Tote und Verletzte durch Terrorangriffe verantwortlich gemacht werden.

Die Urteile von René González und Gerardo Hernández sollen im kommenden Jahr überprüft werden. Die lebenslange Strafe von Antonio Guerrero war im Oktober auf 22 Jahre reduziert worden.

Hintergrund: The Miami 5
28.11.2009



 

Vier Millionen üben Verteidigung - Großmanöver der kubanischen Armee gegen drohende US-Invasion

Kuba begeht den »Nationalen Tag der Verteidigung«. Bis zu vier Millionen Menschen, die den Reserveeinheiten und den Milizen der kubanischen Streitkräfte angehören, werden sich diesen Sonntag an den Übungen beteiligen, bei denen »Aktivitäten zum Schutz der Bevölkerung und der Wirtschaft« geprobt werden sollen, wie hochrangige Generäle der kubanischen Streitkräfte gegenüber der Agentur Prensa Latina erläuterten.

Diese Großveranstaltung folgt somit unmittelbar auf das am Donnerstag begonnene Manöver »Bastion 2009«, das zum vierten Mal seit 1980 auf der Insel durchgeführt wird. Die Strategieübung steht unter dem Motto »Aktionen des Landes und der Gebiete während der Krisenzeit, um der großen militärischen Aggression des Feindes zu begegnen.« Ziel dieses dreitägigen Manövers, das am Sonnabend zu Ende geht, ist die »Vorbereitung der Führungs- und Befehlsorgane unter der Führung der Kommunistischen Partei Kubas« auf eine zugespitzte Krisensituation, die einer feindlichen Offensive vorausgeht, wie die Tageszeitung Granma schreibt. »Dazu gehören in diesem Sinne auch Kräftebewegungen, Artillerieübungen, Flüge der Luftwaffe und andere Aktionen«, bereitet das Blatt die Bevölkerung auf diese umfangreichste Übung der Armee seit fünf Jahren vor. »Durch die von der Konfrontation zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten geprägte politisch-militärische Situation ist Bastion 2009 eine Notwendigkeit ersten Ranges, um die Fähigkeit zum Zurückschlagen jeder Aggression gegen die Insel zu erhöhen. Der beste Weg, einen Krieg zu gewinnen, ist, ihn zu verhindern«, erläuterte der Vizechef des kubanischen Generalstabs, Leonardo Andollo.

Am Freitag nahm der kubanische Präsident Raúl Castro die Berichte der führenden Generäle über die operative Entwicklung der Übungen entgegen. Besondere Aufmerksamkeit richtete Castro darauf, die lebenswichtigen Bedürfnisse der Bevölkerung auch im Krisenfall zu sichern, wozu er vor allem die Gesundheitsversorgung zählte. Das oberste Prinzip der kubanischen Truppe müsse sein, »ohne Pause und bis zum endgültigen Sieg zu kämpfen, wie schwierig die Umstände auch sein mögen.«

21.11.2009



 

Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch": Raúl Castro ist „genauso brutal wie sein Bruder“

Castro bleibt Castro. Auf diesen Schluss kommt Human Rights Watch in einem 123 Seiten langen Bericht zur Lage der Menschenrechte auf Kuba. Es ist die erste Untersuchung der Menschenrechtsgruppe, seitdem Raúl Castro Ende Juli 2006 die Macht von seinem erkrankten Bruder Fidel übernahm.

Raúl Castro sei „genauso brutal wie sein Bruder“, er erhalte ein „System, das
systematisch die Menschenrechte unterdrückt “ und das „auf alle Bürger angewendet wird, die sich trauen, eine andere Meinung zu äußern“. Die landläufige Auffassung, der Stabswechsel an der Staatsspitze habe das repressive System gelockert, ist falsch. Die Studie dokumentiert die Fälle von 40 Menschenrechtsaktivisten und Journalisten, die verhaftet und auch misshandelt wurden, weil sie ihre Grundrechte ausübten.

Den meisten politischen Häftlingen wurde offenbar ein Passus im kubanischen Strafrecht zum Verhängnis, der es den Behörden erlaubt, Bürger einzusperren, allein weil sie „gefährlich“ seien, selbst dann, wenn sie bisher kein Delikt begangen haben. „Diese Auffassung von ,Gefährlichkeit‘ ist nicht neu, aber sie hat sich zum beliebtesten repressiven Element unter Raúl Castro entwickelt“, sagte Nik Steinberg, einer der Autoren des Berichts, in dem dargestellt wird, dass diese „rechtliche Farce“ vor allem auf politisch unliebsame Subjekte angewendet wird.

Angesichts dieser ernüchternden Ergebnisse äußern die Menschenrechtler ihr Unverständnis über die Zurückhaltung der demokratischen Welt gegenüber Havanna. „In Wahrheit üben weder die USA noch die EU noch Kanada und schon gar nicht Lateinamerika ausreichend Druck auf Raúl Castro aus“, klagt das Papier.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.11.2009)

20.11.2009

Viva la revolución!

Yoani Sánchez

Die Autorin lebt als unabhängige Bloggerin in Havanna, Kuba. Am 7. November wurde sie von Sicherheitskräften, die sich nicht auswiesen, in ein Auto gezerrt und rund 30 Minuten lang unter
Drohungen und Beschimpfungen verprügelt .

Obama antwortet kubanischer Bloggerin Sánchez

In ihrem Blog richtete die Regimekritikerin Fragen an den US-Präsidenten, und der reagierte nun tatsächlich: mit einer Botschaft an Machthaber Castro.

Das Wesen von Internetblogs liegt für gewöhnlich in der Kommunikation zwischen Blogbetreiber und Bloglesern. Dass ihr aber der mächtigste Mann der Welt, Barack Obama, antworten würde, das hätte die kubanische Bloggerin Yoani Sánchez wohl nicht für möglich gehalten.

In ihrem Blog
Generacion Y , der aufgrund seiner regimekritischen Inhalte auf der karibischen Insel gesperrt ist, berichtet Sánchez seit über zwei Jahren über Dinge, die kubanische Staatsmedien lieber ignorieren. Erst kürzlich, am 7. November, bloggte sie ihre eigene Entführung durch drei unbekannte Männer, die sie und ihren Begleiter mit den Worten "jetzt ist Schluss mit deinen Mätzchen" in ein Auto zerrten und verprügelten. Andersdenkende werden in Kuba nicht gern gesehen – dafür aber im Rest der Welt, was die hohen Zugriffsraten von Generacion Y erklärt. Und offensichtlich auch das Interesse des Weißen Hauses.

Bedauernd, dass sich niemand von "da oben" mit dem politischen Kurs ihres Landes beschäftigen würde, hatte Sánchez vor drei Monaten sieben offene Fragen an Barack Obama geschrieben. Fragen, die sie nicht schlafen ließen, wie sie schrieb. Nun hat die kubanische Dissidentin tatsächlich Antworten aus Washington erhalten.

Der US-Präsident schreibt, dass er nicht an Gesprächen nur um der Gespräche willen mit dem kubanischen Staatsoberhaupt Raúl Castro interessiert sei. Weiterhin liege es an Kuba, normale Verhältnisse mit Washington herzustellen. Er machte aber auch deutlich, dass die USA keinerlei Absicht hätten, militärische Gewalt auf Kuba auszuüben.

Auf die letzte Frage, ob er nach Kuba reisen würde, antwortete Obama: "Ich werde es niemals ausschließen... Ich freue mich darauf, ein Kuba zu bereisen, in dem alle Bürger
die gleichen Rechte und Möglichkeiten haben wie andere Bürger in der Hemisphäre."

Es darf indes bezweifelt werden, ob Obama höchstpersönlich die Antworten in seinen Laptop getippt hat. Wie die englische Tageszeitung the guardian auf ihrer Internetseite schreibt, hat das Weiße Haus zwar bestätigt, dass die Antworten vom Präsidenten stammen, jedoch hatte erst kürzlich die Meldung für Aufsehen und Enttäuschung gesorgt, dass der US-Präsident in seinem ganzen Leben noch nie getwittert habe – und das bei einer Twitterschaft von mehr als 2,7 Millionen Followern.

Bloggerin Sánchez freilich dürfte das alles wenig stören: Ihr Blog erhält durch die Korrespondenz – sei es nun mit Obama himself, seinem Betreuerstab oder einem Praktikanten – ohnehin erhöhte Aufmerksamkeit. Und Aufmerksamkeit ist schließlich die Währung, in welcher der Wert eines Blogs gemessen wird. Erst recht für eine Regimekritikerin, die solche Öffentlichkeit im Netz als Schutz dringend braucht.

Beflügelt von der überraschenden Kommunikationsbereitschaft des Staatsoberhauptes, legte sie jetzt nach: sechs Fragen an Raúl Castro veröffentlichte sie in ihrem Blog. Doch ob sie diesmal eine Antwort erhalten wird, darf bezweifelt werden.

Sagt Yoaní Sánchez die Wahrheit? - Kubanische Ärzte widersprechen der Bloggerin

Die spanische Tageszeitung El País machte die Anschuldigungen Sánchez´ am 7. November in Europa publik, andere Medien folgten. Der Version der Bloggerin widersprechen jetzt drei kubanische Ärzte. In einem siebenminütigen Videointerview für die spanische Internetseite La República.es erzählen sie, wie ihre Mitbürgerin mit einer Krücke und im Beisein von Familienangehörigen ins Krankenhaus gehumpelt kam. Zwar klagte die Patientin über "Schmerzen", aber bei der Untersuchung wurden dann keine der von Sánchez beschriebenen Verletzungen festgestellt.

Die Webadresse Sánchez' Blogs ist auf ihren Namen registriert, die aber als Kontakt eine Anschrift und Telefonnummer in 28004 Madrid angibt: Santa María Soledad Torres Acosta 2. Die dazugehörende Internetadresse 81.169.145.90 führt aber zu einem Rechner in Berlin, der dem deutschen Provider Strato gehört. Professionelle Übersetzer übertragen Sánchez' Texte ins Deutsche und andere Sprachen. Die Übersetzungen finden sich dann wahlweise auf den Seiten der US-freundlichen und kubafeindlichen deutschen Tageszeitung "Die Welt" oder bei der gleichgesinnten Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) wieder. Letztere gilt als "eine rechte Grauzonenorganisation", die Verbindungen ins rechtsradikale Lager und zur CIA gepflegt hat.

In Sachen Sánchez erinnert La República auf den Fall des "gelähmten" Armando Valladares Pérez. Der im Ausland lebende kubanische CIA-Agent und Schriftsteller Carlos Alberto Montaner machte den "Dissidenten", dem das "Regime" angeblich sogar einen Rollstuhl verweigerte, international bekannt. Die Propaganda-Aktion zeigte Wirkung: Für die Freilassung des angeblich schwerkranken Studentenführers setzte sich in den 80erJahren sogar Frankreichs Präsident François Mitterand bei Fidel Castro ein. Aber am Tag seiner Ausreise musste sich Valladares nicht im Rollstuhl zum Flugzeug bewegen, sondern er verließ Kuba leichten Schrittes: Seine Lähmung hatte er nur
vorgetäuscht , wie verdeckte Filmaufnahmen belegten.

Der Blog selbst wird zunehmends politischer. Anfangs berichtete Yoaní Sánchez überwiegend über das tägliche Leben auf Kuba, ohne Stellung zu beziehen. In jüngster Zeit scheint es, dass sie sich zunehmends von und für anti-kubanische Kräfte instrumentalisieren lässt. »Was für eine merkwürdige Verfolgte, die ihren Blog von noblen Zimmern in Fünf-Sterne-Hotels aus pflegt«, kommentierte der Blogger M. H. Lagarde einen Zwischenfall, in dem Sánchez mit blonder Prücke in den Räumen eines Kulturzentrums, als die Rolle des Internets auf der Insel diskutiert wurde, erschien, um angeblich nicht von der Polizei erkannt zu werden
(http://www.jungewelt.de/)

Im Mai bereits hatten Journalisten, die von der Internationalen Tourismusmesse in Havanna berichteten, überrascht registriert, wie Yoani Sánchez völlig ungehindert in der Empfangshalle des NH Parque Central saß, und über die teure Internetverbindung dieses Nobelhotels ihre Seite pflegte. Fast zeitgleich verkündete sie, die »Einschränkungen des Internet-Zugangs für Kubaner« in den Hotels bestünden weiter.

Eine andere Bloggerin aus Kuba, Norelys Morales Aguilera, die von dort aus die Seite
»Meine Insel« betreibt, nährt weitere Zweifel: "Die Seite, auf der sie ihre persönliche Frustration veröffentlicht, sieht aus wie ein Blog, aber es ist keines. Es gibt Versionen in 18 Sprachen, und die sind nicht etwa über ein einfaches Übersetzerprogramm erstellt. Und es gibt hohe Zugriffszahlen mit dem damit verbundenen Datenverkehr. Wer weiß, was ein Blog und was eine Internetseite ist, weiß auch, wieviel Arbeit dies für mehrere Leute bedeutet. Und auch die arbeiten nicht umsonst."

Der Korrespondent von BBC Mundo in Havanna, Fernando Ravsberg, hat sie nach ihrer angeblichen Attacke interviewt und erklärt, er habe keine sichtbaren Verletzungen, blaue Flecken oder Narben erkennen können. Sie antwortete: »Ich habe mehrere Wunden, vor allem am Gesäß, aber die kann ich leider nicht zeigen. Das ganze Wochenende über war mein Gesicht entzündet«. Bloggerin Norelys Morales Aguilera meint dazu "Ist es nicht schade, daß sie nicht dafür gesorgt hat, daß jemand diese Entzündungen fotografiert? "

Internet - Blockkade

Gleichzeitig wirft Morales Aguilera der USA vor, der eigentliche Verursacher für den fehlenden allgemeine Internetzugang auf Kuba zu sein: "Ganz Kuba verfügt momentan über eine Bandbreite von 180 Megabyte beim Senden und 320 MB beim Empfangen. ..... Nach Angaben, die ich gesammelt habe, blockieren die USA 557 Unternehmen und 3719 .com-Internetadressen, weil sie in Verbindung mit Kuba stehen. Im Mai hat das US-Unternehmen Microsoft darüber informiert, daß es die Nutzung des Dienstes Windows Live in Kuba verboten hat. Auch Google Chrome oder Google Earth können von der Insel aus nicht heruntergeladen werden, weil dies durch die nordamerikanischen Gesetze verboten wird und den Unternehmen Strafen drohen, wenn sie das nicht befolgen."
18.11.2009



 

Landwirtschaft auf Kuba wird durch Erosion bedroht

1492, im Jahre der Entdeckung Kubas, waren 89 Prozent der Fläche der Karibikinsel bewaldet. Im Jahre 1900 noch etwa 50 Prozent. Im Jahr 1960 nur noch 13 Prozent. Der Abbau und der Verlust von Waldfläche, zusammen mit dem Verlust der biologischen Vielfalt und der Wasserknappheit sind zwei der wichtigsten Umweltprobleme auf Kuba.

Mehr als 70 Prozent der landwirtschaftlichen Anbaufläche von Kuba sind durch Erosion gefährdet. Ein hoher Prozentsatz der Böden leidet unter niedriger Produktivität.

Das kubanische Ministerium für Landwirtschaft teilte mit, dass auf Kuba 10.7 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche zur Verfügung stehen. Ein großer Prozentsatz dieser Anbaufläche leidet unter Erosion, Salz und hohem Säuregehalt des Bodens.

Seit 2001 fördert die Regierung ein Programm zur Erhaltung der Böden. Kubas Präsident Raúl Castro setzt sich vorrangig für die Wiederbelebung der Landwirtschaft sowie der Steigerung der Nahrungsmittelproduktion ein.

Kuba führt mehr als 80 Prozent aller Lebensmittel für seine 11.2 Millionen Einwohner ein. Angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise und der damit verbundenen Umsatzrückgänge im Tourismusbereich ist die Regierung von Kuba gefordert. Vom Programm zur Erhaltung der Böden und der geplanten Produktivitätssteigerung haben bisher mehr als 600.000 Hektar Land profitiert.

Durch gezielte Wiederaufforstung konnte der Prozentsatz der Waldfläche bis 2007 auf 25.3 Prozent gesteigert werden. Kuba verpflichtete sich jedoch anlässlich des Rio Gipfels von 1992 eine Waldfläche von 29 Prozent bis zum Jahre 2015 zu erreichen.

Nach Meinung von Experten sind der Abbau und der Verlust von Waldfläche, zusammen mit dem Verlust der biologischen Vielfalt und der Wasserknappheit zwei der wichtigsten Umweltprobleme Kubas.

18.11.2009



 

Kuba schafft Subventionen für Lebensmittel ab - viele Grundnahrungsmittel werden zum Luxus

Kubas Präsident Raul Castro verlangt seinen Landsleuten mehr Effizienz ab. Fortan müssen die Kubaner den Gürtel enger schnallen und sich an herbe Einschnitte bei den wichtigsten Errungenschaften des Sozialismus gewöhnen: nicht nur Stromabschaltungen und ein rigides Energiesparprogramm – wozu trotz Tropenhitze auch das Abschalten von Klimaanlagen gehört – zählen dazu. Jetzt wurden auch staatliche Kantinen geschlossen und Grundnahrungsmittel aus dem Bezugsschein entfernt. Die Lage sei kritisch, rechtfertigte Castro die Maßnahmen, die eine Abkehr vom Paternalismus seines Bruders Fidel darstellen. In einem Rundschreiben des Ministerrates wurden die Staatsbetriebe aufgefordert, sich auf die Aktivitäten zu beschränken, die in den Export gingen oder Basisdienstleistungen für die Bevölkerung darstellten. Andernfalls müssten besonders ineffiziente Betriebe geschlossen werden.

Von den Bezugsscheinen wurden diesen Monat Kartoffeln, Kaffee und Erbsen entfernt. Die Produkte müssen fortan auf den freien Bauermärkten erstanden werden, wo sie deutlich teurer sind. Im Juni wurden bereits die Mengen für Salz und Hülsenfrüchte gekürzt. Demnächst ist das Brot an der Reihe. Derzeit reichen die Grundnahrungsmittel für eine vierköpfige Familie knapp zwei Wochen – und nicht immer sind die verbilligten Produkte verfügbar. „So geht das nicht, sie streichen den Bezugsschein zusammen, aber die Gehälter bleiben gleich”, klagte eine Rentnerin beim Einkauf auf einem Bauernmarkt in Havanna.

Den Staatsbediensteten, die sich fortan mittags selbst um ihr Essen kümmern müssen, wurden die Gehälter zum Ausgleich um 15 Pesos (60 Dollarcents) täglich angehoben. Ausreichend ist das freilich nicht nicht. Das Forschungsinstitut der kubanischen Wirtschaft (CEEC) hat errechnet, dass eine vierköpfige Familie mindestens 1600 Pesos (rund 70 Dollar) monatlich benötigt. Doch selbst wenn beide Eltern arbeiten, kommen sie höchstens auf die Hälfte.

Beobachter sehen in den Kürzungen den ersten Schritt hin zur Abschaffung der
staatlich subventionierten Grundnahrungsmittel – neben dem kostenlosen Bildungs- und Gesundheitssystem eine der wichtigsten Errungenschaften der Revolution. Der Bezugsschein wurde 1963 eingeführt. Raul Castro, der seit der Erkrankung seines Bruders im Juli 2006 die Geschicke Kubas lenkt, gilt als Pragmatiker. Er hatte nach seinem Amtsantritt den Bezugsschein als „irrational und unhaltbar” bezeichnet. Kuba muss rund 80 Prozent seiner Lebensmittel importieren und gibt dafür jährlich 2,5 Milliarden Dollar aus. Die staatlichen Kantinen kosten 350 Millionen Dollar, die Lebensmittel des Bezugsscheins 800 Millionen Dollar. Ähnlich verheerend ist die Energiebilanz: die eigenen Erdölvorkommen reichen nicht einmal für ein Drittel des Bedarfs, den Rest deckt derzeit Venezuela mit subventionierten Erdölimporten ab, die Kuba vorrangig mit Dienstleistungen wie Ärzten und Beratern bezahlt.

Die Abschaffung der Lebensmittelsubventionen ist nach Ansicht des CEEC zwar begrüßenswert, um die Wirtschaft produktiver und die Arbeiter verantwortungsbewusster zu machen – aber sie ist politisch heikel, nicht nur aufgrund des symbolischen Wertes, sondern auch aus sozialpolitischer Sicht. Besonders für die Kubaner ohne Zugang zu Devisen garantierte der Bezugsschein wenigstens einen Teil der Grundversorgung. In den vergangenen Jahren ist die Schere zwischen denjenigen Kubanern, die Zugang zu Devisen haben und den übrigen Landsleuten immer weiter aufgeklafft. Nur mit Devisen können „Luxusartikel” wie modische Kleider, CDs, Handys und Fernseher erstanden werden.

Angesichts der drohenden Konflikte hat die Regierung die
Komitees zur Verteidigung der Revolution (CDR) , die kubanische Variante der Blockwarte, angewiesen, die Bevölkerung auf die „harten Zeiten” vorzubereiten. Dazu gehörten unter anderem verschärfte Kontrollen zur Unterbindung des Schwarzmarktes oder der illegalen Wohnungsvermietung. Parallel dazu soll ein neues System der gezielten Subvention sozialer Schwacher ausgearbeitet werden.

(gemäss Bericht im Tagesspiegel vom 19.11.2009)

17.11.2009



 

Außenhandel von Kuba stark rückläufig

In den ersten neun Monaten des Jahres 2009 verzeichnete Kubas Außenhandel einen Rückgang um 36 Prozent. Die kubanische Regierung verhandelt bei der XXVII Internationalen Messe von Havanna mit Unternehmen aus Brasilien, Spanien, Venezuela, China, Vietnam, Angola und Russland über neue Wirtschaftsprojekte.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2009 verzeichnete Kubas Außenhandel zum Vergleichszeitraum des Jahres 2008 einen Rückgang um 36 Prozent. Die Regierung von Kuba macht die internationale Wirtschaftskrise sowie das US-Handelsembargo für die negative Bilanz verantwortlich.

Die Außenhandelsstatistik von Kuba belegt zum Ende des dritten Quartals 2009, dass der kommerzielle Austausch von Waren um 36 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres sank.

Wie der zuständige Außenhandelsminister Rodrigo Malmierca anlässlich der Eröffnung der XXVII. Internationalen Messe von Havanna einräumte, hat die Regierung inzwischen Schwierigkeiten bei der Bezahlung offener Verbindlichkeiten.

“Kubas Wirtschaft ist gekennzeichnet durch Barrieren, wir haben keinen Zugang zu internationalen Finanzierungsquellen. Die Verringerung der Nachfrage und der Preisanstieg bei den wichtigsten Exportprodukten erschweren die Situation”, teilte Rodrigo Malmierca mit.

Die XXVII. Internationale Messe in Havanna wurde am Montag mit 652 Unternehmen aus über 50 Ländern eröffnet. Laut offiziellen Stellen verhandelt die kubanische Regierung dort mit Unternehmen aus Brasilien, Spanien, Venezuela, China, Vietnam, Angola und Russland über neue Wirtschaftsprojekte.

10.11.2009



 

Hamburger Pharma-Unternehmen und Kuba entwickeln Krebsmittel

Der Unternehmer Ferdinand Bach will den Wirkstoff auf den Markt bringen. In der Ukraine ist er schon zugelassen, erkämpft bereits seit Jahren mit seinem Unternehmen Oncoscience aus Wedel unermüdlich für die Entwicklung und Zulassung eines neuen Krebsmedikaments. Das Präparat mit dem Namen Nimotuzumab wurde in einer europaweit einzigartigen Zusammenarbeit auf Kuba entwickelt und dort auch produziert.

"Bereits vor 20 Jahren hat die Regierung von Kuba Biotechnologie als Erfolg versprechenden Forschungsbereich erkannt und begonnen, sich hier zu engagieren." Der Pharmamarkt sei in weiten Teilen von den USA dominiert und der kleine Staat habe wegen des Embargos keine Chance gehabt, an die richtige medizinische Hilfe zu gelangen. "Also hat Fidel Castro kubanische Wissenschaftler nach Europa ausgesandt, um sie an den Universitäten ausbilden zu lassen." Zurück zu Hause seien weitere Kubaner ausgebildet worden, schnell entstand ein eigener Sektor. Heute arbeiten in der Biotechnologie, in und um Havanna, nach Angaben von Bach 17 000 Menschen.

Kurz nach der Gründung seines Unternemens "Oncoscience" im Jahre 2001 bekam Ferdinand Bach aus Kuba das Angebot, sich um die Lizenz von Nimotuzumab in Europa zu kümmern. "Große Firmen waren daran nicht interessiert, weil wegen des Ursprungs des Medikaments der wichtige Markt USA wegfällt", sagt Bach. So entstand 2003 der - wie er augenzwinkernd sagt - "erste Vertrag der westlichen Welt mit einem Antikörper aus Kuba". Von der Zusammenarbeit mit den Kollegen auf der Karibikinsel schwärmt er. "Wenn wir Nachfragen haben, werden die umgehend beantwortet. Und können die Forscher sie nicht beantworten, erarbeiten sie sich die Lösung." Einzig die Lieferung der Geräte nach Kuba werde manchmal erschwert.

Die Wirkungsweise von Nimotuzumab basiert darauf, dass ein sogenannter Antikörper an der Krebszelle andockt und damit deren weiteres Wachstum verhindert. Die ersten klinischen Studien zeigen nach Angaben von Bach bereits Erfolge. Im UKE, wo derzeit auch an einer Studie über das Medikament gearbeitet wird, befürwortet man so auch das Engagement von Bach. "Das Präparat kann ein weiterer Schritt sein in der Verbesserung der Behandlung von Krebserkrankungen", sagt Professor Stefan Rutkowski, der sich seit längerer Zeit mit Nimotuzumab beschäftigt. Der Bedarf für Präparate, die auch bei selteneren Krebserkrankungen wirksam sind, sei groß. "Wir brauchen hier neue Medikamente, die vielleicht in Kombination mit anderen Präparaten helfen können", so Rutkowski. Den Einsatz von Firmen wie Oncoscience lobt er. "Der finanzielle und zeitliche Aufwand für eine Zulassung ist groß. Die Unternehmen müssen daher ihr Engagement genau abwägen."

Das weiß auch Bach. Ihm ist klar, dass die Zulassung eines Medikaments im Schnitt zwölf Jahre dauert, dennoch wird er von Tag zu Tag ungeduldiger. "Ich muss mich ermahnen und mir sagen, dass Sorgfalt besonders wichtig ist." Schließlich sei der Prozess erst im fünften Jahr. "Und wir haben mit dem Unternehmen noch einige Jahre einkalkuliert."

08.11.2009



 

Das neue Leben des Fidel Castro

Nach der Notoperation des kubanischen Staatschefs Fidel Castro (83) am 27. Juli 2006 wurde sein Privatleben als „Staatsgeheimnis“ behandelt – nie mehr trat der 83-jährige „Comandante“ in der Öffentlichkeit auf. Bis jetzt. Die spanische Zeitung „El Pais“ will nun Einzelheiten über Castros heimliches Leben in einer Militärgarnison auf dem ehemaligen Golfplatz von Jaimanitas erfahren haben.

Er litt an Divertikelentzündung, blutenden Ausstülpungen der Darmwand, schwebte monatelang zwischen Leben und Tod und war bis vor einem Jahr im Krankenhaus. „Fidel Castro musste mehrere chirurgische Eingriffe über sich ergehen lassen, es war schmerzhaft und heilte sehr langsam“, berichtet ein Arzt. Nun endlich kann der alte Revolutionär mit grau-weißem Vollbart wieder aufatmen. Er lebt zusammen mit seiner Frau Dalia, einer Lehrerin, und den fünf Söhnen Antonio, Alejandro, Alex, Alexis und Angel. Die Söhne wohnen mit ihren Familien in Nebengebäuden. Er selbst hat ein einfaches zweistöckiges Haus mit vier Schlafzimmern und einem großen hellen Wohnraum. Im Garten ein Pool und ein kleiner Spielplatz für die Enkel. Auf einem Feld wird Gemüse für den eigenen Bedarf angebaut.

„Jeden Morgen macht Fidel Fitnessübungen, ist glücklich, nicht mehr an der Macht zu sein. Er bekommt viel Besuch, auch aus dem Ausland. Die meiste Zeit aber verbringt er umgeben von Enkeln, Schwiegertöchtern und Geschwistern“, erzählt ein Vertrauter.

Kubas Ex-Führer liest stundenlang und schreibt an seinen „Reflexionen“ (über weltpolitische Entwicklungen), die wöchentlich in der Parteizeitung „Granma“ veröffentlicht werden. „Fidel muss eine der am besten informierten Personen der Welt sein. Er lässt sich täglich alle Nachrichten vorlegen, die irgendwo auf der Erde über Kuba erschienen sind“, sagt sein Intimus, der kolumbianische Literatur-Nobelpreisträger Gabriel Garcia Marquez (81), der kürzlich bei ihm zum Essen eingeladen war.

Ein anderer Besucher, der argentinische Soziologe Atilio Boron, ist begeistert über Castros Willenskraft, gesund zu werden: „Er empfing mich in blauen Shorts mit seiner Trainingsjacke – er hat kräftige Beine vom Sport.“ Alle in der Garnison, auch die Leibwächter, nennen ihn respektvoll „El Jefe“, „der Chef“.

29.10.2009



 

Tabakbauern trotzen der Krise

Wegen fehlenden Geldes und wohl auch wegen der Hurrikanschäden vom vergangenen Jahr mussten die Anbauflächen für die beginnende Saison 2009/2010 zwar um ein Drittel reduziert werden. Kubas Tabakindustrie will aber auf jeden Fall ihre internationalen Lieferverträge erfüllen. „Die kubanischen Tabakbauern werden ihre Produktionspläne in der Saison 2009/2010 erfüllen, obwohl sie weniger Flächen zur Verfügung haben“, sagte der Vizepräsident der staatlichen Tabakgesellschaft Grupo Tacuba, Osvaldo Encarnación, dem Blatt „Trabajadores“.

Vor allem die Exportverträge sollten erfüllt werden, aber auch für den Zigarren- und Zigarettenkonsum in Kuba gebe es keine Einschränkungen. Das ist entweder ein Wunder oder ein historisch bedingter Glücksfall: Denn der Tabakanbau, neben dem Zuckerrohr Markenzeichen der kubanischen Landwirtschaft, wurde in Kuba nach der Revolution vor 50 Jahren nicht verstaatlicht. Er hat sich eine Sonderstellung in der Planwirtschaft des einzigen kommunistischen Staates in der westlichen Hemisphäre bewahrt und durfte in privater Hand bleiben.

Die Bauern liefern die Blätter zu vom Staat festgelegten Preisen an die staatlichen Hersteller und Exporteure, die die berühmten Zigarren drehen, verpacken und vor allem im Ausland teuer vermarkten. Kuba ist in eine schwere Wirtschaftskrise geraten. Die Einnahmen aus dem Tourismus gehen zurück, die Preise für Nickel, an denen Kuba verdient hatte, sanken und für die Lebensmittelimporte muss Kuba wegen der Teuerung mittlerweile pro Jahr rund zwei Milliarden Dollar aufbringen. Geld, dass an anderer Stelle fehlt.

Die Regierung hat sich bisher nicht dazu durchringen können, überfällige Wirtschaftsreformen zu beschließen und mehr private Initiativen wie beim Tabakanbau zuzulassen. Sie verordnete dem Land stattdessen ein hartes Sparprogramm und verstärkte die staatliche Kontrolle – indem sie eine Behörde zur Bekämpfung der Korruption schuf.

Wie schlecht es um die Versorgung des Inselstaates derzeit bestellt ist, zeigt die Tatsache, dass alte, bereits vor vielen Jahren wegen
technischer und hygienischer Unzulänglichkeit geschlossene Lebensmittelbetriebe wiedereröffnet werden. So soll nach einem Bericht der Parteizeitung „Granma“ in Santiago de Cuba eine vor neun Jahren dichtgemachte Fabrikation vier Tonnen Plätzchen pro Tag herstellen. Es sei auch eine Konservenfabrik wiedereröffnet worden, die 23 Jahre lang geschlossen gewesen sei.

Und nun auch noch Schwierigkeiten beim Tabak: Das Nationale Statistikamt hatte vor kurzem mitgeteilt, dass die Anbaufläche für Tabak von 28 200 auf 19 800 Hektar geschrumpft sei. Das sei auf „finanzielle Restriktionen“ zurückzuführen. Vorgesehen war den Angaben zufolge eine Ernte von 28 200 Tonnen Tabak, doch werde Kuba in dieser Saison nur 22 500 Tonnen ernten. In der Saison 2008/2009 hatte Kuba noch 25 300 Tonnen Tabakblätter produziert. br>
25.10.2009



 

Castros Schwester arbeitete für CIA

In einem Interview mit dem spanischsprachigen Fernsehsender "Noticias Univision 23" in Miami bekannte Juanita Castro, von 1961 bis 1964 für die USA spioniert zu haben - dem Erzfeind ihres Bruders. In dieser Zeit überlebte Fidel Castro zahlreiche Mordanschläge der CIA. Um den Revolutionär zu töten, schmiedeten die amerikanischen Agenten bisweilen skurrile Pläne: Mal erwog man hochgiftige Zigarren, mal mit Sprengstoff gefüllte Muscheln. Der ehemalige kubanische Abwehrchef Fabián Escalante behauptet, nicht weniger als 638 Anschläge auf Castro seien verübt worden - zumindest acht gab die CIA bisher zu.

Der US-Geheimdienst habe sie damals zu einem Gespräch eingeladen: "Ich war ziemlich schockiert, aber ich sagte zu." Die CIA habe mit ihr sprechen wollen, weil sie "mir interessante Dinge zu sagen hatten und mich um interessante Dinge bitten wollten". Die Zusammenarbeit endete erst, als Juanita 1964 nach Miami ins Exil floh und endgültig mit ihrem Bruder Fidel brach. Dieser regierte Kuba seit 1959 fast ein halbes Jahrhundert. Vor drei Jahren musste er das Amt krankheitsbedingt an seinen Bruder Raúl abgeben.

Die Enthüllung in dem Fernsehinterview kommt rechtzeitig zur Veröffentlichung von Juanitas Autobiografie "Fidel und Raúl, meine Brüder. Die geheime Geschichte", die sie gemeinsam mit der amerikanischen Journalistin María Antonieta Collins aufgezeichnet hat. Sie habe nur die besten Erinnerungen an Raúl: "Er war fröhlich, feierte gerne und machte Späße. Alle liebten ihn." Fidel hingegen habe einen völlig anderen Charakter: "Fidel ist ernster." Mit ihren Brüdern sprach Juanita das letzte Mal vor mehr als vier Jahrzehnten.

Seit ihrer Flucht aus Kuba Mitte der sechziger Jahre marschierte Juanita bei Demonstrationen der Exilkubaner in Miami mit. Einer ihrer Artikel inspirierte Andy Warhol zu der Filmsatire "The Life of Juanita Castro".

Wie sehr die Enthüllung ihrer CIA-Tätigkeit die Brüder schmerzt, kann nur vermutet werden. In einem Interview mit dem amerikanischen TV-Sender ABC sagte Fidel Castro 1977 über Juanita: "Wir haben dasselbe Blut in unseren Adern, aber wir haben unterschiedliche Auffassungen." Eine Schwester zu haben, "die mich angreift, weil wir Revolutionäre sind, nimmt mir nicht meine Ehre, es kränkt mich nicht einmal".

14.10.2009



 

Neue Beweise für Mitwirkung des US-Geheimdienstes bei Anschlägen gegen Kuba - Dokumente über den CIA-Mann Posada Carriles aufgetaucht

Der US-Auslandsgeheimdienst CIA hat enger mit dem antikubanischen Terroristen Luis Posada Carriles zusammengearbeitet, als bisher bekannt war. Das geht aus Dokumenten hervor, die unlängst von dem regierungsunabhängigen Nationalen Sicherheitsarchiv mit Sitz in Washington veröffentlicht wurden. Der gebürtige Kubaner ist seit den frühen 1960er Jahren im bewaffneten Kampf gegen die kubanische Regierung aktiv. Luis Posada Carriles ist geständiger Drahtzieher eines Bombenattentats auf ein kubanisches Linienflugzeug mit 73 Passagieren im Jahr 1976. Sein Fall ist für die USA besonders brisant, weil der heute 81-jährige lange Jahre auch für die CIA arbeitete. Die neuen Dokumente könnten daher Auswirkungen auf ein im Frühjahr 2010 in den USA geplantes Verfahren gegen den Castro-Gegner haben.

Das Forschungsinstitut an der George-Washington-Universität in der US-Hauptstadt hat sich darauf spezialisiert, mit Hilfe des US-amerikanischen Informationsfreiheitsgesetzes Geheimdienstdokumente zu veröffentlichen. Den nun publizierten CIA-Berichten zufolge wurde Posada Carriles schon Mitte 1965 von dem US-Geheimdienst angeworben, um die gewaltbereiten Gruppen des kubanischen Exils auszuspionieren. Im Juli 1966 bat Posada Carriles seinen CIA-Kontaktmann Grover Lythcott um die Erlaubnis, in den Koordinierungskreis von vier Terrorgruppen einzutreten. Es ginge darum, einen gemeinsamen Pool von Geld und Waffen zu bilden, schrieb Posada, der den Decknamen ANCLEVE-15 trug. Zugleich bot er der CIA seine Dienste an: „Ich werde der Gesellschaft (der CIA, d. Red.) alle Informationen liefern, die ich zusammentragen kann.“

Lythcott unterstütze den Antrag des gewaltbereiten Castro-Gegners. Posada Carriles sei „den USA gegenüber loyal“, habe „einen guten Charakter“ und „Sicherheitsbewusstsein“, schrieb der CIA-Kontaktmann seinen Vorgesetzten, um Posada Carriles gar für einen Posten in einer neuen Staatsführung nach dem möglichen Sturz der sozialistischen Regierung in Havanna vorzuschlagen.

Dabei hätte es Lythcott besser wissen können. 1965 bereits war Posada Carriles nach eigenen Angaben an Attentatsplänen gegen kubanische und sowjetische Schiffe im Hafen der mexikanischen Küstenstadt Veracruz beteiligt. Dabei arbeitete er eng mit Jorge Mas Canosa zusammen, der in den 1980er Jahren zum Chef des rechten kubanischen Exils in den USA aufsteigen sollte. Bei den Anschlagsplänen 1965 wurde das gleiche Material benutzt wie bei einem Bombenattentat auf ein kubanisches Zivilflugzeug gut zehn Jahre später. Bei diesem Terrorakt 1976 kamen 73 Menschen ums Leben. „Was mich am meisten erstaunt hat, ist die krasse Fehleinschätzung der CIA“, sagt Peter Kornbluh, Leiter des Kuba-Programms des Nationalen Sicherheitsarchivs. Schließlich gelte Posada Carriles heute als einer der gefährlichsten Terroristen des kubanischen Exils. In den frühen CIA-Berichten werde er jedoch als besonnener und fast friedfertiger Aktivist dargestellt.

Die Aktenfunde könnten sich deswegen auch auf ein Verfahren auswirken, das gegen den ehemaligen CIA-Mann im kommenden März im texanischen El Paso eröffnet werden soll. Dabei muss sich Posada Carriles wegen seiner illegalen Einreise in die USA im Jahr 2005 verantworten (Fluchthelfer USA). Zudem wird dann seine wahrscheinliche Beteiligung an Bombenanschlägen 2007 in Havanna thematisiert. „Dass diese Taten Teil der Anklageschrift sind, ist das Verdienst des Justizministeriums unter Präsident Barack Obama“, sagte Kornbluh am Dienstag im Gespräch mit Telepolis. Tatsächlich stehen die USA im Fall Posada Carriles unter Druck: Sowohl Kuba als auch Venezuela haben wegen des Bombenanschlags 1976 die Auslieferung des Angeklagten beantragt. (Harald Neuber)

13.10.2009



 

Manu Chao besucht Grab von Che Guevara - Konzert in Havanna

Der französisch-spanische Sänger Manu Chao hat sich mit dem Besuch des Grabes des Revolutionär Ernesto "Che" Guevara auf Kuba einen Lebenstraum erfüllt. "Seit vielen Jahren habe ich mich danach gesehnt, an den Ort zu gehen, wo die sterblichen Überreste von Che und seinen Mitstreiter begraben sind", sagte Chao laut einem Bericht der argentinischen Nachrichtenagentur AIN. Der 48-jährige Künstler sagte, Che habe eine "große Bedeutung" für seine Karriere gehabt. Der argentinische Revolutionär sei ein "Sinnbild für die weltweite Linke".

Manu Chao hat vor rund 20.000 Kubanern ein Gedenkkonzert für den argentinischen Revolutionär Ernesto "Che" Guevara gegeben. Nur von einer Gitarre begleitet gab der Künstler am 10.10. an der Universität von Havanna unter anderem seine Hits "Clandestino" und "Desaparecido" zum besten. Viele der Fans trugen "Che"-T-Shirts und erinnerten damit an den genau 42 Jahre zuvor getöteten Guevara. Zu seinen Ehren will Chao am Montag auch ein Konzert in Santa Clara etwa 280 Kilometer östlich von Havanna geben, wo Ches Grab ist.
10.10.2009

Viva la revolución!

 

Fidel Castro lobt Friedensnobelpreis für Obama

Der kubanische Revolutionsführer Fidel Castro hat die Anerkennung des Friedensnobelpreises an US-Präsident Barack Obama als eine "positive Maßnahme" bezeichnet. Das berichten kubanische Medien am Samstag.

Obama war am Freitag als erster Staatschef im ersten Amtsjahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Das Nobelkomitee ehrte ihn für seine Bemühungen um eine Welt ohne Atomwaffen und um die Schaffung eines neuen Klimas in der Weltpolitik.

Diese Auszeichnung "gleicht die Niederlage Obamas in Kopenhagen aus, als Rio de Janeiro und nicht Chicago zum Ausrichtungsort für die Olympischen Spiele 2016 gewählt worden war, wofür ihn seine Gegner unter radikalen Rechten angegriffen haben", zitieren die kubanischen Medien Worte des Comandante aus seiner regelmäßig erscheinenden Kolumne.

"Viele denken, dass er zu Unrecht diesen Preis bekommen hat. Wir wollen in diesem Beschluss mehr als eine Auszeichnung für den US-Präsidenten sehen: Wir sehen darin die Kritik an der Politik des Völkermordes, die viele Präsidenten dieses Landes konsequent verfolgt hatten, was die Welt an die heutige Kreuzung geführt hat; wir sehen darin eine Anleitung an die Welt und die Suche nach Lösungen, die zum Überleben der Menschengattung führen", schreibt Fidel Castro.

Die Verleihung des Friedensnobelpreises an den US-Präsidenten Obama löste widersprüchliche Reaktionen in Südamerika aus: einige Staatschefs gratulierten Obama, während Vertreter der Regierungen von Kuba und Venezuela keinen Anlass sehen, ihn für etwas auszuzeichnen.
02.10.2009



 

Die Revolution streicht das Mittagessen

Das Mittagessen für lau gehört genauso wie die Libreta, die Rationierungskarte, zu den revolutionären Standards in Kuba. Von der warmen Mahlzeit auf Kosten der Revolution müssen sich die kubanischen Arbeitnehmer nun trennen. Das Ende der Libreta ist hingegen nur eine Frage der Zeit.Comedor heißen die rund 25.000 staatlichen Kantinen in Kuba. Hier treffen sich die Arbeitnehmer zum Mittag auf Staatskosten. Die warme Mahlzeit auf Kosten der Revolution war über Jahrzehnte ein unentgeltlicher Service der Revolution. Nun sind deren Tage gezählt. Die Revolution hat den Rechenschieber angelegt und festgestellt, dass der Service für rund drei Millionen Staatsbedienstete zu teuer ist. 350 Millionen US-Dollar kostet der revolutionäre Service und den will man sich nicht mehr leisten. Die ersten vier Kantinen wurden auf experimenteller Basis in vier Ministerien geschlossen, weitere könnten folgen. Als Ausgleich erhalten die Beschäftigten einige Pesos, um sich selbst zu versorgen.

Die Gründe sind vielfältig. So meldet das Parteiblatt “Granma” die Zustände in den Comedores seien skandalös und viele der Kubaner seien mit der Qualität von Essen und Service alles andere als zufrieden. Das bestätigt auch die Sprecherin der kommunistischen Partei Leticia Martínez. Und Marino Murillo, Planungs- und Wirtschaftminister, monierte die Desorganisation des gesamten Sektors, der ohnehin von Schwund und Misswirtschaft geprägt sei. So habe man in 2008 eine Überfluss an Produkten im Wert von rund 35 Millionen US-Dollar vorgefunden. Ein Überhang der in aller Regel in den
Schwarzmarkt abfließt, denn Köche, Kellner und Co. müssen sehen, dass sie noch ein Zubrot zum lausigen Lohn von Vater Staat erwirtschaften.

Der liegt oftmals unterhalb der 20 US-Dollar-Marge, auch wenn der Vergleich hinkt, weil die Kubaner oft keine Mieten zahlen, das Gesundheits- und Bildungssystem unentgeltlich sind und die Lebensmittel auf Rationierungskarte stark subventioniert sind. Doch unstrittig ist, dass die Löhne hinten und vorne nicht reichen, um die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten in Kuba zu decken. Mindestens 1600 kubanische Peso braucht eine vierköpfige Familie laut den Berechnungen des Forschungsinstituts der kubanischen Wirtschaft (CEEC). Doch bestenfalls achthundert Peso hat eine kubanisches Ehepaar in der Lohntüte- “der Rest muss auf anderen Wegen erwirtschaftet werden”, erklärt Omar Everleny Pérez, Wirtschaftswissenschaftler am CEEC. Er begrüßt das Ende der revolutionären Kantinenversorgung. “Unsere Wirtschaft muss produktiver werden und die Maßnahmen der Regierung Ausgaben zu reduzieren und die Beschäftigten in die Pflicht zu nehmen, sind ein Zeichen in diese Richtung”, so der Sozialwissenschaftler. Der ist ähnlich wie vieler seiner Kollegen auch dafür sich von der Rationierungskarte, der Libreta, zu verabschieden und andere Formen der Nahrungsmittelhilfe für ärmere Familien einzuführen. “Viele Kubaner sind doch kaum mehr auf die Libreta angewiesen, weil sie Devisen aus dem Ausland erhalten, im Devisensektor des Landes arbeiten oder über andere Einnahmequellen verfügen”, so der 46-jährige Ökonom. Politisch ist die Abkehr von dem Rationierungsbüchlein ohnehin längst beschlossene Sache, nur die alternativen Sicherungssysteme sind noch nicht entwickelt und beschlossen. Die hätten an und für sich auf dem Parteitag dieser Tage debattiert und beschlossen worden sollen. Doch der Parteitag wurde abgesagt und so wird die libreta den Kubanern noch ein Weilchen erhalten bleiben. Die Tage des unentgeltlichen Mittagsmahl scheinen hingegen gezählt, denn die Revolution muss sparen.

(von Knut Henkel)
02.10.2009



 

Auftritte der New York Philharmonic auf Kuba müssen abgesagt werden

Die für Ende Oktober geplante Konzertreise des New York Philharmonic Orchestra nach Kuba muss aufgrund der Kuba-Politik der USA abgesagt werden. Die amerikanischen Behörden weigerten sich, vermögenden Sponsoren die Reise mit dem Orchester nach Kuba zu erlauben.

Um die Auftritte zwischen dem 30. Oktober und 2. November in Kuba zu finanzieren, hatten sich 150 Gönner dazu bereit erklärt, jeweils 10.000 US-Dollar zu spenden. Die Einladung zu dieser Reise erfolgte durch die kubanische Regierung.

Während eine Reise der Orchestermitglieder ins nach wie vor mit Sanktionen belegte Land toleriert würde, stellten sich die US-Behörden gegen die gleichzeitige Einreise der Donatoren. Da die Reise ohne die finanzielle Unterstützung der Sponsoren nicht möglich ist und sich die Behörden selbst durch Intervention New Yorker Politiker nicht umstimmen ließen, musste die Reise nun abgesagt werden.

Interessant ist diese Entscheidung vor allem in Bezug auf die Reise des Orchesters nach Nordkorea. Als das Ensemble vor zwei Jahren diese Schlagzeilen trächtige Reise nach Pjöngjang antrat, wurde die Mitreise ihrer Sponsoren und Gönner laut New York Times von den US-Behörden problemlos gestattet.

Das New York Philharmonic Orchestra will das Vorhaben jedoch nicht völlig aufgeben und strebt eigenen Angaben zufolge an, im nächsten Jahr einen neuen Versuch zu starten, um die Auftritte realisieren zu können.
30.09.2009



 

Annäherung zwischen USA und Kuba

Kuba und die USA führen zum ersten Mal seit Jahren wieder Gespräche auf höherer Ebene miteinander. Bisa Williams – Vizeabteilungsleiterin im Außenamt – ist mit Dagoberto Rodriguez zusammengetroffen. Diesem untersteht in der kubanischen Regierung der Posten des Vizeaußenministers.

Bereits am Dienstag bestätigte das Au0enministerium der USA den Kontakt zwischen Williams und Rodriguez. Bei dem sechstägigen Besuch sei es darum gegangen, zwischen dem kommunistischen Kuba und der USA wieder einen geregelten Postverkehr zu ermöglichen.

Allerdings habe man parallel auch über Fragen der Flüchtlinge von Kuba in die USA gesprochen. Seit dem Sturz von Fulgencio Batista – dem kubanischen Diktator von Washingtons Gnaden – durch Fidel Castro, herrscht zwischen den USA und Kuba ein eisiges Klima.

Mehrfach versuchte Washington Castro in den Jahren nach der Revolution zu ermorden und unterstützte auch die missglückte Invasion in der Schweinebucht. Zuletzt hatten Vertreter beider Staaten offiziell vor sieben Jahren auf dieser Ebene miteinander kommuniziert.
26.09.2009



 

Kuba plant den strukturellen Wandel - Havanna sucht den »Sozialismus mit Pep«

Der wiederholt verschobene 6. Parteitag der KP Kubas wird 2009 definitiv nicht stattfinden. Erst soll das alltägliche politische Feld so bestellt werden, dass der Kongress strategische Analysen und Richtlinien vornehmen und -geben kann.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Es habe keinen Sinn sich nur der Form halber zu beeilen, wenn nicht gewährleistet sei, dass der Kongress die wesentlichen strategischen Aufgaben des Landes analysiert und klare Richtlinien für die Zukunft verabschiedet werden können. So begründete Präsident Raúl Castro, der 2. Sekretär der Kommunistischen Partei Kubas, im August die Verschiebung des 6. Parteitages. Was Kuba anzupacken habe, machte Castro klar: Bürokratieabbau, die Abschaffung von »Unentgeltlichkeiten insoweit sie nicht von der Verfassung garantiert sind«, ein Ende der Gleichmacherei, die Streichung von nicht zu rechtfertigenden Subventionen, eine Renovierung der Volksbildung und der Landwirtschaft sowie angemessene Strenge gegenüber Korruption und Rosstäuschereien. Die Liste ist lang.

Betriebsküchen mussten dicht machen (»oft genug Quellen für enormen Diebstahl und den Schwarzmarkt«). Im Gegenzug bekommen Arbeiter und Angestellte der betroffenen Betriebe und Verwaltungen pro Arbeitstag 15 Pesos zusätzlich, was sich fast zu einem zweiten Monatsgehalt summiert, um sich »auf der Straße« oder von zu Hause selbst zu versorgen. Simultan dazu erhalten private Kioskbesitzer und Taxifahrer wieder Lizenzen. Wer, egal ob Kubaner oder Ausländer in den vergangenen Jahren die kubanischen Pass- und Zollkontrollen mit mühsam gebändigter Wut über sich ergehen lassen musste – Schikanen und Bestechungen waren an der Tagesordnung – wundert sich heute längst nicht mehr, wie nett, effizient und schnell die neuen jungen Zöllner und Zöllnerinnen sind, die nicht durch sowjetische oder DDR-Ausbildungsschulen verformt wurden.

In der Parteizeitung »Granma« fragt der 16-jährige Alejandro, warum sich der Sozialismus eher von Ideologie als von Ästhetik leiten lasse? Ob es eine andere Option für Kuba gebe? Ob »Sozialismus mit Pep« unmöglich sei? »Granma« antwortete mit drei Zweispaltern freundlich und geduldig. Da heißt es unter anderem: »Wir alle sind mit der Vorstellung aufgewachsen, dass die Wiege des Sozialismus in Osteuropa, speziell in der UdSSR stehe«, bis man aus dem Traum erwachte, als diese Sozialisten das bereits mit Schlagseite schlingernde Schiff verließen. »Granma« erinnert an den Gründer der ersten marxistisch-leninistischen Partei Kubas Julio Antonio Mella, der prophetisch davor gewarnt hatte, die sowjetischen Erfahrungen zu übernehmen, denn: »unsere Partei muss auf denkende und nicht gezähmte Menschen bauen.« Und deswegen der Pep? Wird kommen, ist die »Granma« sicher. Er sei bereits im Gange – mit Tausenden Bibliotheken, Kulturveranstaltungen, Hunderten Museen, mit einer Zensur, die nur noch im äußersten Notfall eingreift. Überall werde getanzt, gebe es Festivals des Balletts, des Buches, der abstrakten Malerei, des Raps und Funks. Und ohnehin: Bildung für alle, Gesundheit für alle, Kultur und Sport für alle. Die »krankhafte Besessenheit« von Betriebsleitern usw., Schranken gegenüber Journalisten zu errichten, die Gesetzeswidrigkeiten oder Schludereien auf der Spur sind, werde wohl erst dann endgültig verschwinden, wenn sich das neue Denken Platz verschafft hat. Die »Granma« leistet dazu ihren Beitrag.
20.09.2009



 

Eine Million Kubaner bei Juanes-Konzert in Havanna

In Kubas Hauptstadt Havanna sind etwa eine Million Menschen zu einem Konzert unter dem Motto "Frieden ohne Grenzen" zusammengeströmt. Die kostenlose Veranstaltung auf dem Platz der Revolution war den Organisatoren zufolge die größte derartige Veranstaltung seit der kubanischen Revolution. Star des Abends war der kolumbianische Popstar Juanes, der verkündete: "Wie müssen aus Hass Liebe werden lassen." Tausende Fans harrten schon Stunden vor Beginn in brütender Hitze auf dem Revolutionsplatz aus. Die meisten von ihnen trugen als Zeichen des Friedens weiße T-Shirts. Einige hatten Plakate mit Aufschriften wie «Frieden auf der Erde» bei sich. Eröffnet wurde die Show von der puertoricanischen Sängerin Olga Tanon. «Wir werden gemeinsam Geschichte schreiben», sagte sie unter dem Jubel der Fans. Geplant waren auch Auftritte des kubanischen Folksängers Silvio Rodriguez, der Salsaband Los Van Van sowie von Gastmusikern unter anderem aus Spanien, Italien und Ecuador.

Seiner Aufforderung folgend, erschien die Menge weißgekleidet auf dem riesigen Platz im Zentrum Havannas, der traditionell Schauplatz flammender Reden des Revolutionsführers Fidel Castro war. 1998 hatte der mittlerweile verstorbene Papst Johannes Paul II. auf dem Platz eine Messe gelesen.

Das Konzert war als Beitrag zur Verständigung zwischen Kuba und den USA gedacht, US-Präsident Barack Obama hatte es im Vorfeld begrüßt. Dagegen hatten rechtsgerichtete exilkubanische Gruppen in Miami den dort mit seiner Familie lebenden 37-jährigen Liedermacher Juanes aus Protest gegen das Konzert mit dem Tod bedroht und CDs mit seinen Liedern zerstört.

Zusammen mit Juanes, der mit "La Camisa Negra" einen Welthit landete und insgesamt 17 Latin-Grammys gewann, sollten im Laufe des Abends unter anderem die Gruppe Los Van Van sowie Silvio Rodríguez aus Kuba, der Spanier Miguel Bosé, der Italiener Jovanotti und Olga Tañon aus Puerto Rico auftreten. Juanes seinerseits hatte angekündigt, dass er ein neu komponiertes Lied mit dem Titel "Cubano Soy" (Ich bin Kubaner) vortragen werde, das er als "Hommage an die kubanische Familie im In- und Ausland" bezeichnete.

Viva la revolución!

19.09.2009



 

Havanna freut sich auf Juanes - Megakonzert »Frieden ohne Grenzen« auf dem Platz der Revolution

Havanna fiebert dem Open-Air-Ereignis mit dem Titel »Frieden ohne Grenzen« entgegen. 15 in- und ausländische Bands treten unentgeltlich auf dem Platz der Revolution auf, darunter der kolumbianische Rockstar Juanes und der spanische Popsänger Miguel Bosé.

Seit Mitte der Woche steht die Bühne, sind die Kabel installiert, die Standorte für Lautsprecher und die Riesenleinwand skizziert – das Mega-Konzert für den »Frieden ohne Grenzen« kann beginnen. Auf der Bühne: der 37-jährige kolumbianische Popsänger, Komponist und zwölfmalige Grammy-Gewinner Juanes (Juan Esteban Aristizabal) und seine 14 Kollegen aus Kuba, Spanien, Ecuador, Italien und Puerto Rico. Ab 14 Uhr Ortszeit werden sie am Sonntag vor einem Auditorium von 600 000 auf Anregung Juanes weißgekleideten Kubanerinnen und Kubanern aufspielen.

Im Vorfeld des Konzertes gab es Proteste seitens der Exil-Kubaner in Miami, Oppositionelle fordern ihn zu politischem Protest auf. Kubas Untergrund-Opposition forderte die Musiker auf, bei dem Auftritt die Freilassung der politischen Häftlinge in dem kommunistischen Staat einzufordern. Der christdemokratische Oppositionsführer Oswaldo Payá schrieb in einer Erklärung an Juanes und Bosé, sie müssten «Stellung beziehen, indem sie sagen, ob sie für die Freilassung aller politischen Häftlinge eintreten».

Kubas Außenminister Bruno Rodríguez erklärte, das Ereignis sei eine Kundgebung gegen das Wirtschaftsembargo der USA gegen die Karibikinsel. Hingegen kritisierte der eigentlich regimetreue Sänger Amaury Pérez die kubanischen Behörden: Es sei nicht hinzunehmen, dass viele Künstler in Kuba faktisch ein Auftrittsverbot hätten.
17.09.2009



 

Kubas Regierung berichtet über Schäden des US Wirtschaftsembargos

Laut Mitteilung der kubanischen Regierung verursachte die Wirtschaftsblockade gegen Kuba bisher einen Schaden von ungefähr US $ 236,2 Milliarden. Die Politik des ehemaligen US Präsidenten George Bush sei “brutal” gewesen.

Die kubanische Regierung hat am Mittwoch (16) mitgeteilt, dass der amerikanische Präsident, Barack Obama, “weniger aggressiv” als seine Vorgänger in Bezug auf Kuba agiere. Seine Maßnahmen zur Öffnung des Embargos seien allerdings “sehr begrenzt und völlig unzureichend.”

Der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez präsentierte auf einer Pressekonferenz den jährlichen Bericht über die Auswirkungen der wirtschaftlichen und handelspolitischen US-Blockade gegen Kuba. Nach Angaben des Ministeriums hatte Kuba seit der Einführung des Embargos im Jahre 1962 Verluste von US $ 236,2 Mrd. zu verkraften.

Rodriguez wiederholte das Wort “brutal” mehrmals, wenn es um die Regierungszeit des Ex US Präsidenten Bush ging. Sein Vokabular war in Bezug auf Barack Obama viel vorsichtiger. Er bezeichnete ihn als eleganten, modernen Politiker, der Veränderungen herbeiführen möchte.

“Wo ist die Veränderung der Blockade? Es gibt keine Änderung”, klagte der Minister. Er sagte, dass laut einer Studie 76 Prozent der amerikanischen Bevölkerung für eine Aufhebung des Embargos seien.

Der Jahresbericht zeigt einige der Folgen des Embargos auf: Kuba hat 25 Millionen US Dollar auf dem Gesundheitssektor zwischen Mai 2008 und April 2009 verloren, 121,8 Millionen Dollar zwischen April 2008 und März 2009 in der Agrar-Industrie, 3,8 Millionen Dollar in der Hochschulbildung und 357 Millionen Dollar in der Transportwirtschaft.
17.09.2009



 

UNO lobt Kubas Gesundheitssystem - Karibikinsel in Seuchenbekämpfung Vorbild für die Dritte Welt

In Sachen Gesundheitsversorgung ist Kuba ein Vorbild für die gesamte Dritte Welt. Das attestieren die Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen oder deren panamerikanische Ableger mit ihren Zertifikaten Jahr für Jahr. Seit Wochen ist es in Kuba glühend heiß, am Nachmittag ist ein kurzer aber starker Regenguss zu erwarten, schlimmstenfalls scheint danach noch eine Stunde die Sonne, so dass das Regenwasser in dichten Schwarten verdampft. Das ist der ideale Nährboden für Seuchen. Mit Dreien – Dengue, Bindehautentzündung und A-Grippe schlagen sich hier im Moment Zigtausend Ärzte, Paramediziner, Krankenschwestern, Kammerjäger und freiwillige Helfer herum: Sie gehen von Haus zu Haus und messen Fiber, wer 37,5 hat, wird für eine Woche zur Quarantäne in ein Krankenhaus eingeliefert.

In Havanna rumoren von früh bis spät die »Bazookas«, das sind Geräte, mit denen man die Wohnungen ausräuchert. Doch man kann die Ansteckungsgefahr zwar auf ein Minimum beschränken, vermeiden lässt sie sich nicht. Die Gesundheitsbehörden hatten schon vor Monaten, als erstmals von der Schweinegrippe die Rede war, versichert, dass sie jedwede Vorsorge getroffen hätten, um Schlimmes zu verhindern. 553 Medikamente, die zur Grundausstattung gehören, produziert das Land inzwischen selbst. 307 müssen importiert werden – aufgrund der US-Blockade, die gerade von Barack Obama für ein Jahr verlängert wurde, meist zum doppelten oder dreifachen Preis.

Dahingegen unterziehen die USA zum ersten Mal seit 50 Jahren ein in Kuba nach jahrelanger Forschungsarbeit erzeugtes Medikament gegen nichtoperable Krebsarten einer klinischen Prüfung. Das Präparat Nimotuzumab heilt nicht, aber verlängert das Leben. Ein anderes Medikament gegen Lungenkrebs (Montanide) wurde bereits erfolgreich geprüft. Es reduziert das Leiden auf den Status »chronisch«, das heißt, nicht heilbar, aber unter Kontrolle.

Die Hepatitis B wird in Kuba bis Ende des Jahre eliminiert sein durch die Anwendung des im hiesigen Zentrum für Biotechnologie entwickelten Heberbiovac HB. Kuba hat dieser Tage auch 18 US-amerikanischen Firmen angeboten, über eine Lizenz für ein kubanisches Produkt der Biotechnologie zu verhandeln – einzigartig in der Welt – das in der Lage ist, die durch Diabetes notwendigen Amputationen drastisch zu reduzieren. Allein in den USA müssen jährlich 80 000 solcher Fälle behandelt werden. Die Anzahl könnte durch Heberprot-P um die Hälfte vermindert werden.

Die Blockade schadet in zunehmenden Maße nun auch den USA selbst, denn die Reputation der kubanischen Wissenschaftler ist groß. Auch in der Aids-Forschung liegen sie weit vorn. Kuba produziert einen Cocktail von Medikamenten der verhindert, dass die Patienten dem Tode geweiht sind.

Seit dem Sieg der Revolution hat Kuba 100 000 Mediziner ausgebildet, von denen viele zeitweise in bedürftigen Ländern praktizieren. Der chinesische Vizepräsident Xi Jinping hat in Peking mit dem Vizepräsidenten des kubanischen Ministerrats, Ricardo Cabrisas, unter anderem ein Abkommen unterzeichnet, das eine engere Zusammenarbeit beider Länder auf dem Gebiet der Biotechnologie vorsieht. Unterdessen übergab Chinas Nummer 2, Wu Banguo, in Havanna der hiesigen Regierung einen Kredit von 600 Millionen Dollar – zinslos bzw. zu Vorzugsbedingungen. Er ist vorwiegend für den Ausbau kubanischer Infrastrukturen gedacht. Eine sinnvolle Investition.

Medizinisch gesehen ist Kuba fast so etwas wie eine Großmacht. Seit der Revolution im Jahre 1959 hat das Land Riesensummen in den Aufbau eines Gesundheitssystems investiert, das weltweit seinesgleichen sucht. Jede Kubanerin und jeder Kubaner haben den gesetzlichen Anspruch auf eine umfassende Gesundheitsfürsorge, die Unfall-, Kranken-, Pflege-, und Arbeitslosenversicherung finanziert der Staat über Steuern.

Vor der Revolution gab es auf der Insel 6000 Ärzte, von denen es dann die Hälfte vorzog, das Weite zu suchen. Heute sind auf der Insel etwa 60000 Mediziner registriert – womit jeder Arzt nur etwa 163 Patienten zu betreuen hat (BRD: 298). Darüber hinaus ist das ganze Land mit einem Netz von Polikliniken überzogen, die selbst komplizierte Erkrankungen oder Verletzungen behandeln können. Jede Siedlung verfügt darüber hinaus über einen »Familienarzt«, dessen Wohnung sich unmittelbar neben der Praxis befindet, womit eine Versorgung rund um die Uhr gesichert ist. Im Durchschnitt gibt es nur 4,7 Todesfälle bei 1000 Geburten – Kuba gehört damit weltweit zu den 36 Staaten mit der geringsten Kindersterblichkeit. In dieser Hinsicht wird die Insel auf dem gesamten amerikanischen Kontinent nur von Kanada übertroffen.

14.09.2009



 

Internet fürs Volk

Die Bevölkerung des kommunistischen Inselstaats macht einen Schritt zur Meinungsfreiheit: Internet wird für die Bürger zugänglich gemacht. An diesem Samstag hat der Minister für Kommunikation, Ramiro Valdes, in einem Beschluss den freien Zugang zum Internet festgelegt. Somit können die Kubaner nun beinahe alle Webseiten aufrufen, darunter sämtliche Zeitungen der Welt. In den örtlichen Postämtern sollen Computer eingerichtet werden, damit die Kubaner dort surfen können.

Blogger und unabhängige Journalisten auf Kuba
leiden allerdings nach wie vor unter systematischen Schikanen . Kuba hat zwar die niedrigste Rate der Internet-Nutzung auf dem Kontinent, aber es ist eine überraschend aktive Gemeinschaft von Bloggern auf der Insel entstanden, dies trotz staatlicher Einschüchterung und Hindernissen, wie zum Beispiel die hohen Kosten für Verbindungen in das Netzwerk. Auch wenn die monatlichen Kosten von circa 45 Euro - bei einem Monatslohn von knapp 12 Euro - ohne Auslandshilfe unbezahlbar sind, die Regierung macht den Bloggern das Leben zwar schwer, aber nicht unmöglich.

Laut einem Bericht des "Committee to Protect Journalists" (CPJ), eine in New York ansässige Nichtregierungsorganisation für Pressefreiheit und das Recht der Journalisten auf repressionsfreie Berichterstattung, sind 22 digitale Journalisten auf Kuba inhaftiert. Die kubanische Regierung toleriert viele andere, aber ihre Web-Seiten werden von Hackern infiltriert und einige Blogs wurden von den Behörden in Frage gestellt oder einfach blockiert.

Die Blogger-Szene ist grob in drei Gruppen gespalten. Den kritischen "alternativos" stehen die regierungstreuen "oficialistas" gegenüber, und irgendwo dazwischen gibt es noch ein paar Unpolitische.
"Alternativos" klingt nach Alternative; eine gemeinsame Linie verbindet sie aber nicht. Bekannteste Vertreterin der Gruppe ist Yoani Sánchez. Ihr Blog Generación Y erscheint in 17 Sprachen. In Kuba ist der Blog gesperrt, Sánchez selbst wird überwacht. Die Bloggerin betont dabei, keine Dissidentin zu sein. Ihr Protest ist eher subtil: Sie beschreibt einfach den skurrilen Alltag in ihrem Land. Andere, wie Celaya und ihr Blog Sin Evasión, bezeichnen sich offen als regimekritisch.

Die meisten exilkubanischen Blogs werden in den USA geschrieben, wo sich wiederum der Einfluss der konservativen Lobby bemerkbar macht. Als der kolumbianische Sänger Juanes kürzlich ein Konzert in Havanna ankündigte, ging ein Aufschrei durch die kubanische Gemeinde in den USA, die sich von Blogs auf andere Medien ausbreitete. Doch auch hier ist die Blogosphäre kein Einheitsblock mehr. Gerade die Jüngeren wenden sich zunehmend vom radikalen Anticastrismus ihrer Eltern ab und fordern ein besseres Verhältnis zur Heimat.

12.09.2009

Viva la revolución!

 

Kubas Vizepräsident Juan Almeida Bosque ist tot

Juan Almeida Bosque, einer der engsten Mitstreiter Fidel Castros, ist tot. Der 82-jährige Vizepräsident von Kuba erlag einem Herzversagen.

Kubas Revolutionsführer Fidel Castro hat einen seiner engsten Weggefährten verloren: Juan Almeida Bosque, der an seiner Seite
gegen den Diktator Fulgencio Batista gekämpft hatte, starb im Alter von 82 Jahren. Wie die staatlichen Medien am Samstag berichteten, erlag Almeida einem Herzversagen. Er war kubanischer Vizepräsident und gehörte dem mächtigen Politbüro der Kommunistischen Partei an.

Die Regierung in Havanna ordnete Staatstrauer an. Almeida werde "in den Herzen und Köpfen" der Kubaner ewig weiterleben, hieß es in der offiziellen Trauerbotschaft. In allen Provinzhauptstädten sollen Fotos von Almeida aufgestellt werden, vor denen die Bevölkerung Abschied nehmen kann. Almeidas Leichnam wird nicht öffentlich aufgebahrt. Almeidas Begräbnis mit militärischen Ehren werde nach seinem letzten Willen in den Bergen der Provinz Santiago de Cuba stattfinden, teilte die Kommunistische Partei mit. Der genaue Zeitpunkt müsse noch festgelegt werden.

Almeida, von Beruf Maurer, der bereits im Alter von elf Jahren zu arbeiten begann, war einer von drei Männern, denen der Titel "Comandante de la Revolución" (Kommandant der Revolution) - neben Che Guevara und Camilo Cienfuegos - verliehen wurde. Er war 1953 an dem fehlgeschlagenen Angriff auf die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba beteiligt, der als Beginn des Aufstands gegen das Batista-Regime gilt. Nach dem endgültigen Sieg über den Diktator 1959 gehörte Almeida zu den mächtigsten Männern Kubas.

06.09.2009

Viva la revolución!

Kubanische Kampagne zur Bekämpfung von AIDS
 

Anstieg von AIDS auf Kuba

Die kubanischen Behörden haben auf einen bedrohlichen Anstieg der Fälle von AIDS hingewiesen und die Bevölkerung eindringlich gewarnt, bei der Einhaltung der Vorsichtsmassnahmen nachzulassen. Wie Daten des Gesundheitsministeriums besagen, wurden auf der Insel im Jahr 2008 über 1.300 neue Fälle von AIDS registriert, während man für dieses Jahr 1.400 neue Fälle erwartet.

Jorge Pérez, stellvertretender Direktor des medizinischen Tropeninstituts von La Habana sagte dazu, die Bevölkerungsschicht mit einem Alter zwischen 19 und 24 Jahren sei die am stärksten gefährdete Gruppe für Ansteckungen mit der tödlichen Krankheit. Dies besagt eine Reportage der staatlichen Nachrichtenagentur “Prensa Latina” am Sonntag (6.9.). Der Anstieg von 1.400 weiteren Fällen im Jahr 2009 sei jedoch nur eine Prognose “laut der aktuellen Geschwindigkeit der Verbreitung der Krankheit”, so der Report. Pérez rief die Bevölkerung auf, “mehr sexuelle Verantwortung” zu zeigen.

Nach offiziellen Angaben liegt die insgesamt registrierte Zahl der AIDS - Fälle auf Kuba bei 11.469 Menschen. Davon brach die Krankheit bei 4.602 Personen aus und 1.864 Menschen erlagen dem Leiden. Der erste Fall von AIDS wurde auf Kuba im Jahr 1986 registriert. Auf der Insel, wo die medizinische Versorgung für die Bevölkerung kostenlos ist, gibt es ein nationales Programm zur Bekämpfung von AIDS und die Patienten werden mit speziell von kubaischen Laboratorien entwickelten Medikamenten behandelt. Diese weisen zunehmend eine positive Bilanz bei der Behandlung auf - die Zahl der Todesfälle bei erkrankten Menschen konnte in den letzten Jahren bedeutend gesenkt werden.

04.09.2009



 

US-Regierung lockert Sanktionen gegen Kuba

Fast vier Monate nach der Ankündigung von US-Präsident Barack Obama, die Beziehungen zu Kuba verbessern zu wollen, sind die laufenden Sanktionen gegen den Inselstaat gelockert worden. Wie die "Washington Post" berichtet, hob die Abteilung des Finanzministeriums gestern Beschränkungen beim Reiseverkehr, Geldtransfer und in der Telekommunikation auf. In den USA lebende Exil-Kubaner sollen fortan ihre Familienangehörige in Kuba besuchen dürfen. Damit soll der "Kontakt mit den seit Jahren getrennten Familien" wieder hergestellt und der "Geld-und Informationsfluss" gesteigert werden, so das Ministerium. US-Amerikaner durften zuvor nur alle drei Jahre ihre Familien in Kuba besuchen. Zudem gab es strenge Beschränkungen im Überweisungsverkehr.

Gleichwohl behindert die US-Regierung noch immer Reisen von Wissenschaftlern ihres Landes nach Kuba. Anlässlich des XX Internationalen Kongresses für Orthopädie und Traumatologie in Bayamo, der vom 21. bis 26. September 2009 auf Kuba stattfindet, werden keine Teilnehmer aus den USA anwesend sein. Dr. Rodrigo Cambras Alvarez, Präsident der kubanischen Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie, berichtete, dass die aus den USA eingeladenen Ärzte die erforderliche Genehmigung des Außenministerium oder Finanzministerium nicht erhalten haben.

02.09.2009



 

Mehrheit der Kuba-Amerikaner für Aufhebung des US Embargos

Eine Umfrage, die von der Firma Bendixen & Associates sowie vom Miami Herald am Dienstag (01) veröffentlicht wurde, ergab, dass 41 % der Kuba-Amerikaner für die Aufhebung des US Embargos sind, während 40 % für eine Beibehaltung votierten.

Fernand Amandi, Vice President von Bendixen, sagte, dass die Umfrage eine “Evolution des Denkens” in der Gemeinde der 1,5 Millionen Kuba - Amerikaner darstelle.

Die Revolution von Fidel Castro in Kuba im Jahr 1959 führte zu einer rapiden Verschlechterung der Beziehungen mit den USA. Washington brach die diplomatischen Beziehungen zu Havanna im Jahr 1961 ab und verhängte ein Handelsembargo im folgenden Jahr, begründet durch die Nationalisierung der amerikanischen Unternehmen und die Sorge um den Castro-Kommunismus.

Laut Amandi wäre der hohe Grad an Unterstützung für die Aufhebung des Embargos vor sechs oder sieben Jahren als eine “Ketzerei” innerhalb der kubanischen Exilgemeinde bezeichnet worden. Die Umfrage wurde am 24. August mit 400 Kuba-Amerikanern im ganzen Land durchgeführt.

Präsident Barack Obama hat gesagt, er will einen “Neuanfang schmieden” in den Beziehungen mit Kuba, gleichzeitig wurde im April das Embargo gelockert. Beschränkungen für Familien, die ihre Verwandten besuchen wollen, wurden aufgehoben und die Kuba-Amerikaner können ihren Angehörigen Geld durch Überweisungen zukommen lassen. Diplomaten teilten mit, dass die Diskussionen über die Wiederherstellung der Direct-Mail-Dienste in diesem Monat geschehen sollen. All dies sind Gründe weshalb eine Evolution in der Denkweise der Menschen stattgefunden hat, so Amandi.

Zur gleichen Zeit machte Barack Obama allerdings klar, dass er das Embargo aufrechterhalten würde, bis sich Kuba verpflichtet, die politischen Gefangenen freizulassen und die Menschenrechtslage auf der Karibikinsel zu verbessern. Die kubanische Führung teilte ebenfalls mit, dass sie sich nicht erpressen lasse und am Kommunismus als Staatsform festhalten würde.
(http://karibik.mediaquell.com/)

01.09.2009



 

USA und Kuba sprechen über Postverkehr

Die USA und Kuba wollen nach Angaben von Diplomaten Gespräche über die Wiederaufnahme direkter Postsendungen führen. Seit 1963 gibt es keinen direkten Postverkehr mehr. Die Verhandlungen seien für Mitte September geplant, hiess es am Dienstag. Damit nähern sich beide Staaten offenbar weiter an. Im Juli sprachen Washington und Kuba nach sechsjähriger Unterbrechung bereits erstmals wieder über Einwanderungsfragen. Der direkte Postverkehr wurde 1963 gestoppt. Seitdem werden Briefe und Pakete nur über Drittländer verschickt.

28.08.2009



 

Immer weniger Kubaner flüchten in die USA

In den letzten Wochen und Monaten ist die Zahl der Kubanischen Flüchtlinge, welche von Kuba über die “Florida Straße” in die USA flüchten, um mehr als die Hälfte gefallen.

Es ist dies die niedrigste Flüchtlingsrate seit fast einem Jahrzehnt. Mehrere Faktoren seien laut Aussage von Analysten dafür verantwortlich. Es sei eine Kombination von Faktoren, unter anderem sei der US-Wirtschaftsabschwung verantwortlich. Andere Gründe sind die verstärkten Anstrengungen der US-Strafverfolgungsbehörden gegenüber Menschenschmuggler, aber auch die gelockerten US-Einreisebeschränkungen für Kuba-Amerikaner.

Menschenschmuggler werden inzwischen in den USA härter verfolgt und bestraft. Von 35 Strafverfolgungen im Jahr 2006 stieg die Zahl auf 125 im Jahre 2008 an.

Die Arbeitslosenquote in Miami - 11.6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit fast ein Anstieg um das Doppelte - könnte einer der Hauptgründe für den Rückgang des Flüchtlingsaufkommens sein. Somit ist es natürlich für Kuba-Amerikaner wesentlich schwerer geworden, bis zu 10.000 Euro pro Person an die Familien der Flüchtlinge zu zahlen, damit diese von den Menschenschmugglern in die USA gebracht werden. Die meisten Leute, die von Kuba weggegangen sind, verließen die Insel mit Schmugglerbanden und das ist nun weitgehend beendet, da das Geld versiegt ist. Die Wirtschaftskrise hat dies bewirkt”. Zur gleichen Zeit auf der Insel gibt es eine abwartende Haltung, wie der kubanische Präsident Raul Castro die wirtschaftliche Krise behandelt.

Vom 1. Oktober 2008 bis zum 31. Juli 2009 hat die US-Küstenwache durchschnittlich 72 Kubaner im Monat abgefangen, im Vergleich zu 183 in den Monaten des vergehenden Jahres. Das letzte Mal, dass diese Zahlen so niedrig waren, war im Jahr 2002, ein Jahr nach den Angriffen auf die USA vom 11. September. Die US Küstenwache teilte mit, dass es eine enorme Abnahme der Flüchtlinge, die die USA auf dem Seeweg erreichen wollen, seit dem vergangenen Jahr gegeben hat und zwar von fast 4.000 jährlich auf momentan etwa 1.000. Die Zahl derjenigen, die über Mexiko einwandern, ist ebenfalls stark gesunken. Zwischen Oktober 2008 und Juli 2009 waren dies 5.000 Personen, verglichen mit fast 9.000 im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor, sagten die Grenzbehörden.

Nach US-Recht, bekannt als “Wet-foot, Dry-foot” sind Kubaner, die sich nicht mehr auf dem Meer befinden, also nicht auf “nassem Fuß”, gemäß US Recht politische Flüchtlinge wenn sie den Boden der USA betreten. Ihnen wird der Status eines politischen Flüchtlings zugestanden. Somit dürfen sie in den USA bleiben. Wird er auf dem Meer aufgegriffen, wird er in der Regel nach Hause geschickt.

Jose Ponce, 39, der vor 15 Jahren mit dem Schiff aus Havanna nach Miami flüchtete, sagt, er spürt einen Wechsel in der Art wie der Menschenschmuggel inzwischen in Florida wahrgenommen wird. “Vorher war es einfach ein Schmuggel, es hat keinen interessiert. Nun ist es “Menschenhandel”, und wenn jemand stirbt …. es ist eine sehr große Sache. Früher war es normal. Ein Kubaner versuchte einem anderen Kubaner zu helfen”, sagt Ponce. Ponce sagte auch, zwei seiner Freunde wurden von den Kubanern gefangen, als sie im vergangenen Jahr zurück auf die Insel gingen. Nun verbüßen sie Haftstrafen von 25 Jahren in kubanischen Gefängnissen.

Nach den Änderungen im vergangenen Frühjahr durch Präsident Barack Obama, ist es auch leichter für die Kubaner die USA zu besuchen und Gelder für ihre Familien nach Kuba zu transferieren. Vielleicht Vermindert dies ihrer Verzweiflung zu flüchten. Das Jahr mit der höchsten Zahl von Migranten in den letzten zehn Jahren fiel zusammen mit den Einschränkungen, welche die Bush-Administration damals auf ganze Familie anwendete.

Leydi Tasse, aus Kuba, die sich seit einem Jahr legal in Florida befindet und in einem Tampa Reisebüro, spezialisiert auf Reisen nach Kuba arbeitet, glaubt, dass nun weniger Kubaner versuchen illegal in die USA zu kommen weil es leichter für ihre US-amerikanischen Verwandten geworden ist eine Petition für sie zu bekommen.

Ted Henken, Assistant Professor of Hispanic Studies am Baruch College in New York, der kubanische Migration studiert hat, hat einen anderen Ansatz: “Die heutige Generation ist ehrgeizig, sie sind jung und fleißig, Doch der wirtschaftliche Abschwung hat sie veranlasst zögerlich über das Leben in den USA zu denken “In einer wirtschaftlichen Krise ist es besser in einem sozialistischen Land zu leben. Das könnte ein Teil der Mathematik der Leute sein”, sagte er.
(http://karibik.mediaquell.com/)

25.08.2009



 

Fidel Castro in alter Frische?

Das kubanische Fernsehen zeigte den wieder aufgestandenen Revolutionsführer in erstaunlich vitalem Zustand.

Bereits zu seinen 83. Geburtstag vor zwei Wochen zeigten die kubanischen Medien den Ex-Präsidenten in weißem Sportsakko. In Kuba ist anlässlich dieses Geburtstages ein Foto des Ex-Präsidenten veröffentlicht worden, das ihn in unerwartet guter Verfassung zeigt. Die Aufnahme ist Teil einer Ausstellung in der kubanischen Hauptstadt und stammt von Fidels Sohn Alex Castro, einem professionellen Fotografen. Dieser hatte seinen Vater mit gestutztem Bart und weißem Sportsakko im Gespräch mit anderen Personen erst vor kurzem fotografiert.

Castro ist seit seinem krankheitsbedingten Rückzug aus der Staatsführung vor drei Jahren nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten. Zuletzt waren zu Beginn dieses Jahres Fotos veröffentlicht worden, die ihn mit der argentinischen Präsidentin Cristina Kirchner und dem inzwischen gestützten honduranischen Staatschef Manuel Zelaya zeigten.

Viva la revolución!

Fidel Castro im Januar
23.08.2009



 

Fidel Castro trifft Ecuadors Präsident Correa auf Kuba

Kubas Revolutionsführer Fidel Castro ist am Freitag für mehrere Stunden mit dem ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa zusammengekommen. Correa hielt sich laut ecuadorianischen Medienberichten wegen einer medizinischen Untersuchung in Kuba auf.

Die kubanischen Staatsmedien veröffentlichten ein Foto mit den beiden Politikern. Erstmals seit langen erschien der 83-jährige Castro nicht mit einem Sportanzug bekleidet, sondern in einem weissen Hemd.

Die beiden hätten ausführlich über die wichtigsten internatonalen Fragen sowie über eine Vertiefung der Freundschaft zwischen ihren Staaten gesprochen, berichtete die Zeitung "Juventud Rebelde".
16.08.2009



 

Revolución Energética - Kuba als Vorreiter beim Energiesparen

Der WWF Living Planets Report 2006 bewertet nachhaltige Entwicklung auf der Basis des vom UN-Entwicklungsprogramm UNDP aufgestellten Human Development Index (HDI) sowie dem Ökologischen Fußabdruck. Der Index berücksichtigt Lebenserwartung, Alphabetisierung und Bildung sowie Pro-Kopf-BIP. Das UNDP sieht hierbei einen Index von mehr als 0,8 als hohen Entwicklungsstand an.

Nach dem Ökologischen Fußabdruck gilt ein Bioshpärenverbrauch von 1,8 Hektar pro Person oder weniger als nachhaltig. Das einzige Land, das beide Indikatoren erreicht, ist Kuba.

Noch einige Jahre zuvor war Kubas Energiesituation katastrophal. Das sozialistische Land mit 11 Millionen Einwohnern betrieb 11 große, ineffiziente thermoelektrische Kraftwerke, die die Hälfte der Zeit still standen. Es gab regelmäßige Stromausfälle und hohe Übertragungsverluste. Zu der Krise kamen ineffiziente Haushaltsgeräte, 75 Prozent der Bevölkerung kochten mit Petroleum und die Stromtarife ermutigten nicht zum Sparen.

2004 wurde Kuba von einer Hurrikan-Serie überrollt, die mehr als 10 Millionen Kubaner für mehr als 10 Tage ohne Strom zurückließen. Angesichts eines veralteten Systems, gewaltigen Stürmen, Peak Öl und Klimawandel wurde den Kubanern klar, dass sie der Energiefrage Vorrang gewähren mussten. Daraufhin wurde das Programm "Revolución Energetica" gestartet.

Zwei Jahre später verbrauchte das Land 34 Prozent weniger Petroleum, 37 Prozent weniger Flüssiggas und 80 Prozent weniger Benzin. Kubas Pro-Kopf-Energieverbrauch beträgt ein Achtel des Verbrauchs in den Vereinigten Staaten, während die Kubaner in der Gesundheitsversorgung, Bildung und Lebenserwartung ein Niveau erreichen, das dem der USA nicht nachsteht.

Vor der Revolution von 1959 hatte etwa die Hälfte des Landes Zugang zu Elektrizität. 1989 war der Anteil auf 95 Prozent gestiegen. Nach 1991 wurden jedoch Lebensmittel, Öl und Gas aufgrund des Zusammenbruchs der Sowjetunion und der andauernden US-Blockade knapp. Diese Zeit wurde als "Sonderperiode" bekannt, in der die Kubaner lernen mussten, wie sie Lebensmittel, Medizin und Energie lokal und nachhaltiger herstellen konnten.

Kuba startete deshalb Mitte der 1990er-Jahre eine Initiative zum Energiesparen und zur stärkeren Nutzung erneuerbarer Energien. Alle ländlichen Schulen, Krankenhäuser und sozialen Zentren, die bis dahin ohne Strom waren, wurden mit photovoltaischen Anlagen ausgestattet. Dadurch erhielten angeblich alle Schüler Zugang zu Licht, Computern und TV-Bildungsprogrammen.
Das Programm wurde von den Vereinten Nationen 2001 mit dem Global-500-Preis ausgezeichnet. Die Krise war allerdings auch nach 10 Jahren "Revolución Energetica" noch nicht ausgestanden. Das Land unternahm daraufhin 2006 weitere drastische Schritte. Kubas Energierevolution hat fünf offizielle Hauptaspekte:

  • Energieeffizienz und Energiesparen
  • Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit des nationalen Stromnetzes
  • Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Energien im nationalen Energiemix
  • Steigerung der Erkundung und Förderung von lokalen Öl- und Gasvorkommen und
  • internationale Kooperation.


  • In einer Rede vor den kubanischen Energieversorgern erklärte der damalige Präsident Fidel Castro: "Wir warten nicht, bis Treibstoffe vom Himmel fallen, denn wir haben zum Glück etwas sehr viel Wichtigeres entdeckt: Energieeinsparung - was so viel wert ist wie große neue Vorkommen zu entdecken." Um seinen Energieverbrauch zu senken, begann Kuba zu energieeffizienteren Haushaltsgeräten zu wechseln. Innerhalb von nur zwei Jahren wurden fast zwei Millionen Kühlschränke, über eine Million Ventilatoren, 182.000 Klimaanlagen und 260.000 Wasserpumpen ausgetauscht.

    Klein-Neonlampen wurden kostenlos ausgegeben; nach sechs Monaten waren fast alle der neun Millionen konventionellen Lichtquellen ersetzt. Zur selben Zeit wurden die Kubaner aufgerufen, Petroleum zum Kochen zu ersetzen. Über 3,5 Millionen Reiskocher und 3 Millionen Dampfdruckkocher wurden seitdem in den Haushalten angeschafft.

    Um das Energiesparen zu fördern, wurden die häuslichen Stromtarife umgestellt. Haushalte, die weniger als 100 kWh pro Monat verbrauchen, zahlen 0,09 Pesos pro Kilowatt. Für jede weiteren 50 kWh pro Monat steigen die Raten dann sprunghaft. Verbraucher, die über 300 kWh pro Monat verbrauchen, müssen 1,30 Pesos pro Kilowattstunde zahlen.

    Kubas nationales Energieprogramm, das 1997 umgesetzt wurde, vermittelt den Kubanern Wissen über Energiesparmaßnahmen und erneuerbaren Energien. "Wenn wir mit der Erziehung zu Energieeffizienz im Vorschulalter anfangen, können wir Änderungen im Lebensstil erreichen", erklärt Teresa Palenzuela vom kubanischen Energieeinsparsprogramm.

    Das Programm veranstaltete in den letzten drei Jahren Energie-Festivals, um Tausende im Bereich Energieeffizienz und Energiesparen weiterzubilden. Die Festivals wenden sich an Schüler, die Energieeffizienz in Musik, Literatur und Theaterstücken thematisieren. In jeder kubanischen Schule kommen diejenigen mit den besten Projekten zur Energieeffizienz weiter zu lokalen Wettbewerben. Die Besten gehen weiter zur regionalen und dann zur nationalen Ebene.

    Die Bevölkerung besucht die Festivals in großer Zahl. "Diese Wettbewerbe sind für das ganze Land wichtig; sie motivieren Kinder, Schüler und die Öffentlichkeit, Energie auf allen Ebenen einzusparen", sagt die 15-jährige Liliana Rodríguez Peña.

    Die Medien tun das Übrige, um die Informationen über Energie zu verbreiten. Dutzende von Plakatwänden, die Energieeinsparungen fördern, sind über das Land verteilt; eine wöchentliche Fernsehshow ist dem Thema Energie gewidmet; Energieeffizienz und -einsparung ist regelmäßig Thema in den Zeitungen. Allein 2007 wurden 8.000 Artikel und Fernsehspots über Energieeffizienz veröffentlicht.

    Allerdings waren auch 2005 noch Stromabschaltungen an der Tagesordnung, da das Stromnetz veraltet und ineffizient war. Daraufhin begann Kuba die Energieerzeugung zu dezentralisieren und Elektrizität in kleineren Anlagen bereitzustellen. 2006 installierte Kuba mehr als 1.800 Dieselgeneratoren und ölbefeuerte Mikro-Kraftwerke, die heute 110 Gemeinden mit über 3.000 MW Strom beliefern. Dieser Wechsel machte den Stromabschaltungen praktisch ein Ende. 2004 und 2005 gab es noch mehr als 400 Tage mit Stromabschaltungen über 100 MW für mehr als eine Stunde. 2006 sank die Zahl auf drei, 2007 gab es keine.

    Kuba nahm auch einen beeindruckenden Plan zur Erneuerung des alten Stromnetzes in Angriff. Mehr als 120.000 Überlandmasten wurden erneuert, 3.000 Kilometer Kabel verlegt und 500.000 elektrische Zähler installiert.

    Das Ergebnis war die Reduzierung der benötigten Ölmenge zur Erzeugung einer Kilowattstunde von 280 Gramm im Jahr 2005 auf 271 Gramm 2007. Es wird geschätzt, dass Kuba durch seine Energiesparmaßnahmen in diesem Zeitraum etwa 827.000 Tonnen Öl eingespart hat.

    Kubas Anstrengungen, mehr erneuerbare Energien in den Energiemix zu integrieren, sind ebenfalls beeindruckend. 100 Windmessstationen und zwei neue Windfarmen brachten die Windenergie auf 7,23 MW. Das Land entwickelt derzeit auch das erste netzgebundene Solarkraftwerk mit 100 kW.

    "Wir brauchen eine globale Energierevolution", sagt Mario Alberto Arrastia Avila, Energieexperte bei Cubaenergia, einem Energieinformationszentrum. "Aber dafür brauchen wir auch eine Revolution des Bewusstseins. Kuba hat einen Weg in Richtung eines neuen Energieparadigmas eingeschlagen - mit der Anwendung von Konzepten wie dezentrale Erzeugung, Effizienz, Bildung, Energiesolidarität und schrittweise Umstellung des Landes auf erneuerbare Energien."

    Die Autorin Laurie Guevara-Stoneist Programmdirektorin bei Solar Energy International, einer Non-Profit-Organisation zur Verbreitung von erneuerbaren Energien in den USA. (
    http://www.wir-klimaretter.de)

    Ergänzung des Webmasters: Der kubanische Lebensstandard ist sehr niedrig (Wohnraumgrösse, Transport, Warenkorb), die Ausstattung eines Haushaltes mit elektronischen Geräten ist keinesfalss mit der eines europäischen Haushaltes zu vergleichen. Insgesamt ist alleine dadurch der Pro-Kopf Verbrauch an Energie deutlich geringer. Ausserdem ist eine relativ niedrige industrielle Produktion des Landes in Betracht zu ziehen, die den Durchschnitt senkt.
    11.08.2009



     

    14 Tote und mindestens 33 Verletzte bei Verkehrsunfall

    Bei einem Verkehrsunfall in Zentralkuba wurden gestern 14 Menschen getötet und mindestens 33 Personen verletzt. Wie die amerikanische Tageszeitung "The Miami Herald" berichtet, seien zwei Lkws, die zur Personenbeförderung genutzt wurden, auf einer Fernstraße zusammengestoßen. Bisher ist nicht bekannt, warum die Lastwagen kollidiert sind. Wie ein örtlicher Sprecher mitteilte, seien 13 Passagiere sofort tot gewesen, eine weitere Person starb erst im Krankenhaus. Auf der Karibikinsel ist es nicht unüblich, dass Lastwagen statt kaputter Busse für den Personentransport genutzt werden.
    08.08.2009



     

    Kuba bald ohne Klopapier

    Irgendwie klingt es so unglaublich, dass es beim ersten Hören schon wieder witzig ist. Kuba steckt tief in der Krise. Nicht nur die Wirtschaftskrise macht den Kubanern zu schaffen. Dem Land geht das
    Klo papier aus.

    Nach mehreren Angaben sind die Vorräte des Toilettenpapiers nahezu aufgebraucht. Wie nun klar wurde, kann man auch nicht absehen, wann Nachschub geliefert wird. Gegenüber einem Radiosender versicherte aber ein Konzern, bis Ende des Jahres für Nachschub zu sorgen. Der Sprecher des Konzerns erklärte diesen Engpass damit, dass Kuba momentan nicht genügend Rohstoffe habe, um dringend benötigte Produkte selbst zu produzieren.

    Was der Sprecher nicht mit einbezieht ist, dass Kuba auch mit den Folgen von drei vernichtenden Hurrikanen zu kämpfen hat. Durch die Wirbelstürme hat der Karibikstaat laut Schätzungen einen Schaden von ungefähr zehn Milliarden Dollar zu verzeichnen. Um nach den Katastrophen das tägliche Leben zu sichern, musste viel importiert werden. Doch die Importeinnahmen waren weitaus höher als die Exporteinnahmen. Und so sind die Kassen von Kuba zurzeit leer. Somit bleibt abzuwarten, wann Kuba wieder Klopapier hat…
    03.08.2009

    Viva la revolución!

     

    Raúl Castro: Kuba wird Kommunismus nicht aufgeben

    Kuba wird sein kommunistisches System nicht für eine Verbesserung der Beziehungen zu den USA aufgeben. Das sagte der kubanische Präsident Raúl Castro während einer Rede vor der kubanischen Nationalversammlung.

    «Wir sind bereit, über alles zu reden, aber unser politisches und soziales System steht nicht zur Debatte», sagte der Bruder und Nachfolger von Fidel Castro. Er bezog sich direkt auf US-Aussenministerin Hillary Clinton, die wiederholt betont hatte, die Regierung in Washington erwarte von Kuba Veränderungen. «Mit allem Respekt vor Frau Clinton ... Ich wurde nicht zum Präsidenten gewählt, um den Kapitalismus in Kuba wieder einzuführen oder um die Revolution auszuliefern.

    Ich wurde gewählt, um den Sozialismus zu verteidigen, zu erhalten und weiter zu perfektionieren - nicht, um ihn zu zerstören.» Für seine Ansprache erhielt Castro lange anhaltenden Applaus von den Mitglieder der Versammlung, die grösstenteils Mitglieder der Kommunistischen Partei sind.

    47-jähriges US-Embargo

    Zugleich räumte Castro aber ein, dass sich das Verhältnis zu den Vereinigten Staaten seit dem Amtsantritt von US-Präsident Barack Obama zumindest entspannt habe. «Es ist wahr, dass die Aggression und anti-kubanische Rhetorik auf Seiten der Administration abgenommen haben», sagte er. Das 47-jährige US-Embargo habe aber immer noch Bestand und die angekündigten Lockerungen seien noch nicht umgesetzt. Obama hat erklärt, er wolle die Beziehungen zu dem Inselstaat neu gestalten. So hob er unter anderem bereits Reise- und Devisenbeschränkungen für Exil-Kubaner auf.

    Ende der Hoffnung

    Für die Bevölkerung, die auf Reformen warte, ist die Verlautbarung Castros eine herbe Enttäuschung, genauso wie der neuerliche Sparappell, erklärte der international bekannte chrsitdemokratische Oppositionelle Oswaldo Payá. Sein Kollege Manuel Cuesta Morúa, ein Sozialdemokrat, attestiert der Regierung hingegen, dass sie die politisch-ökonomischen Verhältnisse auf der Insel einfriere.
    31.07.2009



     

    Kuba sagt wegen Wirtschaftskrise Parteitag ab

    Wegen der derzeitigen Wirtschaftskrise hat die Kommunistische Partei Kubas ihren für Herbst geplanten Parteitag abgesagt. Zugleich wurde die Wachstumsprognose für 2009 weiter auf 1,7 Prozent reduziert. Sie war zuvor bereits von 6,0 auf 2,5 Prozent zurückgenommen worden. Bei einem Treffen des KP-Zentralkomitees war von einer ernsthaften Krise die Rede, wie die Parteizeitung «Granma» am Freitag berichtete. Deshalb werde der erste geplante Parteikongress seit 1997 auf unbestimmte Zeit verschoben.

    Wie die staatliche Presse berichtete, müsse sich die Regierung darauf konzentrieren, die ernste wirtschaftlichen Situation des Landes zu analysieren. Der letzte Parteitag hatte im Oktober 1997 stattgefunden. Eigentlich muss alle vier Jahre eine solche Tagung abgehalten werden. Castro hatte seine Landsleute bereits zuvor darauf vorbereitet, dass sie ihren Gürtel enger schnallen müssen.

    Auf dem Kongress hätten die Weichen für die politische Zukunft des Landes gestellt werden sollen, nachdem der langjährige Staatschef Fidel Castro die Amtsgeschäfte an seinen Bruder Raul abgegeben hat.
    28.07.2009



     

    Kuba erhält von Russland Kredite in Höhe von 150 Millionen

    Der Inselstaat bekommt das Geld, um russische Land- und Baumaschinen zu bezahlen. Die Kreditbedingungen setzen voraus, dass Kuba das Geld binnen zwei Jahren nach Inkrafttreten des Abkommens ausgeben muss. Über die Mengen, Preise und Termine der Lieferungen werden russische und kubanische Geschäftspartner entscheiden.

    Die Verfügung über das Kreditabkommen unterschrieb Premier Wladimir Putin bereits am 22. Juli. Zuletzt erhielt Kuba wegen der Wirtschaftskrise russische Hilfsgelder zu Beginn dieses Jahres in Höhe von 20 Millionen Dollar.

    Doch das Geld war nicht für die Stützung der kubanischen Wirtschaft, sondern für den Erwerb von russischen Waren und Dienstleistungen in der Bau-, Strom und Landwirtschaft gedacht.

    Laut Abkommen von 2008 hätten die Kubaner bis 2010 einen Kredit von insgesamt 335 Millionen Dollar binnen zehn Jahren zu einem Jahreszins von 5 Prozent bekommen sollen.

    Wie jedoch Vizepremier Igor Setschin sagt, hat Kuba einen Großteil des Geldes, etwa 300 Millionen Dollar, schon aufgebraucht. Es gebe viele Möglichkeiten für Kuba, Geld für den Kauf russischer Waren auszugeben.

    Dazu gehören die Modernisierung des Transportsystems, Lieferungen von Ausrüstungen für die Rekonstruktion von Stromwerken, Bewässerungssystemen, der Nickelindustrie, des Wasserversorgungssystems, der Luftüberwachungsstationen sowie der Import von russischen Fahrstühlen für Hochhäuser in Havanna.

    "Auf kurze Sicht kann der Erwerb unserer Erzeugnisse durch Kuba die Nachfrage stimulieren und zum Wachstum der russischen Wirtschaft beitragen", sagt Sergej Moissejew, Direktor des Zentrums für Wirtschaftsstudium an der Moskauer Finanz- und Industrieakademie. "Doch auf lange Sicht besteht die Gefahr, dass der Kredit nicht zurückgezahlt wird. Alles hängt von der politischen und wirtschaftlichen Stabilität dieses Staates ab."

    Nach Meinung des Experten sehen die Finanzzahlen des Inselstaats nicht schlecht aus: Das Bruttoinlandsprodukt hat eine Höhe von 55,2 Milliarden Dollar, die Haushaltseinnahmen betragen 41 Milliarden Dollar, die Staatsschulden machen 33 Prozent des BIP aus. Selbst wenn Kuba nicht imstande sein werde, die Schulden in Geld zurückzuzahlen, habe es andere Möglichkeiten, um sie zu begleichen.

    "Sie könnten uns Präferenzen geben und Zucker, Tabak, Zitrusfrüchte und Kaffee zu vergünstigten Preisen liefern", sagt Moissejew. "Russland ist für Kuba kein strategischer Markt, so dass die Finanzierung des Kaufs von russischen Waren aus ebenfalls russischen Krediten in erster Linie für Russland selbst vorteilhaft ist."

    Russland sucht vor Kuba nach Öl

    Russland und Kuba haben ausserdem vereinbart, gemeinsam vor der kubanischen Küste nach Öl zu suchen. Russlands Vize-Premier Igor Setschin hat deshalb in Havanna ein Dokument unterschrieben, dass dazu dient, die Suche und Förderung von Öl im Golf von Mexico durch russische Firmen zu legalisieren. Die Arbeiten sollen von der russischen staatlichen Ölgesellschaft "Sarubeschneft" (verantwortlich für Ölprojekte im Ausland) und dem kubanischen Staatskonzern Cubapetroleo geleitet werden.

    Nach Öl wird bereits seit den 70er Jahren vor Kuba gesucht. Kubanische Geologen schätzen die Ölreserven des Schelfs auf 20 Mrd. Kubikmeter. Allerdings fehlt es den Kubanern an Bargeld, um diese Reserven zu erschließen.

    Deshalb will Russland - nach einer mehrjährigen Auszeit in den beiderseitigen Beziehungen - Kuba bei der Förderung helfen. Der Millionenkredit (Laufzeit zwei Jahre) dient u.a. dem Kauf russischer Fördertechnik.
    22.07.2009



     

    Kuba hat mehr Besucher - Finanziell leider kein Erfolg

    Der Tourismus in Kuba hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres so viele Besucher wie nie in seiner Geschichte verzeichnet, dabei aber weniger Geld verdient.

    Wie das nationale Statistikbüro in Havanna mitteilte, kamen im ersten Halbjahr rund 1,37 Millionen Besucher auf die Antilleninsel. Das seien fast drei Prozent mehr gewesen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, hieß es. Allein im Juni seien fast 165.000 Touristen gezählt worden, was ein Plus von 7,3 Prozent gegenüber Juni 2008 bedeute.

    Trotz der gestiegenen Besucherzahlen seien die Deviseneinnahmen Kubas aus dem Tourismus allerdings kräftig zurückgegangen. Dies sei vor allem auf Schwankungen der Devisenkurse zurückzuführen, hieß es in der Mitteilung des Statistikbüros weiter.
    16.07.2009



     

    Kein Geld, kein Strom, keine Hoffnung

    Kuba ist innert Monaten in eine tiefe Krise gestürzt. Raúl Castro hat seinen Kredit beim Volk verspielt.

    Kuba steht vor dem Bankrott. Ausländische Unternehmen stoppen Lieferungen, weil sie seit Anfang Jahr keinen roten Rappen mehr erhalten haben. Die kubanischen Banken haben kein Geld mehr. Auf der spärlichen Lebensmittelkarte fürs Volk ist bereits die Bohnen- und Salzration reduziert worden. In den Läden ist das Angebot so dürftig wie seit Jahren nicht mehr. Damit die Lichter im Land nicht ganz ausgehen, wird Tausenden Staatsbetrieben jeden Tag für mindestens fünf Stunden (von acht bis ein Uhr mittags) teilweise oder total der Strom abgeschaltet. Läden und Büros werden in diesen Zeiten zu Backöfen. Computer sind wegen Überhitzungsgefahr ausgeschaltet, Produkte in den Regalen verderben.

    Täglich schlechte Meldungen

    Mehrere alte Fabriken und Betriebe, alles Energieschleudern, wurden stillgelegt. Arbeiter werden mit Flick- und Putzarbeiten beschäftigt oder in Weiterbildungskurse geschickt – unter anderem in Nachhilfekurse über Marxismus-Leninismus. Die Staatsmedien berichten täglich, wie und wo man noch mehr sparen könnte.

    Die Regierung sagt: Es ist die Krise des globalen Kapitalismus, die nun auch uns trifft. Das stimmt teilweise. Hohe Funktionäre und Kader von Staatsbetrieben jedoch räumen ein, der Notstand sei grösstenteils hausgemacht. Dieses Jahr sind Millionenkredite vorwiegend von China fällig. Kuba hat diese Kredite nicht in die Produktion investiert, sondern mit ihnen laufende Ausgaben bezahlt. Die sind im Sozialstaat Kuba mit seinen elf Millionen Einwohnern horrend. Gesundheit und Bildung sind für alle gratis, im täglichen Leben ist praktisch alles subventioniert, von der Reisration bis zum Kinobillett.

    Die Zwangsjacke der Ideologie

    In den 50 Jahren Revolution ist das Land zu einem
    Bürokratiekoloss mutiert, stets damit beschäftigt, sich selber über Wasser zu halten, aber praktisch unfähig, etwas zu produzieren. Über 80 Prozent der Lebensmittel müssen für teures Geld im Ausland eingekauft werden. Das Land importiert viermal mehr, als es exportiert. Das Minus in der Handelsbilanz beträgt 10,5 Milliarden Dollar. Jetzt läuten sogar die Ökonomen im Staatsdienst die Alarmglocken: So kann kein Land überleben.

    Die Wirtschaft liegt lahm, weil Fidel Castro das Land in eine ideologische Zwangsjacke gesteckt hat. Bruder Raúl kann oder will sich darin nicht bewegen. Letztes Jahr hob er zwar ein paar Verbote auf (Kubaner dürfen nun Handys und Computer kaufen, Autos mieten und in Hotels logieren). Doch von «strukturellen Reformen», wie sie Raúl vor zwei Jahren ankündigte, ist nichts zu sehen. Die Boden- und Lohnreform, die das Volk zu mehr Leistung hätte antreiben sollen, stecken teilweise im Dickicht der Bürokratie fest. Auf neue Befehle, Gesetze und Dekrete reagiert das Volk weitgehend immun und mit zivilem Ungehorsam. Worauf der Staat mit
    noch mehr Befehlen, Gesetzen und Dekreten reagiert – und mit Heeren von Kontrolleuren und Inspektoren.

    Nach den verheerenden Hurrikans im letzten Herbst geriet der Verkauf von Landwirtschaftsprodukten ausser Kontrolle. Die Regierung hat deswegen allein in Havanna über 600 Gemüse- und Früchtemärkte schleifen lassen. Sie geht mit harter Hand gegen alle vor, die ihre überschüssige Ware privat verkaufen wollen – Ware, die der Staat oft nicht abnehmen oder transportieren kann. In den staatlichen Planbüros überlegt man sich nun, wie man das alles besser organisieren könnte. Bis 2011 sollen wieder 600 neue, staatlich kontrollierte Märkte eröffnet werden. Rückwärts, vorwärts, ohne vom Fleck zu kommen – so geht das immer in Kuba.

    Die harte Hand der Regierung

    Die Strassen in Havanna sind erschreckend leer. Als wären plötzlich Zehntausende Autos verschwunden. Bis vor kurzem konnte man sich noch problemlos per Autostopp und für einen halben CUC von einem Ort zum anderen fahren lassen –
    viele Autobesitzer verdienten so ihr Leben . Auch das war aber wieder ein kleiner privater Wirtschaftszweig, der dem Staat nicht passte. Deshalb machte er Schluss damit. Die Polizei beschlagnahmt neuerdings alle Autos, deren Besitzer ohne Lizenz fremde Leute mitfahren lassen. Weil viele die hohen Abgaben für diese Lizenz nicht zahlen wollen, haben sie ihren Fahrdienst eingestellt.

    Die harte Hand von Raúls Regierung, die Sparbefehle und die jetzige Krise haben die Hoffnung auf einen Wandel zunichtegemacht. Die Kubaner glauben nicht mehr, dass es mit dem 77-jährigen Raúl besser wird. Der hat sein Kabinett gesäubert, riesige Staatsbetriebe aufgelöst und dem Militär unterstellt. Fidels Ziehsöhne, die Fidelistas, hat er alle kaltgestellt oder rausgeworfen. Die Liste von Raúls Opfern ist lang. Sein effizienter Geheimdienst findet in jedem Keller eine Leiche.

    Junge gegen Raúl

    Auf dem Land und im Osten der Insel, im sogenannten Oriente, trifft man noch Menschen, vor allem ältere, die Raúl die Stange halten. Er sei ein Garant dafür, dass Fidels Erbe weiterlebe und Kuba nicht dem Kapitalismus verfalle. Es ist eine Minderheit. Bei vielen, vor allem den Jungen, hat Raúl seinen Kredit verspielt. Sie reden schlecht über ihn. Man hört oft: Unter Raúl wirds nur noch schlimmer, Raúl kanns nicht, Raúl hats nicht drauf.

    Da und dort macht sich bereits Nostalgie breit. Und Sehnsucht nach Fidel. An einer Mauer in Havannas Stadtteil Marianao hat jemand mit Farbe und Pinsel in grossen Lettern geschrieben: «Bringt mir das
    Pferd zurück, der Esel taugt nichts.» Fidel gilt immer noch als das starke Pferd, sein Bruder ist der Esel.

    Hoffnung in Obama schwindet

    In Kuba schwindet auch die Hoffnung, dass Barack Obama in absehbarer Zeit die Starre auf der Insel lösen kann. Denn für den Kubaner, leicht für etwas entflammbar und mit dem Hang zur schnellen Euphorie, muss es immer rasch gehen. Dauerts zu lang, verliert er die Geduld. Die Menschen glauben zwar, dass Obama ein grosser Politiker ist und die Welt mit ihm besser wird. Doch sie sehen auch: Der Mann hat tausend andere Probleme. Kuba ist nur eine kleine Insel.

    Fidel Castro mit seinen «Reflexionen», und die staatlichen Medien tragen das Ihre dazu bei, Obama vom Sockel der Hoffnung zu holen. Fidel schreibt so viel wie noch nie. Über Obama äussert er sich nicht negativ, dafür umso mehr über «das Imperium» USA – auch ein Obama könne die irrlichternde Weltmacht nicht verändern. Die Zeitung «Granma» berichtet auf der Frontseite, wenn der amerikanische Präsident in seiner Heimat ein paar Prozente an Popularität einbüsst, schreibt aber nichts darüber, dass Obama die Restriktionen für Reisen und Geldüberweisungen nach Kuba aufgehoben hat und Kuba Zugang zum Telekommunikationsnetz gewähren möchte.

    US-Dollars als Segen?

    Geld, importierte Träume und Internet – das fürchten Kubas Kommunisten wie der Teufel das Weihwasser. Stiftet alles nur ideologische Verwirrung und destabilisiert das System. Vielleicht sind die zusätzlichen Dollars und kubanisch-amerikanischen Touristen aber ein Segen für das System der Castros. Wird ein Teil des Volkes mit dem Nötigsten aus dem Exil versorgt, dämpft das den Unmut über den Mangel. Gestopfte Mäuler und volle Bäuche protestieren nicht. Das wissen die Castros.

    Deshalb wollen sie in der jetzigen Energiekrise auch um jeden Preis vermeiden, dass es zu den berühmten «Apagones» (Stromunterbrüchen in Haushalten) kommt wie in den 90er-Jahren nach dem Tod des grossen Bruders Sowjetunion. Damals machte das Land die schwerste Krise seit der Revolution durch. Die Menschen mussten bis zu 14 Stunden pro Tag ohne Strom leben, sie assen Blätter von den Bäumen, viele wurden krank.

    Vor einem heissen Sommer

    Jetzt kommt das Trauma aus jener Zeit wieder hoch. Das Volk befürchtet Not und Stromunterbrüche wie anno dazumal. Sie wären fatal. Die Regierung hat in den vergangenen Jahren in Hunderttausenden Haushalten auf dem Land die alten Gas-, Holz- und Kohleküchen abtransportiert und durch elektrische Reiskocher und Dampfgartöpfe ersetzt. Den Menschen jetzt den Strom abzudrehen, könnte zu Unruhen führen – schlimmer als 1994.

    Damals versammelten sich Tausende Aufgebrachte an der Uferpromenade Malecón in Havanna, um übers Meer nach Miami zu fliehen. Es gab Proteste und Plünderungen. Fidel fuhr im Jeep vor und beruhigte die aufgebrachte Menge. Heute ist kein Fidel mehr da, der auftreten und das Schlimmste abwenden könnte.

    Solange der Kühlschrank, der Ventilator und die Küche funktionieren, bleiben die Kubaner ruhig. Doch die Insel bereitet sich auf einen heissen Sommer vor – politisch, wirtschaftlich und klimatisch. «Sommer – was tun?», fragte die Zeitung «Rebellische Jugend» kürzlich auf ihrer Frontseite. Und gab gleich die Tipps: Bücher lesen, Landschaft bestaunen, Meer und Wellen geniessen. Kuba, so die Zeitung, habe auch in schlechten Zeiten immer seine gute Laune behalten. Das braucht Energie, aber keinen Strom.
    (Basler Zeitung 16.07.2009, Von Oscar Alba, Havanna)
    16.07.2009



     

    Neuer Stalinismus auf Kuba

    Mit einer Hoffnung räumt ein internes Propaganda-Video nun endgültig auf: Dass es unter Raúl Castro eine politische Öffnung geben könnte. Der Stalinismus in Havanna hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Ex-Vizepräsident Carlos Lage darf sein Haus nicht verlassen. Conrado Hernandez, Kubas Emissär für Geschäfte im Baskenland und Raul Castellanos Lage, Ex-Parteiführer, sitzen im Gefängnis. Und Ex-Außenminister Pérez arbeitet heute in einer Elektronikfabrik.

    In der Rangliste der übelsten Diktatoren der Welt hat sich Raúl Castro schon bis ins Mittelfeld vorgearbeitet. Auf Platz 13 taucht Kubas Präsident aktuell in der Liste auf, die das US-Magazin "Parade" alljährlich erstellt - knapp hinter Syriens Machthaber Baschar al-Assad, aber noch vor dem afrikanischen Regenten Teodoro Obiang Nguema, der sich zum "Gott Äquatorialguineas" ausrufen ließ, und Weißrusslands Präsidenten Alexander Lukaschenko.

    Castro arbeitet hart daran, weiter aufzuholen. Der kleine Bruder des zurückgetretenden Fidel Castro überzieht Kuba derzeit mit einer skurrilen Propagandaschlacht, wie sie Kuba lange nicht gesehen hat. Tausende Mitglieder der Kommunistischen Partei Kubas bekommen in diesen Wochen ein dreistündiges Video über die jüngste Säuberungswelle im Land vorgeführt, das vor allem eines zum Ziel hat: Angst und Schrecken unter den eine Million Genossen zu verbreiten.

    Parteigetreue, die zur Vorführung zitiert werden, dürfen nicht einmal Papier und Stift mitbringen. Auch der Gang zur Toilette ist untersagt. Die Öffentlichkeit ist ausgesperrt. Mehrere Personen haben allerdings den Inhalt des Videos geschildert.

    Weite Teile des Films bestehen aus einem Mitschnitt der Politbürositzung vom März. Raúl Castro, der Anfang 2008 das höchste Staatsamt übernahm, ist dort zu sehen, wie er lauter frühere Vertraute seines Bruders abserviert - und etwa Außenminister Felipe Pérez Roque schasst oder Vizepräsident Carlos Lage.

    Dann wedelt Raúl Castro mit der kubanischen Verfassung. Der 78-Jährige poltert los: Sie muss respektiert werden! Der Staatsrat, früher eines von Fidels wichtigsten Machtinstrumenten? Weg damit! "Wenn er sich nicht reformieren lässt, muss er eliminiert werden." Schnitt. Castro sitzt in Generalsuniform hinter einem Schreibtisch, der vor Papierstapeln überquillt. 90 Tage habe das neue Kabinett, seine Anweisungen umzusetzen, raunt er.

    Schließlich geht es um Conrado Hernandez, Kubas Emissär für Geschäfte im Baskenland. Castro verliest ein Geständnis: Der Intimus von Vizepräsident Lage habe zugegeben, ein spanischer Spion zu sein. Das Video zeigt Bilder der luxuriösen Hochzeitsfeier von Raul Castellanos Lage, Vertrauter von Hernandez und Carlos Lages Cousin, aus einem Hotel in Havanna. "Keine Sorge, wir haben Castellanos heute früh verhaftet", deklamiert Castro.

    15.07.2009



     

    USA und Kuba haben Verhandlungen über Einwanderung wieder aufgenommen

    Vertreter der amerikanischen und kubanischen Regierung haben am Dienstag in New York zum ersten Mal seit 2003 wieder Verhandlungen über die Einwanderung von Kuba geführt. Beide Seiten zeigten sich engagiert und versprachen, dass sie durch weitere Verhandlungen sowie Dialoge Differenzen bei der Einwanderung überwinden würden.

    Der Sprecher des US-Außenministeriums, Ian Kelly, sagte, konstruktive Dialoge über gemeinsame Themen zwischen den USA und Kuba seien im Interesse der USA. Der stellvertretende kubanische Außenminister Dagoberto Rodriguez meinte, die Gespräche seien erfolgreich. Beide Seiten sagten, sie möchten die Zusammenarbeit verstärken und eine Vereinbarung über die Einwanderung erzielen.
    14.07.2009



     

    Erneut spanischer Priester auf Kuba ermordet

    Bereits zum zweiten Mal innerhalb von fünf Monaten ist auf Kuba ein aus Spanien stammender katholischer Pfarrer ermordet worden. Die Leiche des 74 Jahre alten Mannes wurde am Montag in seinem Zimmer gefunden, wie das Erzbistum Havanna mitteilte. Der Priester leitete in Regla in der Bucht von Havanna eine Pfarrgemeinde. Er war vor zwölf Jahren in den kommunistischen Staat gekommen. Vor fünf Monaten war ein weiterer spanischer Priester ebenfalls in der Nähe der Hauptstadt ermordet aufgefunden worden.
    12.06.2009



     

    Bolivianischer Präsident Morales trifft Castro

    Der 82-jährige kubanische Revolutionsführer Fidel Castro ist nach Worten des bolivianischen Präsidenten Evo Morales bei gutem Wohlbefinden. "Ich habe ihn sehr klar, sehr klug und sehr kräftig gesehen. Bei meinem letzten Besuch vor einigen Monaten war ich sehr besorgt. Aber jetzt weiß ich, dass sich Fidel sehr gut fühlt", sagte Morales nach einem rund zweistündigen Treffen mit dem früheren Präsidenten Kubas in Havanna. Zuletzt hatten sich beide im Mai 2008 getroffen.

    Castro ist seit einer Darmoperation vor fast drei Jahren nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten. Nachdem er die Amtsgeschäfte zunächst vorübergehend auf seinen Bruder Raúl übertragen hatte, zog er sich im Februar vergangenen Jahres komplett aus der Politik zurück. Er meldet sich jedoch regelmäßig in der staatlichen Presse zu Wort und empfängt Staatsgäste.

    Morales sprach bei seinem zwölfstündigen Kurzbesuch auf Kuba auch mit Präsident Raúl Castro. Er dankte der sozialistischen Karibikinsel für die geleistete Hilfe. Ohne Kuba und auch ohne Venezuela hätte Bolivien und hätte auch er, Morales, viel mehr Probleme gehabt, sagte er. In dem südamerikanischen Land hat Kuba schätzungsweise 300.000 Einwohnern kostenlose Augenbehandlungen zukommen lassen. Etwa 5000 Bolivianer studieren in Havanna Medizin.
    03.06.2009



     

    Staatenbund OAS bietet Kuba Wiederaufnahme an - Kuba lehnt ab

    Nach fast einem halben Jahrhundert hat die Organisation Amerikanischer Staaten Kuba die Tür für die Rückkehr in den Staatenverbund geöffnet.

    In letzter Minute einigten sich die OAS-Vertreter am 03.06.2009 bei ihrer Jahreskonferenz in der honduranischen Stadt San Pedro Sula auf eine Resolution, mit der die am 31. Januar 1962 ausgesprochene Suspendierung aufgehoben wurde. Allerdings hatte die kubanische Regierung erst kürzlich unmissverständlich betont, dass eine Rückkehr in die OAS für sie nicht in Frage kommt.

    Kubas Mitgliedschaft war wegen des kommunistischen Regimes in Havanna und dessen Allianz mit der Sowjetunion vor allem auf Bestreben der USA suspendiert worden. Die jetzige Resolution zur Aufhebung dieser Entscheidung wurde zum Abschluss der OAS-Generalversammlung der 34 Mitgliedsländer verabschiedet. Dem Beschluss waren heftige, teils sehr emotionale Diskussionen vorausgegangen.

    „Mit dem heutigen Tag wurde ein historischer Fehler korrigiert“, sagte der ecuadorianische Außenminister Fander Falconi, der von einem historischen Sieg für Kuba, die Länder Lateinamerikas und die Staaten der linksgerichteten Bolivarischen Alternative für Amerika (Alba) sprach, deren Gründungsmitglieder Venezuela und Kuba sind.

    US-Außenministerin Hillary Clinton war bereits am Dienstag von dem OAS-Treffen in Honduras abgereist, ohne dass sich die 34 Mitgliedstaaten in dem Punkt einer Wiederaufnahme Kubas einigen konnten. Clinton hatte die Forderung der USA bekräftigt, dass Kuba als Vorbedingung für die Wiederaufnahme die demokratischen Grundsätze in der OAS-Charta umsetzen müsse. Nun haben sich die Staaten allerdings auf eine Wiederaufnahme ohne Bedingungen geeinigt.

    Die USA sind mittlerweile das einzige Land in der westlichen Hemisphäre, das keine diplomatischen Beziehungen zu Kuba unterhält. Allerdings wurden nach Amtsantritt von Präsident Barack Obama unter anderem die Bedingungen für Reisen und Geld-Transfers zwischen den USA und Kuba erleichtert. Viele OAS-Staaten hatten bereits beim Gipfel in Trinidad Mitte April für eine Wiederaufnahme Kubas geworben. OAS-Generalsekretär José Miguel Insulza hatte damals gesagt, er hoffe, dass Kuba am nächsten OAS-Gipfel wieder als Mitglied teilnehmen werde.

    Dies wird wohl nicht der Fall sein. Noch wenige Stunden vor dem OAS-Beschluss erhob der frühere Maximo Lider, Fidel Castro, schwere Vorwürfe gegen die Organisation, die „abgeschafft“ gehöre. In einem Artikel warf er der OAS vor, Komplize der Verbrechen der USA gegenüber Lateinamerika zu sein. Und am Donnerstag legte Parlamentspräsident Ricardo Alarcon nach: Zwar sei es „ein großer Sieg“ für Lateinamerika, die Karibikstaaten und das kubanische Volk, dass die OAS den Weg für eine Wiederaufnahme in das Gremium freigemacht habe. Dies ändere aber „nichts“ an der kubanischen Position von „gestern, vorgestern und heute“.

    So fielen in Havanna die Reaktionen insgesamt verhalten aus. Die Rücknahme der Resolution sei zwar ein »historischer Sieg« und ein »Akt der Rebellion« der lateinamerikanischen Staaten, hieß es in einer Erklärung, die im Fernsehen verlesen wurde. Doch habe man kein Interesse an einer Mitgliedschaft in einer Organisation »mit einer derart düsteren Geschichte«.
    31.05.2009



     

    Kubas Bevölkerung nimmt ab

    Die demografische Tendenz in Kuba weist eine absteigende Linie auf. Und das hat nicht nur etwas mit der Migration und den wirtschaftlichen Nöten auf der Insel zu tun

    In den nächsten zehn Jahren wird es fast 25.000 Kubaner weniger geben als heute. Die dafür verantwortlichen Faktoren sind schnell aufgezählt: Die Sterblichkeitsrate wird steigen wegen des wachsenden Anteils der älteren Bevölkerung; die Frauen werden weniger Kinder gebären und die Migration in andere Länder dürfte kaum nachlassen. Im Gegenteil, 2008 gab es die höchste Zahl von Auswanderern der vergangenen vier Jahre. Während Lateinamerika ein durchschnittliches Bevölkerungswachstum von 1,3 Prozent hat, registrierte man in Kuba seit 2006 eine Abnahme von 0,04 Prozent.

    Mit einer älter werdenden Bevölkerung befindet sich Kuba in einer ähnlichen Situation wie die meisten Länder des entwickelten Nordens. Die Lebenserwartung (17 Prozent der Kubaner sind älter als 60) steigt, aber die Fruchtbarkeit (die Niedrigste in Lateinamerika) nimmt ab. Dafür gibt es diverse Erklärungen. Sie verweisen unter anderem auf den hohen Bildungsgrad der Bevölkerung und die Suche nach anderen Lebensprojekten, bei denen Kinder keine große Rolle mehr spielen. Zusätzlich wirken wirtschaftliche Schwierigkeiten, die Paare in einem Land mit unzulänglichen Löhnen und Wohnungsnot dazu zwingen, eine strikte Familienplanung einzugehen. Ein Kind zu ernähren und zu kleiden, kann zu einer unerträglichen Last werden. Jedenfalls erreicht Kuba seit 1977 keine Reproduktion der Bevölkerung mehr.

    Ein Element, das dabei die Geburtenquote drückt, ist die Auswanderung. „Zwischen 1999 und 2006 haben mehr als 250.000 Kubaner die Insel verlassen. Kuba verliert im Schnitt über 33.000 Bürger jährlich“, erklärt Omar Everleny Pérez vom Forschungsinstitut der kubanischen Wirtschaft. 2008 waren es laut offiziellen Zahlen aus Havanna 37.000 Menschen, die die Insel verließen. Ein Aderlass, den sich Kuba nicht leisten kann, denn es sind anders als in den Flüchtlingswellen der achtziger und neunziger Jahre zumeist die jungen gut ausgebildeten Kubaner, die gehen. Diese Tatsache hat auch zur sinkenden Geburtenrate in Kuba beigetragen.
    26.05.2009



     

    Prognose: Wirtschaftskrise trifft Kuba 2009 schwer - Fallende Nickel-Preise und rückläufige Tourismus-Umsätze

    Kuba wird in diesem Jahr nach Experten-Einschätzung stark unter der weltweiten Rezession leiden. In Folge fallender Nickel-Preise und rückläufiger Umsätze im Tourismus könnten die Deviseneinnahmen 2009 um mehr als eine Milliarde Dollar sinken, sagte der Wirtschaftsexperte Ariel Terrero am Dienstag im staatlichen Fernsehen. Beide Branchen gehören zu den wichtigsten Einnahmequellen des kommunistischen Inselstaates. Die Zahl der deutschen Besucher hat sich in den letzten Jahren von 200.000 auf die Hälfte reduziert.

    Laut Terrero lag der Preis pro Tonne Nickel in diesem Jahr im Schnitt bei 11.000 Dollar nach 21.000 Dollar vor einem Jahr. Hochgerechnet werde Kuba dadurch etwa 720 Millionen Dollar weniger einnehmen. Zudem sei zwar die Zahl der Touristen im ersten Quartal gestiegen, der Umsatz im Tourismus aber um knapp 14 Prozent eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeute dies einen Verlust von rund 300 Millionen Dollar. Terrero ist der einflussreichste Kommentator des Landes.

    Die Regierung in Havanna schränkt demnach bereits Importe ein und drosselt die Produktion in einigen Branchen, um einer anwachsenden Bargeld-Knappheit zu begegnen.

    Für das laufende Jahr kündigte Kuba nun etwa eine Milliarde US-Dollar weniger Einnahmen von Devisen an, nachdem deren Hauptquellen, der Nickelexport und der Tourismus, rückläufig sind. Die Exporteinnahmen sinken damit um mindestens ein Viertel, dabei sind sie jetzt schon zu tief. Im ersten Quartal kamen auf jeden im Export verdienten Dollar Importe für vier Dollar. Eine solch katastrophale Außenhandelsbilanz steht kein Land der Welt lange durch, erst recht nicht Kuba.

    Das Defizit zwischen steigenden Importen und sinkenden Exporten deckte bisher Venezuela. Seit 2003 nimmt das südamerikanische Land für Kuba damit die Rolle der früheren Sowjetunion ein. Bisher schickte Venezuela täglich schätzungsweise 92 000 Fass Öl zu Vorzugspreisen nach Kuba. Im Gegenzug hat Kuba fast 30 000 Ärzte und andere Fachkräfte nach Venezuela entsandt. Während die Kubaner dort mit 50 US-Dollar Monatslohn abgespeist werden, erhält Havanna für sie Milliardenbeträge. Sollten sie wegfallen, wäre das laut Ökonom Espinosa katastrophal für Kuba.

    Wenn diese Kooperation beendet würde, wäre das für Kuba schlimmer als der (frühere) Wegfall der sowjetischen Subventionen.

    Genau eine solche Wirtschaftskatastrophe sieht Horacio Medina Herrera, früherer Manager in Venezuelas staatlicher Ölgesellschaft PDVSA, auf Kuba zukommen. Nachdem Venezuelas Öleinnahmen dieses Jahr um etwa die Hälfte gefallen sind, sind die Kubasubventionen in Gefahr. Medina vermutet hinter Kubas jüngsten Sparappellen, dass die Regierung bereits über kommende Kürzungen informiert ist. „Sie bereiten sich auf sehr schwierige Jahre vor, was die Unterstützung aus Venezuela betrifft“, sagte Medina gegenüber dem unabhängigen Kubaportal „Cubaencuentro“.

    Seit Monaten häufen sich die Anzeichen einer drohenden Zahlungsunfähigkeit Kubas. Ausländische Lieferanten berichten von erheblichen Zahlungsverzögerungen. Die kanadische Pebercan, die in Kuba 16 Jahre lang Öl gefördert hatte, flog im Januar raus, nachdem sie auf Bezahlung von rund 100 Millionen Dollar Schulden der Kubaner gedrängt hatte. Mit den deutschen Kubaexporteuren und ihren Banken wird es wahrscheinlich im Juni zu neuen Umschuldungsverhandlungen kommen.
    24.05.2009



     

    USA bieten Kuba Wiederaufnahme von Einwanderungsdialog an

    Im Bemühen um Entspannung im Verhältnis zu Kuba macht die Regierung von US-Präsident Barack Obama einen weiteren Schritt auf den kommunistischen Inselstaat zu. Fünfeinhalb Jahre nach der Aussetzung der Gespräche über Einwanderungsfragen sei Havanna eine Wiederaufnahme des Dialogs angeboten worden, hieß es aus Kreisen des US-Außenministeriums. Kubanisch-stämmige US-Politiker kritisierten das Vorhaben.

    Die Gespräche sollten zu einer "legalen und geordneten Migration" beitragen und jüngste Entwicklungstendenzen bei der illegalen Einwanderung von Kubanern in die USA verfolgen, sagte ein Mitarbeiter des US-Außenministeriums, der nicht namentlich genannt werden wollte, der Nachrichtenagentur AFP. Die US-Regierung erhoffe sich durch den Schritt eine Verbesserung der Zusammenarbeit mit Kuba bei Einwanderungsfragen.

    Im Dezember 2003 hatte die damalige US-Regierung unter George W. Bush die Einwanderungsgespräche mit Kuba ausgesetzt, die zuvor alle zwei Jahre stattgefunden hatten. Die USA warfen Kuba zu dem Zeitpunkt unter anderem vor, Kubanern mit einer Einwanderungserlaubnis für die USA die Ausreise zu verweigern.

    Die neue US-Regierung setzt auf eine Entspannung in den Beziehungen zu Kuba. Obama bot dem Karibikstaat bereits einen Neubeginn an und hob für kubanisch-stämmige US-Bürger die strikten Auflagen für Reisen und Geldtransfers nach Kuba auf. Das seit knapp fünf Jahrzehnten bestehende US-Embargo gegen Kuba besteht allerdings weiter.

    Mehrere kubanisch-stämmige US-Politiker kritisierten das erneute Zugehen auf Havanna scharf. Der Schritt sei ein "einseitiges Zugeständnis" der US-Regierung an die kubanische "Diktatur", erklärte eine Gruppe Abgeordneter aus Florida. Kuba verstoße weiterhin gegen das Abkommen, indem jährlich "hunderten" Kubanern mit gültigen Visa die Ausreise in die USA verweigert werde.

    Jedes Jahr versuchen tausende Kubaner über das Meer den nahen US-Bundesstaat Florida oder die mexikanische Küste zu erreichen, um dann über das südliche Nachbarland in die USA einzureisen. Ein 1995 geschlossenes Migrationsabkommen zwischen Washington und Havanna schreibt fest, dass auf dem Meer aufgegriffene kubanische Flüchtlinge nach Kuba zurückkehren müssen, wer es bis an die US-Küste schafft, darf in den USA bleiben.
    24.05.2009



     

    Kuba vor Energiekrise: Strenge Sparmaßnahmen angeordnet

    Kuba ist offenbar von einem Strommangel bedroht. Ab Juni führt der Inselstaat strenge Sparmaßnahmen ein. Für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung der Bevölkerung müsse die Industrie ihren Energieverbrauch um zwölf Prozent drosseln, forderte Kubas Vizepremier und Wirtschaftsminister Mario Murillo. Ihm zufolge hat Kuba genug Stromerzeugungskapazitäten, doch eine überplanmäßige Stromerzeugung aus Kraftstoff sei unzulässig.

    Das Industrieministerium drohte seinerseits mit Stromabschaltungen, sollte der Verbrauch nicht reduziert werden. Die Restriktionen führten die Behörden auf die Weltwirtschaftskrise zurück, die zu einem Rückgang der kubanischen Exporteinnahmen geführt hat. Um für den erwarteten zusätzlichen Stromverbrauch in den Sommermonaten gerüstet zu sein, sollen ab Montag unter anderem Klimaanlagen in Unternehmen und am Samstagvormittag auch der Strom in Privatwohnungen abgeschaltet werden können. Wegen des Einsatzes von Ventilatoren und Klimaanlagen kann sich der Stromverbrauch in Kuba in den Sommermonaten häufig verdreifachen. Die von Wirtschaftsminister Marino Murillo unterzeichnete Direktive wurde am Dienstag an Regierungsbüros und Firmen weitergeleitet.

    Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums lag der Stromverbrauch im ersten Quartal dieses Jahres drei Prozent über dem Plan. Im April betrug der Mehrverbrauch sogar acht Prozent. Als Folge betrugen überplanmäßige Staatsausgaben mehr als 90 Millionen US-Dollar.
    04.05.2009



     

    Neue Taxis für Kubas Hauptstadt

    Auf Kubas Straßen sieht man häufig amerikanische Straßenkreuzer aus den vierziger und fünfziger Jahren - auch als Taxi. Seit den panamerikanischen Spiele 1991 jedoch wird die Flotte modernisiert. Nun freuen sich 300 weitere Chauffeure über einen neuen Lada 2107 -
    Baujahr 1994.

    Im Januar 2009 verschiffte Lada 300 Stück ihres Spitzenmodells Typ 2107, das in Deutschland zeitweise unter dem Namen Toscana verkauft wurde, nach Kuba. Die letzte Verbesserung gab es, als der Transportservice Ende der 80er Jahre alte amerikanische Limousinen gegen Lada 2105 auswechselte. Die erste Modernisierungswelle kam im Jahr 1991. Zu den Panamerikanischen Spielen, die auf dem amerikanischen Kontinent immer im Vorjahr der Sommerolympiade ausgetragen werden, führte Gastgeberland Kuba 1991 ein neuartiges Transportsystem ein: Das Panataxi. Der eigens für das Sportereignis eingerichtete Service sollte die Fahrgäste ohne Umwege an das gewünschte Ziel fahren. Vorher waren nämlich so gut wie alle kubanischen Taxis an eine bestimmte Route gebunden, die ihre Passagiere entweder am nächsten Krankenhaus oder am Friedhof absetzten. Panataxis kassierten für die Fahrten nur Dollar, so dass die Ladas Touristen vorbehalten blieben. Kubanern war der Besitz ausländischer Währungen 1991 noch verboten. So fuhren auch die kubanischen Athleten während der Spiele genau wie alle einheimischen Zuschauer im Linienbus zum Wettkampf.

    Trotz der für Kubaner hohen Preise stieg die Gesamtzahl der Droschken in Havanna weiter an - laufend wurden neue Taxiunternehmen gegründet. Die historische US-Autos wurden als Attraktion für Touristen aufpoliert. Kubas Regierung setzte dem Taxi-Wildwuchs im Mai 2008 ein Ende und schloss alle Dienstleister unter dem Namen Cubataxi zusammen. Formal existiert Panataxi seitdem nicht mehr. Den Unterschied dürften Fahrer, Touristen und kubanische Kunden kaum bemerkt haben. Viele der ehemaligen Panataxis behielten ihr altes Schild und tragen lediglich den Zusatz Cubataxi auf dem Chassis, andere laufen bloß im Routentransport.
    23.04.2009



     

    Fidel Castro schlägt USA Gefangenenaustausch vor - 75 Dissidenten gegen fünf kubanische Agenten

    Kubas Revolutionsführer Fidel Castro hat die Freilassung politischer Gefangener im Gegenzug zur Entlassung von fünf kubanischen Agenten aus US-Haft ins Gespräch gebracht. Es sei durchaus vorstellbar, dass Staatschef Raúl Castro im Gegenzug für die Freilassung von "fünf kubanischen Anti-Terror-Helden" 75 im Jahr 2003 festgenommene kubanische Dissidenten in die USA ausreisen lasse. Nach Darstellung Havannas hatte diese Gruppe unter Exilkubanern in Miami Informationen über geplante Anschläge in Kuba gesammelt.

    Den Dissidenten warf Fidel Castro mit Blick auf die von den USA geförderte Invasion durch Exil-Kubaner im Jahr 1961 vor, wie "die Söldner der Schweinebucht im Dienste einer fremden Macht" zu stehen, die Kuba bedrohe und mit einem Embargo belege.

    Castro hatte bereits 2001 den Austausch von etwa 200 kubanischen Dissidenten gegen die fünf in den USA inhaftierten Agenten vorgeschlagen, die wegen des Spionage zu langen Haftstrafen verurteilt worden waren. Die US-Regierung lehnte den Vorschlag jedoch ab. Wegen der Festnahme der 75 kubanischen Dissidenten hatte die EU vorübergehend Sanktionen gegen Havanna verhängt.
    23.04.2009



     

    Transferunternehmen "Western Union" will Geldversendung auf die Insel dominieren

    Erste Schritte zu besseren Beziehungen zwischen Kuba und den USA hat Obama getan. Das Geldtransferunternehmen Western Union will schnell die Chance nutzen, sich die Exilkubaner als Kunden zu sichern.

    Mit der Lockerung der US-Restriktionen gegen die Insel bieten sich neue Optionen für Exilkubaner: ab sofort sind Geldtransfers von Spanien nach Kuba möglich. Diese rasche Reaktion auf die Lockerung der bisherigen US-Sanktionen wird von in Europa lebenden Kubanern freudig begrüßt.

    Western Union will das Kubageschäft systematisch ausbauen. Das war 1999 unter der Regierung Clinton reaktiviert worden. Allerdings nur von den USA aus, wo rund 3000 Büros für den Geldtransfer nach Kuba zur Verfügung stehen. Auf der Karibikinsel sind es hingegen gerade einmal 153 »agent locations«, wie es im Unternehmensslang heißt.

    »Die verbinden Familien in den USA mit den geliebten Verwandten in allen kubanischen Provinzen seit 1999 und wir werden unser Netzwerk ausbauen, um unsere Kunden, sowohl in den USA als auch Kuba, in Verbindung mit den jüngsten Entscheidungen besser zu bedienen«, so Stewart Stockdale, Präsident von Western Union in den USA. Mehr Service will Western Union anbieten und damit der Konkurrenz von Money Brookers und Co. einen Schritt voraus sein.

    Weltweit ist das US-Unternehmen mit 350 000 Agenten in zweihundert Ländern der Branchenprimus und Exilkubaner wie Tania Quintero zahlen gerne die Gebühren, wenn sie sich sicher sein können, dass ihr sauer erspartes Geld bei den Lieben in Havanna auch ankommt. Erfahrungen mit Geldsendungen, die die Empfänger nicht erreichten, weil die Boten nicht zuverlässig waren oder das Postpaket geöffnet wurde, haben viele Exilkubaner gemacht und deshalb war die Ankündigung von Western Union auf vielen Websites der Kuba-Community zu lesen.
    21.04.2009



     

    Kuba rüstet sich für Touristeninvasion

    Die Lockerung der US-Sanktionen durch Präsident lässt den Inselstaat hoffen, dass die alten Gäste zurückkehren.

    Kuba bereitet sich auf einen Besucheransturm aus den USA vor. Von der Regierung über internationale Konzerne bis hin zu privaten Geschäftsleuten hofft die gesamte Inselwirtschaft, von den vergangene Woche verkündeten ersten Lockerungen der US-amerikanischen Beschränkungen für Reisen und Überweisungen nach Kuba zu profitieren - und von einer weiteren Annäherung, die folgen könnte.

    Die Rechnung von vielen Kleinunternehmern, die
    casa particulares oder paladares betreiben, ist einfach: "Es werden mehr Leute und mehr Geld kommen, und das wird logischerweise das Geschäft ankurbeln." Darum erweitern viele ihre Kapazitäten.

    Für Kuba ist der Tourismus eine der wichtigsten Einnahmequellen: 2,3 Millionen Gäste brachten im vergangenen Jahr 2,5 Mrd. $ ins Land. Während andere Länder in diesem Jahr infolge der globalen Rezession mit einem dramatischen Einbruch beim Tourismus rechnen, hofft Kuba dank der Lockerungen im US-Reisebann für die Insel auf einen Aufschwung der Branche. Auch Vize-Tourismusministerin Maria Elena López Reyes rechnet fest mit steigenden Besucherzahlen. "Wir bauen unsere Hotelkapazitäten weiter aus", erzählt sie.

    Viva la revolución!
    Die kubanische Wirtschaft ist auf diese Einnahmen dringend angewiesen. Erst vor wenigen Tagen schlug der neue Außenhandelsminister Rodrigo Malmierca angesichts um 80 Prozent eingebrochener Exporte überraschend deutlich Alarm: "Wir müssen unsere Unternehmen dazu bringen, ihre Exportträgheit zu überwinden", zitierte ihn die staatliche Presse. 2007 betrug das Minus in Kubas Handelsbilanz fast 7 Mrd. $ - mehr als ein Zehntel des gesamten Wirtschaftsvolumens. Zahlen für vergangenes Jahr gibt es noch nicht, doch infolge der dramatisch eingebrochenen Exporte dürfte es weiter gestiegen sein.

    Vergangene Woche kündigte US-Präsident Barack Obama zunächst an, dass die etwa 1,5 Millionen US-Bürger kubanischer Abstammung zeitlich unbegrenzt in ihre alte Heimat reisen dürfen. Sollte bald das Reiseverbot für alle US-Bürger aufgehoben werden, wovon viele Beobachter ausgehen, rechnet der Internationale Währungsfonds mit bis zu 3,5 Millionen US-Touristen in Kuba pro Jahr. Zum Vergleich: 2007 kamen nach offiziellen Angaben gerade einmal 40.000 US-Bürger.

    17.04.2009



     

    Kuba und USA nähern sich an - Obama sucht Neuanfang

    Kubas Führung ist zu einem umfassenden Dialog mit den USA bereit - auch über das Thema Menschenrechte. Das signalisierte Staatschef Raúl Castro bei einem Treffen linksgerichteter Staatschefs im venezolanischen Cumaná, einer Gegenveranstaltung zu dem dieser Woche in Trinidad beginnenden Gipfel der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS). Dort ist Kuba nicht vertreten, nachdem es auf Druck der USA 1962 von der Arbeit in den OAS-Gremien ausgeschlossen worden war.

    Nun aber bahnt sich eine Neuordnung der kubanisch-amerikanischen Beziehungen an. Nachdem der US-Präsident bereits vor einer Woche die Kuba-Politik seines Landes modifiziert und alle Reisebeschränkungen für die in den USA lebenden Exil-Kubaner aufgehoben hatte, geht nun Kubas Führung einen Schritt auf die Regierung in Washington zu.

    So ist Havanna nach den Worten Castros bereit, mit Obama über alles zu sprechen, was von US-Seite gewünscht werde. Ausdrücklich nannte er dabei auch die Themen Menschenrechte, Pressefreiheit und die Situation der politischen Gefangenen.

    Der frühere kubanische Präsident Fidel Castro hat die von der US-Regierung angekündigte Entspannung in den Beziehungen beider Länder begrüßt. Das sei ein „positiver, aber nur minimaler“ Schritt, erklärte der 82-jährige Castro am Dienstag auf der Website der Regierung. Nötig seien viele weitere Schritte. Er hatte schon zuvor kritisiert, die Änderungen gingen nicht weit genug.

    Obwohl die Delegationen aus Havanna und den USA bei dem OAS-Gipfel nicht aufeinandertreffen werden, dürfte die Neuordnung des Verhältnisses zwischen diesen beiden Staaten ein Hauptthema des Treffens sein. Beobachter gehen davon aus, dass das seit mehr als 40 Jahre bestehende US-Wirtschaftsembargo gegen Kuba in naher Zukunft aufgehoben werden könnte.

    Diese Hoffnungen nährte Obama einen Tag vor Beginn des Gipfeltreffens in Trinidad. In einem Gastbeitrag für lateinamerikanische Zeitungen, der in Brasilien am Donnerstag von O Globo veröffentlicht wurde, plädierte er für einen pragmatischen Umgang mit dem sozialistischen Inselstaat: "Die Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten sind Beispiel für eine Debatte, die oft dem 20. Jahrhundert verhaftet ist".

    Die neue Harmonie zwischen den USA und ihren südamerikanischen Nachbarn wurde allerdings gestört durch Venezuelas Staatschef Hugo Chávez. Dieser hat einen Tag vor Beginn des OAS-Gipfels sein Veto gegen die geplante Abschlussdeklaration angekündigt. "Gemeinsam mit anderen Ländern" werde sein Land gegen die Erklärung stimmen, die am Sonntag von den 34 Staats- und Regierungschefs unterzeichnet werden soll.

    Die Kritik Chávez richtet sich nach Medienberichten vor allem gegen Textpassagen, die die Menschenrechte und die Rolle der OAS bei deren Einhaltung betreffen. Die Erklärung sei fehl am Platz, schwer zu verstehen und passe nicht in die Zeit, kritisierte Chávez und fügte hinzu: "Wir haben keine große Erwartungen an den Gipfel." Dem Vernehmen nach will sich auch das ebenfalls linksregierte Nicaragua dem Veto anschließen.

    Handschlag zwischen Obama und Chávez

    US-Präsident Barack Obama hat beim Gipfel der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) eine Neuausrichtung der Beziehungen zu Kuba und zu ganz Lateinamerika angekündigt. Auch zum kommunistischen Nachbarn Kuba strebe die USA bessere Beziehungen an, erklärte Obama am Freitag bei einer Rede auf dem Gipfeltreffen in Trinidad und Tobago. Ebenfalls freundlich fiel die Begrüßung des US-Präsidenten durch Venezuelas Präsidenten Hugo Chávez aus, einem der schärfsten Kritiker der USA.

    Obama erklärte sich am Freitag bei dem Treffen bereit, mit der kubanischen Regierung über eine ganze Reihe von Themen zu sprechen. Dazu gehörten Menschenrechte ebenso wie wirtschaftliche Fragen. Der US-Präsident versprach den 33 Staats- und Regierungschef der Region ein "neues Kapitel des Dialogs", bei dem Washington eine gleichberechtigte Partnerschaft mit den amerikanischen Ländern anstrebe.

    Kuba ist der einzige Staat des Kontinents, der bei dem dreitägigen "Gipfel der Amerikas" nicht vertreten ist. Mehrere lateinamerikanische Staaten machen sich für die Rückkehr Kubas in die Organisation stark. Die argentinische Präsidentin Cristina Kirchner rief Obama in ihrer Rede auf, die "historische Chance" zu ergreifen und das seit fast einem halben Jahrhundert bestehende Embargo gegen Kuba aufzuheben. Weitere Themen des Gipfels sind die wirtschaftliche Zusammenarbeit, der Kampf gegen die Weltwirtschaftskrise und Sicherheitsfragen.

    Der Händedruck sei von Obama ausgegangen, teilte das venezolanische Präsidialamt mit. Der neue Stil des amerikanischen Präsidenten habe den scharfen US-Kritiker Chávez beeindruckt. "Wir haben uns ganz wie Gentlemen die Hand gereicht", erklärte Chávez anschließend vor Journalisten. Er sprach von einer sehr "feinsinnigen" Geste Obamas, die er nicht zurückweisen konnte. Chávez lobte Obama als einen sehr "intelligenten Mann". Er fügte hinzu: "Ich habe ihm dasselbe gesagt, was ich schon (George W.) Bush vor acht Jahren gesagt habe, dem ich auch dieselbe Hand bei einem Amerika- Gipfel in Kanada gereicht habe: "Ich möchte Euer Freund sein." Ich glaube, es war ein guter Moment." Ein formelles Treffen zwischen Obama und Chávez während des Gipfels in Port-of-Spain ist allerdings nicht geplant, wie das Weiße Haus sagte.

    In der Amtszeit von Obamas Vorgänger George W. Bush hatten sich die Beziehungen zwischen beiden Ländern massiv verschlechtert. Chavez hatte den US-Botschafter des Landes verwiesen und seinen Botschafter aus Washington abgezogen. Im März nannte Venezuelas Präsident Obama noch einen "Dummkopf", nachdem dieser gesagt hatte, Chavez stehe dem Fortschritt in Lateinamerika im Wege.

    Chavez und Obama     Chavez und Obama

    13.04.2009



     

    Obama lockert Embargo gegen Kuba

    Präsident Obama lockert die Blockadepolitik gegenüber Kuba. Amerikanische Bürger kubanischer Abstammung sollen künftig unbegrenzt in den Inselstaat reisen und beliebige Geldsummen dorthin überweisen dürfen.

    Obama hatte sich als Präsidentschaftskandidat für eine Lockerung der Bestimmungen ausgesprochen. «Es gibt keine besseren Botschafter der Freiheit als Amerikaner kubanischer Abstammung», sagte Obama im vergangenen Mai in Miami, wo tausende Exilkubaner leben. Deren Geld solle die Familien weniger abhängig vom Castro-Regime machen, sagte Obama damals.

    Obama hat nach Angaben von Mitarbeitern jedoch zunächst nicht vor, das Handelsembargo gegen den kommunistischen Staat zu lockern. Nach Castros Machtübernahme 1959 waren die Beziehungen zu dem Inselstaat eingefroren worden. Eine Aufweichung der Blockadehaltung und womöglich auch des Handelsembargos ist im Kongress heftig umstritten, zumal unter Abgeordneten kubanischer Abstammung.
    08.04.2009



     

    Abgeordnete der USA treffen Castro in Kuba

    Abgeordnete des US-Kongresses haben sich in Kuba mit Revolutionsführer Fidel Castro getroffen, um unter anderem über die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Kuba und den USA zu sprechen. Unter US-Präsident Obama könnte sich das Verhältnis zwischen Kuba und den USA entspannen, äußerten sich die US-Abgeordneten. Castro sagte, Obama müsse die Initiative für bessere Beziehungen ergreifen.

    Mit einem Treffen von Revolutionsführer Fidel Castro und US-Kongressabgeordneten haben sich die Anzeichen für eine Annäherung zwischen Kuba und Washington verstärkt. Castro betonte am Mittwoch, die Initiative für bessere Beziehungen müsse US-Präsident Barack Obama ergreifen. Die US-Delegation äußerte sich optimistisch, dass das Verhältnis zu Havanna sich unter Obama entspannen werde.

    Bei dem Treffen mit den drei demokratischen US-Abgeordneten habe der 82-jährige Castro am Dienstag einen „sehr energiegeladenen“ Eindruck gemacht, sagte Barbara Lee, die Chefin der US-Delegation: „Wir haben uns in seinem Haus getroffen, einem sehr schlichten Haus. „ Auch Castros Frau sei dabei gewesen, sein Sohn habe fotografiert, sagte Lee bei der Rückkehr nach Washington dem Fernsehsender CNN. Es sei eine „sehr bewegende“ Begegnung gewesen, Castro habe sich viele Notizen gemacht. „Er war sehr wissbegierig und bat uns, ihm mehr Informationen über Dr. King junior zukommen zu lassen“, fügte sie hinzu. Castro verehre den 1968 ermordeten afro-amerikanischen Bürgerrechtler Martin Luther King. Lee hatte Fidel Castro bereits mehrfach getroffen.

    Bereits am Montag hatte sich die insgesamt siebenköpfige US-Delegation aus Mitgliedern des Ausschusses afro-amerikanischer Abgeordneter mit Kubas Staatschef Raúl Castro, dem 77-jährigen Bruder Fidel Castros, getroffen. Wie aus einer offiziellen Erklärung der kubanischen Regierung hervorgeht, standen bei dem rund vierstündigen Treffen diverse Themen auf der Tagesordnung, darunter auch wirtschaftliche Beziehungen.

    Beide Castro-Brüder zeigten sich offen für den Dialog mit Washington, den Obama bereits während seines Wahlkampfes angeregt hatte. Fidel Castro betonte aber in einem am Mittwoch auf der Website www.cubadebate.cu veröffentlichten Kommentar, es sei Obama, der die Beziehungen zu Kuba verbessern könne. Allerdings müsse Kuba Obama dabei helfen. Er glaube, dass Obama sein Dialogangebot an Kuba ehrlich meine. Allerdings könne die politische Realität in den USA sich als stärker erweisen als die „aufrichtigen Intentionen“ Obamas.

    Es war der erste Besuch von US-Kongressmitgliedern auf der Karibikinsel, seit Raúl Castro im Februar 2008 offiziell das Amt des kubanischen Staatschefs von seinem Bruder Fidel übernommen hatte. Fidel Castro hatte sich wegen anhaltender Gesundheitsprobleme von der Staatsspitze zurückgezogen. Zuletzt hatte eine Abordnung des US-Kongresses im Jahr 2007 Kuba bereist.

    Die USA halten an dem seit 47 Jahren bestehenden Handelsembargo gegen Kuba fest. Mitte März beschlossen sie aber Erleichterungen für Exil-Kubaner. So dürfen aus Kuba stammende US-Bürger künftig jährlich statt wie bisher nur alle drei Jahre in ihr Herkunftsland reisen und dort täglich 179 Dollar statt der bisherigen fünfzig ausgeben. Kuba kann außerdem Lebensmittel und Medikamente ohne Vorkasse aus den USA importieren. Washington sorgte allerdings dafür, dass Kuba zu einem Gipfel amerikanischer Staaten in Trinidad und Tobago Ende kommender Woche nicht eingeladen wird.
    24.03.2009



     

    Spanische Pässe für die Enkel der Bürgerkriegsflüchtlinge

    „Die Fabrik der Spanier“, nennen die Menschen neuerdings das Konsulat Spaniens in der kubanischen Hauptstadt Havanna. Denn in der spanischen Vertretung liegt die Auswanderungshoffnung für zehntausende Kubaner.

    Spanien hat den Nachfahren der Flüchtlinge, die sich während des spanischen Bürgerkrieges (1936–1939) und der nachfolgenden Franco-Diktatur (bis 1975) ins Ausland retteten, die Hand ausgestreckt – und die Enkel der Exilanten eingeladen, als spanische Staatsbürger wieder nach Hause zu kommen. Eine Geste der Versöhnung des spanischen Regierungschefs, des Sozialdemokraten Jose Luis Zapatero, 70 Jahre nach dem Bürgerkrieg.

    Die dreijährige Schlacht zwischen Anhängern der damaligen linken Republikregierung und des putschenden rechtsgerichteten Generals Francisco Franco ging am 1. April 1939 zu Ende. „Am heutigen Tag, mit einer entwaffneten Armee der Roten, haben die nationalen Truppen ihre letzten militärischen Ziele erreicht“, verkündete Franco am späten Abend. Weiße Fahnen wehten über der Hauptstadt Madrid, wo sich linke Widerstandsgruppen bis zuletzt verschanzt hatten.

    Allein in Kuba leben Schätzungen zufolge etwa 200.000 Nachfahren von spanischen Bürgerkriegsflüchtlingen, die Dank des „Enkelgesetzes“ einen Pass des Königreichs Spaniens beantragen können. In ganz Lateinamerika sind es Schätzungen zufolge mehr als eine Million Menschen. Lange Schlangen vor dem Konsulat in Havanna zeugen davon, dass auf Spanien eine Immigrationswelle der ausländischen „Bürgerkriegsenkel“ zukommt. „Hoch lebe Spanien“, rufen die Menschen, die als Kubaner das Konsulat betreten und als Spanier herauskommen. Freudestrahlend strecken sie ihre frisch gedruckten spanischen Dokumente in die Höhe.

    In anderen lateinamerikanischen Staaten, etwa in Argentinien, Mexiko und Venezuela, sieht es ähnlich aus. Rund 650 000 Republikanhänger flüchteten während und nach dem Bürgerkrieg aus Spanien. Sie versuchten, dem Gemetzel der rechten Franco-Schwadronen zu entkommen, die politisch Andersdenkende an die Wand stellten, einkerkerten oder in Arbeitslager schickten.

    Im spanischen Bürgerkrieg sollen bis zu eine halbe Million Menschen gefallen sein. Hinzu kommen etwa 150 000 Republikaner, die der politischen Verfolgung durch Francos Schergen während und nach dem Bürgerkrieg zum Opfer fielen. Auch etwa 60 000 Franco-Anhänger wurden während des Krieges von linken Republikanermilizen hingerichtet – darunter tausende Nonnen und Geistliche.

    Franco erhielt im Bürgerkrieg von Adolf Hitler entscheidende Unterstützung. Die Wehrmacht griff mit Flugzeugen und 5000 Soldaten ein. Zum wohl dunkelsten Kapitel der deutschen Franco-Hilfe gehört der Luftangriff auf die nordspanisch-baskische Kleinstadt Guernica, die am 26. April 1937 bombardiert wurde. Der Stabschef der Legion, Oberst Wolfram von Richthofen, notierte damals in sein Tagebuch: „Einfach toll – Guernica, Stadt mit 5000 Einwohnern, wurde heute buchstäblich dem Erdboden gleichgemacht.“
    (www.tagesspiegel.de)
    30.03.2009



     

    Kuba hält nach Kabinettsumbau aussenpolitisch Kurs

    Der Wechsel an der Spitze des kubanischen Außenministeriums im Zuge der jüngsten Regierungsumbildung hat viele Beobachter überrascht, galt Felipe Pérez Roque doch als politischer Ziehsohn Fidel Castros. Außenpolitisch wird in Havanna hingegen offenbar die Kontinuität gewahrt.

    In der kubanischen Außenpolitik »gibt es absolut keine Richtungsänderung«. Sie beruhe auf ihrer »seit 1959 bis zu dieser Minute gewährten Kontinuität«, sagte der neue kubanische Außenminister Bruno Rodríguez einer Journalistengruppe, als er auf dem hauptstädtischen Flughafen den Kommissar für Entwicklung und humanitäre Hilfe der Europäischen Union, den Belgier Louis Michel, und dessen 25 Begleiter verabschiedet hatte. Sie waren Teilnehmer einer Konferenz mit kubanischen Regierungsfunktionären, Mitarbeitern von Nichtregierungsorganisationen und Beamten aller in Kuba vertretenen Institutionen der Vereinten Nationen. Bei dem Treffen ging es darum, sich um die Strukturen künftiger Zusammenarbeit Europäische Union – Kuba Gedanken zu machen.

    Gemeinsame Interessengebiete gibt es reichlich: Unwettervorsorge, Sicherung der Ernährung, Umweltprobleme oder die Erzeugung von Energie durch Wind und Sonne zum Beispiel. Auf jeden Fall redet man miteinander, und dabei soll es bleiben.

    Unterdessen hat sich auch der costaricanische Präsident Oscar Arias bewegt und Havanna die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen vorgeschlagen, die von Lateinamerikanern und Kariben, mit Ausnahme Mexikos, unter dem Druck Washingtons im August 1960 einseitig abgebrochen worden waren. Arias galt während seiner ersten Amtszeit in den 80er Jahren als einer der führenden antikubanischen Scharfmacher der Region, »heute«, hat er nun erkannt, »ist die Welt diametral verschieden im Vergleich zu damals«. Kurios, dass die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) die Entscheidung, Kuba zu verbannen, einst in der costaricanischen Hauptstadt San José traf. Das kubanische Außenministerium teilte am 18. März der Arias-Regierung mit, Kuba akzeptiere den costaricanischen Vorschlag, wenn ihm internationales Recht und die Prinzipien der Vereinten Nationen der Nichteinmischung in die Angelegenheiten anderer Staaten zugrunde lägen. Also kein Freudentaumel in Havanna, sondern nur kühle, höfliche Zustimmung.

    Der frisch gewählte salvadorianische Präsident Mauricio Funes von der ehemaligen Guerilla-Organisation FMLN, der im Juni nach 20-jähriger Herrschaft ultrarechter Regimes vereidigt wird, hatte schon während seines Wahlkampfes angekündigt, dass er als eine der ersten Amtshandlungen die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zu Havanna vorgesehen hat. Damit wäre dann Kuba wieder fest in den gesamten amerikanischen Kontinent eingegliedert. Die USA stehen alleine da. Laut Präsident Obamas Unterstaatssekretär für lateinamerikanische Angelegenheiten, Thomas Shannon, respektiert die neue Regierung die Entscheidungen der Nationen des Kontinents, empfiehlt ihnen jedoch, ihre Beziehungen zu Havanna eher »informell« zu gestalten.

    Und Washington selbst? Belässt es seine Nicht-Beziehungen auf mittlere und lange Sicht bei dem halben Dutzend Korrekturen der Blockade, während an die hundert schwere Brocken nicht angetastet werden? Das Netzwerk der Gesetze ist derartig verästelt, dass eine Außerkraftsetzung Jahre dauern kann, weil dazu meist eine Zweidrittelmehrheit im Kongress nötig ist. 17 Mal in Folge hat die UNO-Generalversammlung inzwischen die Blockade verurteilt.

    Lateinamerika und die Karibik fordern ausnahmslos die Wiederaufnahme normaler Beziehungen zwischen Havanna und Washington. Andererseits wolle man Barack Obama nicht in die Enge treiben, obgleich »seit Monaten«, das hat der Ministerpräsident von Trinidad und Tobago, Patrick Manning, Gastgeber des nächsten Amerika-Gipfels im April (ohne Kuba) festgestellt, »Kuba in aller Munde ist«. Beim Gipfel steht Kuba nicht auf der offiziellen Tagesordnung, doch Thema wird es sicher sein – zumindest informell.
    24.03.2009



     

    EU setzt den Annäherungskurs gegenüber Havanna fort - Opposition in Kuba wirft Brüssel Verrat vor

    Pünktlich zum Frühlingsbeginn setzt die Europäische Union auch politisch auf Tauwetter zwischen Brüssel und Havanna. Zum dritten Mal seit Amtsantritt von Raúl Castro als Staatschef Kubas im Februar vergangenen Jahres war der EU-Kommissar für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe, Louis Michel, kürzlich in dem sozialistischen Karibikstaat zu Gast. Der linksliberale Politiker setzte damit den Annäherungskurs fort, den die Brüssler Führung im Juni vergangenen Jahres mit der Beendigung der EU-Sanktionen gegen Kuba eingeleitet hatte. Die Strafmaßnahmen waren 2003 noch auf Initiative der spanischen Regierung unter Ministerpräsident José Maria Aznar eingeführt worden.

    Kubanische Oppositionelle indes haben der EU Verrat an ihrer eigenen Menschenrechtspolitik vorgeworfen. In einer von Havanna aus verbreiteten Erklärung wird dem EU-Kommissar Louis Michel vorgehalten, ausgerechnet zum Jahrestag der jüngsten Repressionswelle Gespräche mit der Regierung von Raúl Castro geführt zu haben. Michel habe damit das "Spiel der alten Diktatoren akzeptiert", heißt es in dem von den Dissidenten Félix Antonio Bonne, Vladimiro Roca und Martha Beatriz Roque unterzeichneten Schreiben. Entwicklungskommissar Michel hatte bei seinem Besuch in Havanna am 18. und 19. März die "positive Dynamik" der Beziehungen zwischen Kuba und Europa gelobt. Dabei kündigte Michel auch einen Dialog mit Kuba an, der das Thema Menschenrechte einschließe.

    Michels Besuch erfolgte sechs Jahre nachdem Kuba 75 Oppositionelle zu langjährigen Haftstrafen verurteilt hatte. 54 von ihnen sind noch in Haft. Auf die damaligen Urteile hin hatte die EU diplomatische Sanktionen verhängt, die sie vergangenes Jahr
    15.03.2009



     

    Moskau erwägt Stationierung von Bombern auf Kuba

    Die russische Luftwaffe erwägt die Stationierung strategischer Bomber auf Kuba oder auf einer Insel vor der Küste Venezuelas. Wie die Moskauer Nachrichtenagentur Interfax am Wochenende mitteilte, prüfe Luftwaffenchef Anatoli Schicharew „technische Möglichkeiten“ für eine solche Stationierung, sollte ein entsprechender politischer Entschluss gefasst werden. Bislang waren auf Kuba noch nie dauerhaft sowjetische oder russische Bomber stationiert, weswegen sich Moskau bemüht, nur von hypothetischen Überlegungen zu sprechen. Für Washington wäre die Stationierung russischer strategischer Bomber auf Kuba das „Überschreiten der roten Linie“.

    Auf Kuba gebe es vier bis fünf Luftwaffenstützpunkte, auf welchen die Überschall-Langstreckenbomber des Typs Tu-160 starten und landen könnten, hieß es in Moskau. Der venezolanische Präsident Hugo Chávez hat schon vor längerer Zeit ein Flugfeld auf der Insel La Orchila nördlich von Caracas als vorübergehenden Stationierungsort für die Tu-160-Bomber angeboten. Im Herbst 2008 waren zwei russische Tu-160-Langstreckenbomber auf Einladung von Präsident Chávez auf venezolanischen Flughäfen gelandet. Der russische Präsident Dmitri Medwedjew hatte auf seiner Lateinamerika-Reise im vergangenen November die Bereitschaft Moskaus zu engerer militärischer Zusammenarbeit mit Venezuela und Kuba hervorgehoben. Im Dezember 2008 hatten russische Kriegsschiffe in kubanischen und venezolanischen Häfen vorübergehend festgemacht.

    Unterdessen hat der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva den amerikanischen Präsidenten Barack Obama dazu gedrängt, die Beziehungen zu Kuba und Venezuela zu verbessern. Zwischen den Vereinigten Staaten und Lateinamerika müsse eine neue Ära des freundschaftlichen Umgangs beginnen, die auf Vertrauen und nicht auf Einmischung beruhe, sagte Lula am Samstag nach einem Treffen mit Obama im Weißen Haus. Lula war der erste Präsident Lateinamerikas, der seit dem Amtsantritt Obamas vom 20. Januar von diesem zu einem offiziellen Besuch im Weißen Haus empfangen wurde.
    (FAZ.net)
    13.03.2009



     

    Einblick in Castros Leben

    Trotz seines Rückzugs aus der Öffentlichkeit nimmt Fidel Castro weiterhin am politischen Geschehen teil. Jetzt hat ein argentinischer Wissenschaftler Einblicke in das Leben des Maximo Lider gegeben.

    Der argentinische Wissenschaftler Atilio Boron hat den bislang detailliertesten Bericht über das Leben von Fidel Castro nach dessen Rückzug aus der Öffentlichkeit geliefert: Demnach lebt der ehemalige Staatschef in einem Haus mit einem kleinen Swimmingpool und medizinischer Ambulanz für Notfälle.

    Fast zwei Stunden dauerte das Treffen Atilio Borons mit dem ehemaligen kubanischen Staatschef in dessen geheimer Residenz. Und der Commandante gewährte ungewöhnliche Einblicke. Castro, der sich nach einer Darmoperation 2006 aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte, sei überraschend munter, schilderte Borons der argentinischen Zeitung „Clarin“.

    Boron zeigte sich beeindruckt von der gesunden Bräune, der festen Stimme und dem kräftigem Händedruck des seinerzeit dienstältesten Diktators der Welt. Mit großer Disziplin leiste er seine täglichen Reha-Übungen ab, gekleidet im klassischen Trainingsanzug kubanischer Athleten. Zur Entspannung liest er Darwins „Ursprung der Arten“ oder formuliert seine Gedanken zum aktuellen Geschehen, wie der Wirtschaftskrise, so Boron.

    Überraschenderweise habe sich der 82-Jährige auch zur jüngsten Entlassung mehrerer Minister aus der kubanischen Regierung geäußert. Castro habe beteuert, dass sein Bruder Raul keineswegs lediglich eigene Gefolgsleute in der Führung habe installieren wollen. Die Minister hätten vielmehr m ihrer Politik der schrittweisen Liberalisierung beim „äußeren Feind“ Illusionen geweckt. Ihr Handeln sei das Ergebnis politischer Ambitionen und blanker Ungeduld gewesen. Seit seinem Rückzug aus der Politik nach einer Darmoperation Mitte 2006 führt Castros Bruder Raul die Amtsgeschäfte. Über den Einfluss des ehemaligen Staatschefs wird seither spekuliert.
    Jan.-März 2009



     

    Reger Reiseverkehr von Staatsoberhäuptern: Regierungschefs geben sich auf Kuba die Klinke in die Hand

    Nachdem Raul Castro kürzlich einen Russlandbesuch hinter sich hat und Chinas Staatschef bereits Ende letzten Jahres die Karibikinsel besucht hat, tummeln sich nun die südamerikanischen Spitzenpolitiker auf Kuba:

    Viva la revolución!

    Viva la revolución!

    Viva la revolución!

    Viva la revolución!

    Brasiliens Präsident Lula und Raul Castro.
    Der brasilianische Präsident kommt nicht mit leeren Händen. Zukünftig hilft das Unternehmen Petrobras den Kubanern bei der Suche nach Ölvorkommen in der Karibik

    Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner und Fidel Castro (Januar 2009).
    Die Begegnung mit Fidel war der vorletzte Programmpunkt des offiziellen Besuchs von Cristina Fernández in Havanna, bevor sie an einem Empfang der argentinischen Botschaft teilnahm. Konkreteres Ergebnis des Besuchs war die Unterzeichnung von elf Kooperationsabkommen zwischen beiden Ländern.

    Cristina Fernández berichtete ausserdem, Fidel habe in dem Gespräch den neuen US-Präsidenten Barack Obama als eine »ehrliche Person mit guten Ideen« bezeichnet. Fidel habe die Amtsübergabe an den neuen US-Präsidenten im Fernsehen verfolgt, berichtete die argentinische Präsidentin.

    Raul und Michelle Bachelet aus Chile.
    Der erste Besuch eines chilenischen Staatsoberhauptes in Kuba nach 37 Jahren. Es wurden mehrere Abkommen unterzeichnet, die die Wirtschafts- und Kulturbeziehungen stärken sollen.
    Anfang März war der Präsident der Dominikanischen Republik, Leonel Fernandez (l.) mit Fidel Castro auf Kuba zusammengetroffen.
    11.03.2009



     

    USA erleichtern Kuba-Reisen

    US-Präsident Barack Obama will die Politik der Bush-Regierung revidieren - der Anfang ist eine Lockerung der Reisebeschränkung für Exilkubaner.

    Am Dienstag hob der US-Kongress Einschränkungen bei Kuba-Reisen auf, die Ex-Präsident George W. Bush vor fünf Jahren verhängt hatte. Damit können Exilkubaner jetzt wieder einmal im Jahr ihre Heimat besuchen und dort unbegrenzt lange bleiben. Dies gilt auch für US-Bürger mit Angehörigen auf Kuba.

    Bisher waren Besuche nur alle drei Jahre möglich. Die Besuchszeit war auf 14 Tage begrenzt. Das vom Senat verabschiedete Gesetz lockert auch die Finanzierungsbestimmungen für die Ausfuhr von Nahrungsmitteln und Medikamenten nach Kuba. Mit der Unterzeichnung durch Obama wird am heutigen Mittwoch gerechnet.

    US-Finanzminister Timothy Geithner erklärte, die Regierung überprüfe ihre Kuba-Politik, «um den besten Weg zu finden, auf dem der demokratische Wandel in Kuba gefördert und das Leben der Kubaner verbessert wird».

    Die Reisebeschränkungen sind Folge und Teil des seit fast einem halben Jahrhundert bestehenden Embargos der USA gegen Kuba. Die am 3. Februar 1962 von US-Präsident John F. Kennedy verhängte Wirtschaftsblockade ist das längste Embargo der Nachkriegsgeschichte. Auslöser war eine nach der Revolution und dem Sturz des Batista-Regimes 1959 auf Kuba beschlossene Agrarreform, bei der Besitztümer von tausenden US-Bürgern und Exilkubanern enteignet wurden. Havanna beziffert den Schaden durch die mehrmals verschärften Wirtschaftssanktionen auf inzwischen mehr als 90 Milliarden US-Dollar.

    Ausfuhren nach Kuba bedürfen grundsätzlich der Genehmigung des US-Wirtschaftsministerium, die in der Regel aber nicht erteilt wird. Das US-Finanzministerium kontrolliert Importe und blockiert Finanztransfers.

    Zugleich machte der US-Kongress am Dienstag den Weg für ein umstrittenes Ausgabengesetz über 410 Milliarden Dollar frei. Die entscheidende Abstimmung im Senat fiel am Dienstag mit 62 zu 35 Stimmen. Obama wollte das Gesetz nach Angaben des Weißen Hauses noch heute unterzeichnen. Allerdings werde Obama noch einige Maßnahmen verkünden, die den Hang der Abgeordneten zu persönlichen Prestigeprojekten eindämmen sollen. Unter anderem sieht das Gesetz eine deutliche Erhöhung der Nahrungsmittelhilfe für Arme und mehr Geld für die Energieforschung vor.
    02.03.2009



     

    Kuba baut Hotel-Kapazitäten aus

    Kuba richtet sich auf mehr Urlauber ein. «Wir bauen unsere Hotelkapazitäten weiter aus, derzeit um 3000 Zimmer», sagte Vize-Tourismusministerin María Elena López Reyes in Havanna.

    Bereits im Jahr 2008 war die Zahl der Einreisenden aus aller Welt von 2,152 auf 2,250 Millionen gestiegen. Bei den Urlaubern aus Deutschland ging die Zahl aber von 103 054 auf 100 964 zurück. Auch in anderen Ländern Europas ist das Interesse rückläufig, während vor allem Kanada, Lateinamerika und Russland «Cuba si» sagen.

    Die jährliche Auslastung der knapp 50 000 Zimmer auf der Karibikinsel liegt zwischen 60 und 65 Prozent. Die Vizeministerin erwartet «kräftige Impulse für Deutschland» von der Reisemesse FIT Cuba (4. bis 8. Mai in Havanna), bei der Deutschland Partnerland ist.

    Angesprochen auf eine mögliche Lockerung der Reisebeschränkungen für US-Bürger durch den neuen Präsidenten in Washington sagte López Reyes: «Wir wollen und brauchen generell mehr Devisen und Besucher». Auch für US-Gäste gebe es Vorbereitungen. Allerdings werde die Infrastruktur für alle Touristen erweitert, unabhängig von der Entwicklung in den USA. Derzeit kommen jährlich etwa 45 000 Besucher aus den USA nach Kuba, zum Verwandtenbesuch oder über Cancun in Mexiko und Jamaika als Touristen. Kubas Behörden stempeln nicht die Pässe, damit die Gäste bei der Heimreise keine Probleme bekommen.
    (sueddeutsche.de )
    02.03.2009



     

    Regierungsumbildung in Kuba - Hardliner und Geheimdienstler wird Vize-Regierungschef

    Der kubanische Staatschef Raul Castro hat überraschend die Regierung umgebildet und enge Vertraute seines Bruders Fidel mit eigenen Gefolgsleuten ersetzt. Prominentestes Opfer der Kabinettsumbildung ist der langjährige Außenminister Felipe Perez Roque. Neuer Außenminister wird laut offizieller Mitteilung vom Montag dessen bisheriger Stellvertreter Bruno Rodriguez.

    Vizepräsident Carlos Lage verliert den Angaben zufolge sein Amts als Kabinettssekretär, bleibt aber offenbar weiter einer von fünf Stellvertretern Raul Castros im Staatsrat. Lages Nachfolger in der Regierung wird General Jose Amado Ricardo Guerra, ein enger Weggefährte Castros. Abgelöst wurden auch Wirtschaftsminister Jose Luis Rodriguez, Finanzministerin Georgina Barreiro Fajardo und Arbeitsminister Alfredo Morales Cartaya.

    Castro hatte bereits einige Tage zuvor insgesamt drei Minister in den Rang von Vize-Regierungschefs erhoben. Die Stärkung des Ministerrates geschehe mit dem Ziel, die Kontrolle und Koordinierung der Regierung effektiver zu gestalten, hieß es in einer offiziellen Mitteilung in Havanna. Bei den drei Männern des Vertrauens von Castro handelt es sich um den Minister für Telekommunikation Ramiro Valdés, der als Hardliner und enger Vertrauter des schwer kranken Revoutionsführers Fidel Castro (82)gilt. Er gründete auch den Geheimdienst in Kuba. Außerdem wurden Landwirtschaftsminister Ulises Rosales de Toro und der Zucker- und Transportminister Jorge Luis Sierra zu Vize-Regierungschefs ernannt.
    27.02.2009



     

    US-Unternehmen warten auf Lockerung des Embargos

    US-Präsident Barack Obama hat im Wahlkampf angekündigt, eine Verbesserung der Beziehungen zwischen den USA und Kuba anzustreben. Von einer Aufhebung des seit 47 Jahren bestehenden Embargos will seine Außenministerin Hillary Clinton zwar nicht sprechen, aber amerikanische Unternehmen hoffen trotzdem auf neue Absatzmärkte.

    So haben im Dezember die Firmen Coca-Cola, Google und Ford ihre Handelsmarken in Havanna registrieren lassen. Viele andere Trademarks wurden noch vor der kubanischen Revolution eingetragen und seitdem alle zehn Jahre verlängert. An der Anzahl der geschützten Marken kann man die Erwartungen der Wirtschaft an die Entwicklung der US-kubanischen Beziehungen ablesen: nach dem Ende der Sowjetunion wollten sich viele Unternehmen eine gute Startposition sichern und zahlten gern die mit 1.500 Dollar relativ günstige Registrierungsgebühr, während der beiden Amtszeiten George W. Bushs sank die Zahl der Anträge um 36 Prozent. Vor allem die US-Lebensmittelindustrie erhofft sich von einem am Mittwoch im Repräsentantenhaus verabschiedeten Gesetz, das Exporte auf die Karibikinsel erleichtern soll, einen Umsatzanstieg. Die neue Regelung, die erst vom Senat bestätigt werden muss, sieht die Aufhebung mehrerer Maßnahmen der Bush-Regierung vor, nach denen die kubanische Importgesellschaft Alimport zum Beispiel Lieferungen in Bargeld bezahlen muss, bevor das Schiff den Hafen verlassen darf.

    Exporte stiegen 2008
    Das U.S.-Cuba Trade and Economic Council, das über die Exporte Buch führt, meldet für 2008 eine 61-prozentige Steigerung der Agrarexporte, womit Kuba auf der Liste der wichtigsten US-Handelspartner von Platz 31 auf 19 vorrückt. Nach drei Wirbelstürmen, die die kubanische Landwirtschaft schwer getroffen haben, importiert die Insel verstärkt Mais, Weizen, Hühner und Sojaprodukte aus den USA. Reis kommt bisher vor allem aus Vietnam. Marvin Lehrer, Kuba-Experte der USA Rice Foundation, erhofft sich von der neuen Gesetzgebung einen Anstieg der Exporte, die nach der Verschärfung der Handelsbestimmungen durch die Bush-Regierung von 175.000 Tonnen im Jahr 2004 auf lediglich 12,600 Tonnen 2008 sanken.

    Sonderfall Bacardi
    Ein US-Produkt, das es in absehbarer Zeit nicht in Kuba zu kaufen geben wird, ist Bacardi-Rum: die exilkubanische Unternehmerfamilie streitet mit dem staatlichen Cubaron-Konzern und dessen europäischem Vertriebspartner Pernod Ricard um den Markennamen "Havana Club". Dass der multinationale Konzern einen in Puerto Rico destillierten Rum in den USA unter dem Markennamen der Kubaner verkauft, empörte Ex-Präsident Fidel Castro: "Ich hoffe, es wird sich niemand beschweren, wenn wir hier eines Tages beginnen, Coca-Cola zu produzieren, und auf die Dosen schreiben wir dann 'Coca-Cola Cubana'", drohte er damals. Bisher haben sich die kubanischen Behörden allerdings an das Handelsmarken-Recht gehalten und in mehreren Fällen illegal registrierte Namen ihren rechtmäßigen Eigentümern zugesprochen. (bed)
    27.02.2009



     

    Proteste gegen die Doppelwährung CUC und Peso

    Seife, Zahnpasta, aber auch Kleidung - in Kuba können viele Produkte nur mit dem "konvertiblen Peso" bezahlt werden. Dagegen haben Aktivistinnen protestiert, und wurden verhaftet.

    Bei Protestaktionen gegen das System des "konvertiblen Peso", also der am US-Dollar orientierten Zweitwährung, sind in Kuba am Donnerstag mehrere Aktivistinnen der Organisation Flamur festgenommen worden. "Aktionen des zivilen Widerstands gehören zum Konzept unserer Organisation", erklärt Belinda Salas Tápanes, die Präsidentin der Frauenorganisation Flamur, die auf Kuba in den letzten Monaten für gehöriges Aufsehen gesorgt hat. Dabei verweigern Aktivistinnen in Restaurants, Apotheken oder Supermärkten die Bezahlung von Speisen und Produkten in konvertiblem Peso (Cuc) und drückten damit ihren Protest gegen die doppelte Währung auf Kuba aus.

    Am Donnerstag wurden in Havanna und Matanzas zahlreiche Flamur-Mitglieder
    verhaftet - in einigen Städten wie Santiago de Cuba oder Pinar del Río allerdings waren sie erfolgreich: Dort durften die Flamur-Mitglieder schließlich in der offiziellen nationalen Währung, eben dem Peso nacional, die Rechnung begleichen.

    "Wir leben in einem System
    ökonomischer Apartheid und dagegen wehren wir uns mit vollkommen legalen Mitteln", erklärt Belinda Salas. Vor einem Jahr wurde die unabhängige Journalistin zur Präsidentin der im Jahr 2000 gegründeten Frauenorganisation gewählt, die nach eigenen Angaben 1.003 Mitglieder zählt. Flamur hat ihre Wurzeln nicht in der Hauptstadt, wo Belinda Salas lebt, sondern in der Nähe der Provinzstadt Holguín, im Osten der Insel.

    Gerade auf dem Land sind
    viele Produkte, darunter Seife, Zahnpasta, aber auch Kleidung und Schuhe , nur gegen den Cuc zu bekommen. Wer nicht aus dem Ausland mit Geldsendungen unterstützt wird, muss in die Lohntüte greifen und zur Wechselstube pilgern.

    Derzeit müssen 25 Peso nacional für einen einzigen Cuc auf den Tisch gelegt werden. Bei einem Durchschnittslohn von 417 Peso nacional können die Kubaner zusehen, wie ihr Lohn zerrinnt. Schon eine Flasche Speiseöl kostet 2,20 Cuc in den staatlichen Supermärkten, ein Stück Seife schlägt mit 0,40 Cuc zu Buche und eine Packung Nudeln mit 0,90 Cuc. Gegen diese monetären Verhältnisse wehrt sich Flamur, und dabei sind die Aktionen des zivilen Ungehorsams nur ein Element.

    So führte Belinda Salas am 20. November 2008 eine Flamur-Delegation an, die im Büro des kubanischen Parlaments insgesamt 10.024 Unterschriften und den Antrag auf Durchführung eines Referendums über die doppelte Währung abgeben wollte. Doch mit Verweis auf eine ähnliche Initiative 2007 verweigerten die Volksvertreter die Annahme. Seitdem klagen Salas und ihre Mitstreiterinnen über Abhöraktionen und Überwachung. Die Verhaftungen vom Donnerstag deuten in dieselbe Richtung.

    (von Knut Henkel, TAZ.de)
    24.02.2009



     

    Kuba verkauft weniger Zigarren

    Das strenge Rauchverbot in Europa wirkt sich negativ auf den Zigarren-Verkauf in Kuba aus. Das kubanisch-britische Unternehmen Habanos, Hersteller so berühmter Marken wie Cohiba oder Montecristo, beklagte am Dienstag auf der Tabakmesse in Havanna einen Gewinnrückgang um drei Prozent auf 390 Millionen Dollar (304 Millionen Euro).

    Schuld daran seien auch "die politische Instabilität und die geopolitischen Konflikte" weltweit, die für einen Rückgang bei den Touristen und folglich bei den Duty-Free-Verkäufen von Zigarren geführt hätten, sagte Vize-Präsident Manuel Garcia in Havanna.

    Habanos deckt rund 70 Prozent des Zigarrenmarktes weltweit ab. Nur in die USA darf das Unternehmen seine Tabakerzeugnisse nicht exportieren. Das Unternehmen hofft darauf, dass der neue Präsident Barack Obama das seit 1962 bestehende Embargo gegen Kuba lockert. Der US-Markt biete großes Potenzial, sagte Garcia.
    23.02.2009



     

    USA/Kuba: Ende der Blockade rückt näher

    Seit dem Amtsantritt von Barack Obama wachsen langsam die Aussichten auf einen politischen Kurswechsel gegenüber Kuba. Die inhaltliche Vorlage dafür liefert nun ein Bericht an den US-Kongress. Erstellt vom Büro von Senator Richard Lugar – er ist die gewichtigste Stimme der Republikaner in außenpolitischen Fragen – kritisiert der Bericht Washingtons Blockadepolitik. Diese mache die USA auf Kuba zu einem "Zuschauer ohne jeden Einfluss".

    Doch der Bericht, nach mehrwöchigen Erkundungen vor Ort auf Kuba erstellt, macht auch deutlich, wie Havanna die US-Sanktionen politisch verwertet. Das Castro-Regime nütze diese als "Sündenbock" für das eigene Versagen. Tatsächlich hat die kubanische Regierung unter Fidel Castro wie jetzt unter seinem Bruder Raúl die US-Blockade ständig als Erklärung für alle Missstände auf der Insel parat. Egal, ob es um leere Regale in den Geschäften geht, oder um das rigorose Vorgehen gegen Meinungs- und Pressefreiheit: Der kalte Krieg mit dem übermächtigen Erzfeind lasse einfach gar keine andere Politik zu.

    Doch dass sich Raúl Castro viel weniger an kommunistische Ideologie und revolutionäre Parolen klammert als sein kranker Bruder Fidel, haben auch Politiker und Meinungsmacher in Washington inzwischen realisiert. Auch die vor wenigen Tagen erfolgte Regierungsumbildung in Havanna zeigt, dass Raúl sich immer mehr von Fidels Politik distanziert.

    Gegen eine US-Kursänderung stemmt sich weiterhin die einflussreiche Exilkubaner-Gemeinde in Florida. Sie fordert den Regimewechsel in Havanna als einzige Grundlage für neue Beziehungen mit Kuba. Der baldige Sturz des Castro-Regimes aber, macht der aktuelle Bericht deutlich, ist mehr als unwahrscheinlich. Für Senator Lugar selbst ist die Strategie daher klar: "Wir müssen uns die Wirkungslosigkeit unserer derzeitigen Kuba-Politik eingestehen und mit dem Regime arbeiten – im Interesse der USA."
    19.02.2009



     

    Russische Kriegsschiffe beenden Kuba-Besuch

    Eine Abteilung von Kampfschiffen der russischen Kriegsmarine hat gestern ihren Kuba-Besuch beendet. Der Flottenverband mit dem U-Boot-Zerstörer "Admiral Tschabanenko" und den beiden Versorgungsschiffen "Iwan Bubnow" und "SB-406" verließ den Hafen von Havanna in Richtung Russland.

    Die Schiffe befanden sich seit Freitag in der kubanischen Hauptstadt. Am Wochenende standen interessierte Kubaner Schlange, um die Schiffe zu besichtigen und mit der Besatzung zu sprechen.

    Der Aufenthalt der russischen Marineschiffe in unmittelbarer Nähe von US-Gewässern galt als Provokation gegenüber Washington. Die russische Botschaft in Havanna hatte in Anspielung auf die USA erklärt, der Besuch ziele "auf kein Drittland". Die Schiffe hatten zuvor in der Karibik an gemeinsamen Manövern mit Venezuelas Marine teilgenommen.
    15.02.2009

    Viva la revolución!

    Tuxguevara

    Kuba veröffentlicht eigene Version des Open-Source-Betriebssystems Linux

    Mit Hilfe eines Projekts, das an der Universität für Informationswissenschaften in Havanna (im Spanischen kurz UCI) entwickelt wurde, veröffentlichte die kubanische Regierung ihre eigene Version des Open-Source-Betriebssystems Linux, mit dem Ziel, innerhalb der nächsten fünf Jahre 50 % der Regierungscomputer von Mircosoft Windows auf das neue System, genannt Nova Baire, umzustellen. Es wurde auf der internationalen Konferenz und Messe “Informática 2009? vorgestellt.

    schwer ist, an legale Software zu gelangen, aber auch, wie ZeroZen von der lateinamerikanischen Technologiewebsite FayerWayer schreibt, weil “Kuba eine potenzielle Gefahr in MS-Software (Microsoft) sieht, da US-Nachrichtendienste an die Zugangscodes der Kubaner herankommen können.”

    Außerdem heißt es, die Entwicklung des Systems passe zur Ideologie der Regierung. Héctor Rodríguez, der Dekan der Fakultät für Open-Source-Software an der UCI, der sagte: “Die Open-Source-Software-Bewegung steht der Ideologie des kubanischen Volkes am nächsten, besonders in Bezug auf Unabhängigkeit und Souveränität. Lizenzsoftware kann schwarze Löcher und bösartigen Code enthalten, wovon wir keine Kenntnis haben.


    Erste Kitik von Nutzern (http://www.nova.uci.cu/website/): "Wir hatten bereits die Möglichkeit, es auf einem virtuellen Computer zu testen und unser erster Eindruck war wirklich gut. Es kann alles, was auch die meisten Linux-Distributionen können: Office-Anwendungen, Musik- und Videodateien abspielen, Internet und Instant-Messaging, Fotoverwaltung und Ausführung zahlreicher Anwendungen in den Bereichen Arbeit und Freizeit. Die Distribution konzentriert sich auf den Endbenutzer und ist meiner Meinung nach sehr benutzerfreundlich und intuitiv. Was Stabilität und Leistung angeht, könnte es im Migrationsprozess des Landes hin zu Open-Source-Software ideal für Anwender anderer Systeme wie Microsoft Windows sein.”

    14.02.2009



     

    Chiles Präsidentin Bachelet bei Fidel Castro: "Er ist agil und aktiv"

    Die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet hat bei ihrem historischen Besuch in Kuba den Grundstein für eine Verbesserung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern gelegt. Zum Abschluss ihrer Visite, der ersten eines chilenischen Staatsoberhauptes in Kuba seit 37 Jahren, ist sie von Revolutionsführer Fidel Castro empfangen worden. Es geht ihm sehr gut, er ist sehr agil und aktiv", sagte Bachelet nach dem anderthalbstündigen Treffen, wie kubanische Medien am Freitag berichteten.

    Präsident Raúl Castro habe Bachelet zu dem Ort nahe der Hauptstadt Havanna gebracht, wo sich sein Bruder von einer schweren Darmoperation vor zweieinhalb Jahren erholt. Der Massimo Lider hatte im Januar zwar die chilenische Präsidentin Christina Kirchner empfangen, sich davor aber einen Monat lang überhaupt nicht zu Wort gemeldet. Dies hatte die Spekulationen um seinen Gesundheitszustand verstärkt, zumal der 82-Jährige gleichzeitig auf einer Regierungswebsite geschrieben hatte, dass er nicht mehr lange leben werde.

    Bei dem Besuch legte die chilenische Präsidentin gemeinsam mit Raúl Castro den Grundstein für die Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen beiden Ländern. Beide Seiten unterzeichneten mehrere Abkommen über die Zusammenarbeit unter anderem in der Landwirtschaft und im Gesundheitswesen.
    04.02.2009



     

    Geburtsort der Castro-Brüder wird "nationales Denkmal"

    Kuba hat den Geburtsort der Brüder Fidel und Raul Castro zum "nationalen Denkmal" erklärt. Wie die staatlichen Medien gestern (Ortszeit) berichteten, wurde der Ort im Südosten der Insel wegen seiner "außerordentlichen historischen Werte" mit dieser Auszeichnung versehen.

    Biran in der Provinz Holguin sei die "Wiege Fidel und Raul Castros, der historischen Führer der kubanischen Revolution", hieß es. Die Castros regieren die größte Antilleninsel seit dem Sturz des kubanischen Diktators Fulgencio Batista 1959.

    Der Geburtsort in Biran, die "Finca Manacas", war zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts vom Vater der beiden, Angel Castro, aufgebaut worden. Er war aus Spanien nach Kuba gekommen und hatte vor allem mit dem Anbau von Zuckerrohr ein Vermögen gemacht.

    Das 26 Hektar große Anwesen besteht aus elf Gebäuden einheimischer Holzarchitektur. Darunter befindet sich auch das Geburtshaus, das in den 50er Jahren niedergebrannt war und wiederaufgebaut wurde.
    02.02.2009



    Seit mehr als 100 Jahren nutzt das US-Militär den Stützpunkt Guantánamo an Kubas Südküste

    Castro will Guantanamo zurück und warnt Obama

    Zuerst lobte Kubas greiser Revolutionsführer Fidel Castro den neuen Mann im Weißen Haus für dessen Absicht, die Beziehungen zu Kuba zu verbessern. Dann folgte ziemlich harsch die Aufforderung: Barack Obama solle nicht nur das Gefangenenlager auf Guantanamo schließen, sondern die Militärbasis auf Kuba endlich räumen. Deren Existenz verletze die elementaren Prinzipien internationalen Rechts schrieb Castro auf der Internetseite "cubadebate.de". Alles andere als die bedingungslose Räumung des 117 Hektar großen Territoriums an der Südküste Kubas wäre ein "Akt des Hochmutes und des Missbrauchs seiner immensen Macht". Mit diesen Worten attackierte der 82-jährige Castro den neuen US-Präsidenten Barack Obama.

    Verpachtet auf alle Ewigkeit

    Der Pachtvertrag von 1903, in dem Kuba den USA unbefristet die Nutzung eines Teils der Bucht von Guantanamo einräumen, ist seit dem Sieg der Revolutionäre um Fidel Castro und Ernesto "Che" Guevara ein ständiger Zankapfel zwischen Havanna und Washington.

    Nach ihrem Sieg im Krieg gegen Spanien hatten sich die USA 1898 zur neuen Schutzmacht Kubas aufgeschwungen und gegen Zahlung eines lächerlichen Pachtzinses Teile der Bucht von Guantanamo als Kohleverladestation und Marinebasis in Besitz genommen, und zwar auf alle Ewigkeit.

    Auf ähnliche Weise sicherten sich zu jener Zeit die Amerikaner den Panamakanal, die Briten Hongkong und die Portugiesen Macao. Die Juristen sprechen von "ungleichen Verträgen". Doch was im Rückblick als schreiend ungerecht empfunden wird, ist auch heute noch schwierig zu beenden.

    Kleine juristische Chance für Havanna

    Dem Vertragstext nach scheine Kuba erst einmal nicht im Recht zu sein, denn es habe 1903 und dann noch einmal 1934 ausdrücklich in einem Vertrag eingewilligt, dass Guantanamo als Marinestation ohne zeitliche Befristung von den USA genutzt werden könne. Insofern spricht der Vertragstext erst einmal gegen die von Castro geäußerte Sicht. Allerdings bietet die Wiener Vertragsrechtskonvention, die das Recht von zwischenstaatlichen Verträgen regelt, eine juristische Chance für Havanna. Indem nämlich die kubanische Revolution als "tiefgreifende Umgestaltung der Vertragsumstände" interpretiert werde.

    Kuba könnte vorbringen, dass der Guantanamo-Stützpunkt auf einem Allianzvertrag beruhe. Anfangs des 20. Jahrhunderts seien Kuba und die Vereinigten Staaten eine Militärallianz eingegangen und hätten sich als strategische Partner - wenn auch klein und groß - gesehen. Diese Grundlage ist weggefallen seit der kubanischen Revolution und seit 50 Jahren, in denen sich Kuba und die Vereinigten Saaten nicht mehr als Partner, sondern als Erzfeinde sehen.

    Stolzer Verzicht auf Dollars

    Seit Fidel Castros siegreichem Einzug in Havanna 1959 verzichtet Kuba deshalb demonstrativ auf den von Washington zu zahlenden Pachtzins von 4085 Dollar pro Jahr für Guantanamo.

    Einen anderen juristischen Ansatz, um das koloniale Relikt aus der Welt zu schaffen, verfolgte der deutsche Linkspartei-Politiker Norman Paech. 2007 forderte er - allerdings vergeblich - die Bundesregierung auf, Druck auf Washington auszuüben, damit es Guantánamo an Kuba zurückzugebe. Die Nutzung der Bucht als Gefängnis für angebliche Terroristen stehe in gravierendem Widerspruch zum ursprünglichen Vertragstext, so Paechs Argument. Allerdings lasse Obama das Gefangenenlager nun schließen und damit sei dieses Argument hinfällig geworden, räumt Paech ein: "Jetzt kann man es im Grunde nur politisch versuchen, indem auch die USA davon überzeugt werden, dass sie diesen Stützpunkt nicht mehr brauchen."

    Kuba könnte in der Generalversammlung der Vereinten Nationen eine Resolution einbringen, wonach der Internationale Gerichtshof in Den Haag ein Gutachten über die Nichtigkeit des Pachtvertrag erstellen solle.

    Hoffen auf Obamas Einsicht

    Doch selbst wenn der Internationale Gerichtshof Castro Recht geben würde, müsste Kuba letztlich sein Recht mit öffentlichem Druck und politischem Gespür durchsetzen und auf eine Portion Einsicht des neuen US-Präsidenten hoffen. 1977 nutzte Panamas Präsident Omar Torrijos geschickt die Amtszeit von James Carter, der ein neues Verhältnis zu Lateinamerika anstrebte, um einen Vertrag über die Rückgabe des Panamakanals zu schließen, der ebenfalls 1903 an die USA "auf alle Ewigkeit" verpachtet worden war.

    Sollte Obama eine Rückgabe Guantanamos ernsthaft in Erwägung ziehen, so hat Castro schon einmal wissen lassen, zu welcher Gegenleistung man nicht bereit sei. Ein Systemwandel auf Kuba komme nicht in Frage. Dagegen habe man schließlich ein halbes Jahrhundert gekämpft.
    Febr.2009



     

    Kuba Ein ökologisches Musterland?

    Unter allen Länder der Welt gibt es nur ein einziges, das bereits "nachhaltig" wirtschaftet: Kuba. Zu diesem Ergebnis kam der World Wildlife Fund in einer globalen Vergleichsstudie, wonach die meisten Industrieländer viel zu viel Energie pro Einwohner verbrauchen; die armen Länder ihren Minderverbrauch dagegen mit inakzeptablen Einbußen bei der Lebensqualität erkaufen.

    Doch hat Kuba tatsächlich die Formel für nachhaltiges Wirtschaften bei relativ hoher Lebensqualität gefunden? Das Magazin GEO Special wirft einen genauen Blick auf die reale Ökobilanz der Karibikinsel - mit widersprüchlichen Ergebnissen: Einerseits verfügt Kuba über größere Naturschutzgebiete und mehr Artenvielfalt als jedes andere Land der Region. Andererseits aber auch über veraltete Industrieanlagen mit katastrophalem Schadstoffausstoß. GEO-Special-Autor Patrick Symmes kommt zu dem Schluss, Kuba verdanke seine gute Ökobilanz "einer Mischung aus visionärer grüner Politik, verbreiteter ökonomischer Inkompetenz und einem Schuss roter Brutalität".
    30.01.-04.02.2009

    Viva la revolución!

    Das Comeback des Bruderkusses? Castro (l.) besucht Medwedew.

    Kubas Staatschef Raul Castro zu Besuch nach Moskau

    Russland hat beim ersten Besuch eines kubanischen Staatschefs in Moskau seit Zerfall der Sowjetunion 1991 eine Wiederbelebung der zuletzt abgekühlten Beziehungen mit Havanna vereinbart. Kremlchef Dmitri Medwedew und Präsident Raúl Castro unterzeichneten mehrere Abkommen über eine strategische Zusammenarbeit ihrer Länder vor allem in der Wirtschaft.

    Bei ihrem Treffen im Kreml erhielt Castro einen Kredit über 20 Millionen Dollar, mit dem die heruntergewirtschaftete Insel russische Waren kaufen kann. Die russische Außenwirtschaftsbank stellte weitere 44,5 Millionen Dollar zur Verfügung, für die Havanna russische Passagierfluge vom Typ Tu-204 einkaufen wird.

    Castro dürfte allerdings auch erfreut gewesen sein, als er erfuhr, dass er schon bald mit 100.000 Tonnen Getreide aus Russland rechnen könne. Die ersten 25.000 Tonnen würden im Schwarzmeerhafen Noworossijsk bereits verladen, teilte Vizepremier Igor Setschin mit. Diese Getreidelieferung erhalte Kuba unentgeltlich, um „das Lebensmittelproblem zu entschärfen“,

    Auf der Sitzung der russisch-kubanischen Regierungskommission, die eine Woche zuvor in Moskau stattfand, waren unter anderem gemeinsame Projekte bei der Erkundung, Förderung und Vermarktung von Erdöl vereinbart worden. Die Zusammenarbeit im militärischen und militär-technischen Bereich „gewinnt eine neue Dynamik“, sagte ein Kreml-Mitarbeiter gegenüber Interfax, ohne indes Details zu nennen. Im vergangenen Jahr war in Moskau inoffiziell über eine eventuelle Stationierung von atomar bestückten Langstreckenbombern auf Kuba oder zumindest Auftankmöglichkeiten diskutiert worden. Offiziell wurde das allerdings dementiert.

    "Meilenstein" der Beziehungen
    Laut den Vereinbarungen sollen künftig auf Kuba Lastwagen der russischen Marke Kamaz montiert werden, an der auch der Daimler-Konzern zehn Prozent hält. Zudem wird Russland der Karibikinsel Lebensmittel auf Kredit liefern. Medwedew nannte das unterzeichnete Memorandum über eine engere Zusammenarbeit "einen Meilenstein" in den bilateralen Beziehungen. Moskau und Havanna seien Verbündete "in guten und in schlechten Tagen". Castro sagte, Kuba stehe auch außenpolitisch für eine "dynamische Partnerschaft" mit Russland bereit.

    Zucker aus Havanna, Öl aus Moskau
    Bis 1989 war die Sowjetunion der bedeutendste Wirtschaftspartner der Insel. Sie subventionierte Kuba mit umgerechnet mehreren Milliarden US-Dollar im Jahr. Havanna lieferte Zucker, Moskau Öl. Mit der Stationierung sowjetischer Raketen auf Kuba provozierte der Kreml 1962 eine unmittelbare militärische Konfrontation mit den USA. Die Welt stand damals am Rand eines Atomkriegs.

    Nach der Wende in Osteuropa und dem Wegfall der sowjetischen Gelder stürzte Kuba in eine tiefe Wirtschaftskrise. Die Beziehungen zwischen Moskau und Havanna kühlten drastisch ab.

    "Multipolarität" in den internationalen Beziehungen
    Beide Länder bemühen sich seit Jahren, ihre Beziehungen zu erneuern. Die politische Wiederannäherung wurde 2000 besiegelt, als Wladimir Putin als erstes russisches Staatsoberhaupt seit Auflösung der Sowjetunion die sozialistische Karibikinsel besuchte. Damals sprachen sich Putin und Fidel Castro für eine "Multipolarität" in den internationalen Beziehungen aus, also gegen die absolute Vorherrschaft der USA.

    Obwohl seitdem einige Verträge etwa über wirtschaftliche Zusammenarbeit unterzeichnet wurden, sind die Verbindungen nicht besonders intensiv. Wichtigster Handelspartner Kubas ist Venezuela. Das russisch-kubanische Handelsvolumen wurde Medien zufolge jüngst auf etwa 400 Millionen US-Dollar pro Jahr geschätzt.

    Die Zusammenarbeit im militärischen und militär-technischen Bereich gewinnt nun eine neue Dynamik. Im vergangenen Jahr war in Moskau inoffiziell über eine eventuelle Stationierung von atomar bestückten Langstreckenbombern auf Kuba oder zumindest Auftankmöglichkeiten diskutiert worden. Offiziell wurde das allerdings dementiert.

    Außenpolitisch nützlich ist Kuba auch deshalb, weil es zu den ganz wenigen Ländern gehört, die Russlands Vorgehen im Kaukasus unterstützen. Allerdings hat Havanna die nach dem Fünf-Tage-Krieg von Georgien abgetrennten Provinzen Abchasien und Südossetien bis heute nicht diplomatisch anerkannt. Dafür verurteilte Raúl Castro in einem Zeitungs-Interview kurz vor seiner Moskau-Reise ganz im Sinne seiner Gastgeber das Heranrücken der Nato an die russischen Grenzen und die amerikanischen Pläne in Europa ein Raketenabwehrsystem aufzustellen. Erstmals kündigte er auch an, dass Kuba „noch entschlossener“ die Schließung des US-Stützpunktes in Guantanamo fordern werde.
    (NTV.de, welt.de)
    30.01.2009

     

    Protest gegen Menschenrechtsbericht

    Kuba hat bei der UNO gegen einen Bericht über Menschenrechte in dem sozialistischen Karibikstaat protestiert. Wie UN-Stellen mitteilten, beschwerte sich die kubanische Mission bei den Vereinten Nationen in Genf darüber, dass das Dokument die positive Bilanz der großen Mehrheit der Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zum Thema Menschenrechte weitgehend ignoriere. Insgesamt reichten 326 NGOs Beiträge für den Bericht ein, der als Grundlage für die Sitzung des UN-Menschenrechtsrats am kommenden Donnerstag dienen soll.

    Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, wies in ihrem Antwortschreiben darauf hin, dass der Bericht auf die gleiche Art zusammengestellt worden sei wie bei allen anderen Ländern. Pillays Sprecher Rupert Colville zeigte sich allerdings von der Zahl der Beiträge "überrascht": Normalerweise gingen dutzende, nicht hunderte Stellungnahmen ein, sagte er.

    Passagen fast wortgleich
    Nach Angaben von UN-Mitarbeitern kamen etwa 2000 Seiten zusammen. Die positiven Passagen zur Lage der Menschenrechte seien dabei häufig fast wortgleich gewesen. Für den Bericht habe dieses Konvolut aber auf ein Dutzend Seiten zusammengefasst werden müssen.

    Den Vertretern der 47 Mitgliedsstaaten des UN-Menschenrechtsrats werden am Donnerstag zwei weitere Berichte zur Lage der Menschenrechte in Kuba vorliegen: einer beruht auf UN-, der zweite auf offiziellen kubanischen Quellen.
    (NTV.de)
    24.01.2009



     

    Abschiedsgedanken: Fidel Castro sinniert über seinen nahenden Tod

    Kubas erkrankter Revolutionsführer Fidel Castro (82) hat auf die Möglichkeit hingewiesen, dass er bald sterben könnte. Das Ende der Amtszeit von US-Präsident Barack Obama werde er wohl nicht mehr mit wachem Geist erleben, schrieb Castro auf der staatlichen Internetseite "Cubadebate". Obama bescheinigte er, ehrenvoll zu sein und gute Absichten zu haben. Gleichzeitig aber schränkte er ein, es seien noch viele Fragen offen. An die "Genossen aus Partei und Staat" gerichtet heißt es weiter: "Mir geht es gut, aber ich betone: Niemand muss sich durch meine gelegentlichen Überlegungen, die Schwere meiner Krankheit oder meinen Tod verpflichtet fühlen."

    Vergangenen Mittwoch gab es erstmals nach längerer Pause wieder ein Lebenszeichen von Fidel Castro, als er sich überraschend mit der auf Staatsbesuch in Kuba weilenden argentinischen Präsidentin Cristina Kirchner traf. Sie berichtete später gegenüber der argentinischen Presse, Fidel Castro habe gut ausgesehen und sie "stehend wie ein Mann" empfangen.
    (Hamburger Abendblatt)
    20.01.2009



     

    Argentinien und Kuba: Engere Zusammenarbeit

    Die Beziehungen zwischen Argentinien und Kuba sollen neu belebt werden. Beim ersten Besuch eines argentinischen Staatsoberhaupts in Havanna seit 23 Jahren unterzeichneten Präsidentin Cristina Kirchner und ihr kubanischer Kollege Raúl Castro elf Abkommen.

    Vorgesehen ist unter anderem der Aufbau eines gemeinsamen Zentrums für Biotechnologie, in dem Medikamente und Impfstoffe entwickelt werden sollen. Zuletzt war 1986 der argentinische Präsident Raúl Alfonsin nach Kuba gereist.

    Kirchner äusserte sich nicht zu dem Fall der kubanischen Dissidentin Hilda Molina, die seit 1994 darauf wartet, zu Angehörigen nach Argentinien reisen zu dürfen. Die Abkommen wurden im Palast der Revolution in Havanna unterzeichnet. Sie sehen eine Zusammenarbeit in Energie- und Umweltfragen, in der Landwirtschaft und in der Forschung vor.

    Auch der bilaterale Handel, der sich im vergangenen Jahr auf lediglich rund hundert Millionen Dollar belief, soll belebt werden.

    Kirchner war bereits das dritte Staatsoberhaupt seit Jahresbeginn, das in Kuba zu Gast war. Vor ihr kamen die Präsidenten von Panama und Ecuador, Martin Torrijos und Rafael Correa. Im Februar steht der Besuch der chilenischen Präsidentin Michelle Bachelet bevor. Ein Treffen Kirchners mit dem langjährigen Staatschef Fidel Castro war nicht vorgesehen. Da dies auch bei den Besuchen Torrijos und Correas schon nicht der Fall war, wird vermutet, dass der Gesundheitszustand des 82-Jährigen sich weiter verschlechtert hat.
    19.01.2009



     

    Kuba sagt Schattenwirtschaft den Kampf an

    Die kubanischen Behörden haben eine erfolgreiche Kampagne zur Bekämpfung des
    illegalen Unternehmertums in dem Inselstaat gemeldet.

    Infolge der Aktion wurden zahlreiche illegale in Wohnräumen eingerichtete Werkstätten und Läden geschlossen, wie lokale Medien mitteilen.

    "Seit Anfang September bis heute wurden 79 Werkstätten, 200 Kleinfabriken und 167 Läden geschlossen, die in Wohnhäusern organisiert worden waren. Vermögenswerte wurden beschlagnahmt; gegen Personen, die der Gesetzesverletzung verdächtigt werden, wurden Ermittlungen eingeleitet", schreibt die kubanische Zeitung "Tribuna de la Habana".

    Unter den beschlagnahmten Waren seien Kosmetikprodukte, medizinisches Zubehör, Erfrischungsgetränke und Spirituosen, Meeresprodukte, Möbel, Brennstoff und Baustoffe. Fast alle konfiszierten Erzeugnisse sollten über das staatliche Handelsnetz abgesetzt werden.
    08.01.2009



     

    Wirtschaft: Mit Apathie ins Wachstum

    Von Rezession keine Spur: Kubas Wirtschaft soll auch 2009 kräftig wachsen, und das trotz Sturmschäden und Weltwirtschaftskrise. Doch der Optimismus ist von oben verordnet und steht in krassem Gegensatz zur allgegenwärtige Apathie auf der Insel. Weltweit korrigieren Regierungen und Unternehmen angesichts der globalen Wirtschaftskrise ihre Wachstumsprognosen nach unten - wenn sie überhaupt noch welche abgeben. Auf Kuba herrscht dagegen Optimismus. "Wir werden uns auf die essentiellen Ziele des Landes konzentrieren, um ein Wachstum von sechs Prozent im Jahr 2009 zu erreichen", betonte Wirtschaftsminister José Luis Rodríguez García am 27. Dezember in seiner Rede vor dem kubanischen Parlament.

    Der 62-jährige Politiker ist Kubas oberster Wirtschaftsplaner, denn in seinem Ministerium werden die Jahrespläne erarbeitet, die die Leitlinien für die ökonomische Entwicklung der Insel vorgeben. Und die fällt laut offiziellen Statistiken positiv aus. Seit 2004 ist die kubanische Planwirtschaft im Jahresdurchschnitt um beachtliche acht Prozent gewachsen. Einzig das vergangene Jahr fällt mit 4,3 Prozent Wachstum laut Rodríguez aus dem Rahmen.

    Die Gründe für die Delle waren weniger die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise, sondern vor allem die drei verheerenden Hurrikane, die zwischen Ende August und Anfang November über die Insel fegten und Schäden in Höhe von rund zehn Milliarden Dollar verursachten. Für die kubanische Volkswirtschaft eine beispiellose Naturkatastrophe, die dafür sorgte, dass statt der anvisierten acht Prozent Wachstum nur etwas mehr als die Hälfte erwirtschaftet wurde. So jedenfalls schreibt es der Wirtschaftsminister in seinem Rechenschaftsbericht.

    Doch selbst angesichts von vier Prozentpunkten Wachstum reibt man sich überrascht die Augen, wenn man über die Insel fährt. Lethargie und
    Langeweile prägen nicht nur das Treiben in den Gassen von Havannas Altstadt. Auch auf den Feldern herrscht Tristesse. Dürres Vieh steht auf den Weiden und dort, wo sich noch Mitte der neunziger Jahre Zuckerrohrfelder bis zum Horizont erstreckten, dominiert heute ein widerspenstiges Gestrüpp, das in Kuba längst als Fluch der Landwirtschaft gilt: der Marabú. Auf bis zu einem Drittel der Anbaufläche hat sich die widerstandsfähige Pflanze breitgemacht. Das dornige Buschwerk ist zum Symbol des landwirtschaftlichen Niedergangs geworden.

    Die Agrarmisere scheint weiter anzuhalten, denn auch die jüngsten Reformbemühungen im Landwirtschaftsektor, wo offiziell immerhin zwanzig Prozent der Erwerbstätigen arbeiten, sind ein Schlag ins Wasser, so Armando Nova: "Die große Agrarreform, auf die wir mehrere Jahre gewartet haben und die groß angekündigt wurde, ist auf halben Weg stecken geblieben. Das Gesetz hat so viele Haken und Ösen, ist so bürokratisch, dass die Bauern kaum Interesse haben Land vom Staat zu übernehmen", kritisiert der Agrarspezialist der Universität von Havanna.

    Zwei Millionen der 6,6 Millionen Hektar Ackerland liegen in Kuba brach und das ist der wesentliche Grund für die steigende
    Abhängigkeit der Insel von Lebensmittelimporten aus den USA, Brasilien und anderen Lieferländern. Über 2,4 Milliarden Dollar mussten laut Wirtschaftsminister Rodríguez für die Importe von Lebensmitteln 2008 aufgewendet werden – gut achthundert Millionen mehr als im Vorjahr.

    Der Anstieg sei zwar auch auf die Verluste durch die drei Stürme zurückzuführen, aber das Grundübel sei die fehlende Produktivität in der Landwirtschaft, urteilt Agrarexperte Nova. Mehr Flexibilität ist zwar offiziell gewünscht, doch hinter den Kulissen regt sich Widerstand. "Die Ministerien haben bestenfalls gelernt, Ressourcen zu verteilen, aber eben nicht, sie wirkungsvoll einzusetzen und neue innovative und dezentrale Konzepte zu entwickeln", erklärt ein europäischer Entwicklungsexperte, der lieber anonym bleiben will. Obendrein gehe in den Ministerien die Angst um, obsolet zu werden, weshalb hartnäckig um Pfründe gefeilscht werde. Eben deshalb avancierte die Landwirtschaft zum größten Problemfall in der kubanischen Ökonomie.
    (Der Spiegel)
    08.01.2009

     

    Castros Memoiren

    Fidel Castros Memoiren sind in Form eines Interviews mit dem kubanischen Revolutionsführer veröffentlicht worden, das Ignacio Ramonet, Herausgeber der Le Monde Diplomatique und Gründer von Attac, in über einhundert Stunden führte.

    Auf 700 Seiten gibt das Buch Einblicke in das Denken des commandante en jefe und enthüllt einiges bisher Unbekannte. Dabei wird das Potenzial, das diese Form der Literatur in sich birgt – eine kritische Auseinandersetzung mit dem Interviewten zu führen – durch Ramonet nicht ausgeschöpft. Er stellt Fragen, die nur selten kontroverse Themen behandeln. Er hinterfragt kaum, konfrontiert Castro weder mit Fakten, noch Argumenten. Er bietet Castro eine saubere Plattform – dementsprechend hat das Buch tatsächlich den Charakter einer Autobiographie und weniger den einer Auseinandersetzung zweier selbständiger Gesprächspartner. Die Interview-Form kann dazu dienen, ein Buch spannender zu machen, den Lesefluss zu erhöhen. Auch das gelingt Ramonet leider selten. Denn der Text hat Längen, nicht wenige unnötige Wiederholungen, logische Brüche und erweckt einerseits den Eindruck, als ob es eine Transkription des tatsächlichen Gesprächs wäre, ist aber so sehr mit Details und Fakten angereichert, die kein Mensch alle im Gedächtnis haben kann, dass es offensichtlich ist, dass der Text editiert wurde. Dies erscheint dem Leser jedoch als stilistischer Bruch und weckt Skepsis.

    Die Form ist aber weniger interessant als der Inhalt - die politischen Ideen Castros und seine Interpretation der Geschichte Kubas, des Stalinismus, der aktuellen Weltlage und, vor allem, die politische Methode Castros. Denn viele ArbeiterInnen und Jugendlichen, nicht nur in Lateinamerika, orientieren sich an Kuba und seinem Führer in ihrem Wunsch, den Kapitalismus zu überwinden.

    Details ....
    05.01.2009

     

    Kuba will privaten Hausbau erlauben

    Revolution in der Revolution: Die kubanische Regierung will den Bürgern des Inselstaates künftig den privaten Hausbau erlauben. Auf diese Weise könnten binnen kurzer Zeit hunderttausende Wohnungen entstehen, sagte Präsident Raúl Castro. Die Neuregelung reiht sich in Liberalisierungsmaßnahmen ein, die der im Februar 2007 zum Nachfolger seines Bruders Fidel gewählte Staatschef getroffen hat.

    Die Kubaner sollten konkrete Anweisungen über die erlaubte Größe ihrer Wohnhäuser erhalten, sagte der 77-jährige Raúl Castro im Fernsehen. Sie sollten dazu künftig privates Geld einsetzen. Castro äußerte sich im Anschluss an einen Rundgang durch das neue Viertel La Risueña in der südöstlichen Stadt Santiago de Cuba, wo mit Hilfe Venezuelas eine neue Siedlung von kleinen Häusern aus Erdölderivaten entsteht.

    Der Wohnungsbau war in Kuba in den Jahren nach der Revolution vom Januar 1959 vor allem Regierungssache. Die Nachfrage übersteigt jedoch bei weitem das Angebot, in dem Inselstaat herrscht akute Wohnungsnot. Derzeit schafft Kuba nur die Hälfte seines selbstgesteckten Ziels von 100.000 neuen Wohnungen pro Jahr. Die Wohnungskrise wurde durch drei Hurrikane im vergangenen Jahr verschärft, die rund eine halbe Million Wohnungen zerstörten und Schäden in Höhe von umgerechnet mehr als sieben Milliarden Euro anrichteten. Raúl Castro zufolge wird es zwischen drei und sechs Jahren dauern, bis sich Kuba von der Katastrophe erholt.

    Castro hatte nach seiner Wahl zum Staatspräsidenten als Nachfolger seines fünf Jahre älteren Bruders Reformen angekündigt, die das Land aus der Mangelwirtschaft führen sollen. Als ersten Schritt schaffte er im Frühjahr Verkaufsverbote für Computer, Fernseher und andere Elektrogeräte ab. Auch Mobiltelefone sind für normale Kubaner jetzt zugänglich - vorausgesetzt sie können sie sich leisten. Die kubanische Regierung kündigte überdies die Abschaffung des Einheitslohns an: Löhne nach Leistung sollen die Produktivität erhöhen.

    Im Agrarsektor sollen Reformen dazu beitragen, das Nahrungsmittelangebot zu erweitern. Die Regierung will Landwirtschaftskooperativen mit Krediten unter die Arme greifen und so die Versorgungslage der Bevölkerung verbessern. Der sozialistische Inselstaat Kuba führt trotz Devisenknappheit einen großen Teil der Lebensmittel ein.
    03.01.2009

    Viva la revolución!

    Hemingway

    Kuba veröffentlicht 3200 geheime Hemingway-Schriften

    Kuba gibt kurz vor der Amtsübernahme durch den neuen US-Präsidenten Obama 3200 bisher unbekannte Schriften des amerikanischen Literatur-Nobelpreisträgers Ernest Hemingway frei.

    „Die meisten dieser Dokumente ruhten mehr als 45 Jahre in den Archiven der Finca Vigia, wo Hemingway zwei Jahrzehnte lang wohnte", bestätigt die Museumsdirektorin Ada Rosa Alfonso (die Finca in San Francisco de Paula bei Havanna ist heute ein Museum).

    Die heimlichen Schriften Hemingways werden digitalisiert und ab 5. Januar in verschiedenen Datei- und Medienformaten veröffentlicht.

    „Darunter ist zum Beispiel ein Bericht, der bestätigt, dass sich deutsche U-Boote im Zweiten Weltkrieg an der Nordküste Kubas mit Treibstoff versorgten, wie Hemingway in seinem Buch „Inseln im Strom“ geschrieben hat“, so die Direktorin.

    Entwürfe, die der bärtige Dichter an seinem Stehpult handschriftlich zu Papier brachte, dazu Briefe, Telegramme, persönliche Dokumente wie Pässe, Führerschein, Versicherungspolicen, Rechnungen und vieles mehr waren bisher unter Verschluss und kommen jetzt ans Licht.

    Die Finca Vigia kaufte Hemingways zweite Frau Martha Gellhorn im Jahr 1940. Nachdem der Dichter sich im Juli 1961 in den USA mit seiner Jagdflinte erschossen hatte, schenkte seine Familie das Anwesen mit der gesamten Einrichtung dem kubanischen Staat.
    02.01.2009

     

    50. Revolutions-Jubiläum: Castro ruft Kuba zu Kampf gegen "Feind" USA auf

    Eigentlich hatte sich Kubas Präsident Raúl Castro jüngst um Tauwetter zu den USA bemüht. Doch bei den Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der kubanischen Revolution schwor er die Kubaner auf einen "permanenten Kampf " gegen den Nachbarn ein. Revolutionsführer Fidel Castro fehlte erneut bei den Feierlichkeiten.

    In Abwesenheit des einstigen Staatschefs Fidel Castro hat Kuba den 50. Jahrestag der von ihm angeführten Revolution gefeiert. Der gesundheitlich angeschlagene Castro meldete sich am Donnerstag lediglich mit einem Zeitungsbeitrag zu Wort, in dem er die Revolution als Sieg des Volkes feierte. Sein jüngerer Bruder und heutige Präsident Raúl Castro rief das Land zu einer Fortsetzung des Kampfes gegen "den Feind“ USA auf.

    "Zum 50. Jahrestag des Triumphes gratuliere ich unserem heldenhaften Volk“, schrieb Castro in einem Beitrag, der auf der Titelseite der kommunistischen Parteizeitung „Granma“ erschien. Obwohl der gesundheitlich angeschlagene Máximo Líder bei der offiziellen Zeremonie in Santiago de Cuba nicht persönlich auftrat, war er auf riesigen Bannern allgegenwärtig.

    Staatschef Raúl Castro betonte in seiner Ansprache, dass er trotz des bevorstehenden Machtwechsels in den USA weiter mit schwierigen Beziehungen zwischen den beiden Ländern rechne. Washington werde „niemals aufhören, aggressiv und dominant zu sein“, sagte er bei der bescheiden ausgerichteten Zeremonie vor 3000 Gästen. Bisher habe jede US-Regierung versucht, „der Staatsform in Kuba eine Änderung aufzuzwingen“. Während der vergangenen 50 Jahre sei jedoch Widerstand „die Losung und die Grundlage für jeden unserer Siege“ gewesen. Auch künftig werde Kuba „einen dauerhaften Kampf“ gegen die USA führen.

    Ein US-Regierungssprecher sagte anlässlich des Jahrestages: „Die USA werden das kubanische Volk weiter auf seiner Suche nach Freiheit unterstützen“. Washington führt seit Jahrzehnten einen ideologischen Feldzug gegen die Führung in Havanna. Seit 46 Jahren gilt ein Wirtschaftsembargo gegen die Insel. Der künftige US-Präsident Barack Obama steht einer Handelserleichterung jedoch offen gegenüber.

    In einem Fernsehinterview hatte Raúl Castro bereits am Mittwoch versichert, dass die Revolution trotz der Wirtschaftsprobleme „kein Misserfolg“ gewesen sei. Die Bevölkerung dürfe aber nicht glauben, dass von nun an alles einfach sein werde. „Vielleicht wird es von jetzt an noch schwieriger“. Die Lebensbedingungen in Kuba gelten als extrem schwer. Das Durchschnittseinkommen beträgt 20 Dollar pro Monat. 2008 entstand durch drei Hurrikane zudem ein milliardenschwerer Schaden.

    Keiner der linksgerichteten lateinamerikanischen Staatschefs reiste nach Kuba, um dort zu feiern. Glückwunschschreiben kamen aber vom bolivianischen Präsidenten Evo Morales und dem venezolanischen Staatschef Hugo Chávez. „Kuba, sein Volk und seine Anführer sind zum Symbol der Befreiung der Völker in der Welt geworden“, schrieb Morales.

    Bei einer Feier zum kubanischen Jubiläum in der venezolanischen Hauptstadt Caracas sagte Chávez: „Fidel, der Vater der kubanischen Revolution, ist auch die Mutter aller Revolutionen in Lateinamerika und der Karibik.“ Auch die Präsidenten von Russland und China, Dmitri Medwedew und Hu Jintao, gratulierten.

    Eine Gruppe von Guerilleros um Fidel Castro und seinen Bruder hatte vor 50 Jahren Diktator Fulgencio Batista gestürzt und auf der Karibikinsel einen sozialistischen Staat errichtet.

    Am 1. Januar 1959 erklärte Fidel Castro den Sieg über Batista. In den folgenden Jahrzehnten dominierte der Máximo Líder die Insel, bis er sich im Sommer 2006 aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen musste. Seither ist er nur noch durch Leitartikel, Fotos und Video präsent.

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