Teures Cuba


für Individualtouristen

Ich will mich ja nicht einmischen ...: Preis-Leistungsverhältnis auf Cuba

Posting von Norbert im ehemaligen Kuba-Forum, August 2000


Hinweis: DIe genannten Kosten in USD sind heute sinngemäss 1:1 in CUC zu übernehmen

Das Thema war u.a.,"sind die hohen Preise (relativ) auf Kuba gerechtfertig bzw., was verursacht für die meisten Kubareisenden die meisten Kosten".
Gedacht war hierbei in erster Line aus Sicht eines Kuba-Individualtourist, die sich als Betroffene oder
Abgezockte fühlen, nicht aus Sicht eines Kubaners.

Bernd brachte hierzu konkrete Beispiele und meinte, Leihwagen und Restaurants wären verhältnismäßig teuer.
1. Leihwagen:
Leihwagen sind für ab 30USD-35USD/Tg. zu bekommen (ab 1 Woche Mietzeit, ansonsten ab 45USD/Tg. incl. Versicherung.

Ich meine, nicht zu teuer! Würde Kuba die Leihwagenpreise weiter runtersetzen, würde das
Taxifahrgeschäft nicht ausgelastet bleiben und es müßte in Neuanschaffung von Leihfahrzeugen investiert werden. Das Leihwagengeschäft ist hier fast immer total ausgebucht, auch die ca. 270 Limosinen von REX, die alle über 100USD bis zu 200USD/Tg. kosten. Aus Geschäftspolitischer, Unternehmerischer Sicht, wer würde Preise senken, bei großer Nachfrage und knappem Angebot???????
Das Kuba
auf Deviseneinnahmen angewiesen ist , wissen wir alle. Auf Kuba werden Produktionsstätten stillgelegt, nur um Energie einzusparen bzw. die Stromversorgung für die Bevölkerung zu sichern, oder Belegschaften werden am frühen Nachmittag nach Hause geschickt , weil kein Geld für Mittagessen da ist, daß heißt, es kommt Kuba oftmals billiger, Leute, auch Ingeneure etc. ohne Arbeit zu lassen als zu beschäftigen. Soviel zu wirtschaftlicher Effizienz.

Ist es Kuba in Anbetracht der derzeitigen wirtschaftlichen Situation dann zu verdenken, andere Wirtschaftszweige, wie den Tourismus, Leihwagengeschäft, voll auszuschöpfen und diese Einnahmen der Volkswirtschaft wieder zukommen zu lassen oder für die Erschliessung neuer Touristenzentren, Cayos etc. zu verwenden?

Ebenso könnte die Gefahr sein, würden die Leihwagengebühren zu attraktiv sein, hier gewisse Personen dem Bus/Taxifahrgeschäft Konkurenz machen könnten. EIn
privater Taxifahrer in Havana macht am Tag zwischen 30-50USD mit seinem alten Amischlitten . Mit einem billigen Leihwagen, wo er weder Kapital für Anschaffung braucht und auch für Reifen, Abnutzung, Reparatur nicht aufkommen bräuchte und bei moderner Technik, wäre die Anmietung eines Leihwagens schon ein Geschäft, wenn der Tagespreis zu günstig liegen würde.
Kubaner zahlen bereits zwischen 15-20USD pro Tag für ein zur Verfügung gestelltes Auto, um hiermit als Taxifahrer Geld zu verdienen.
Wie steht das Verhältnis denn, 15-20USD/Tg. für einen Kubaner, was einem durschnittlichem Monatsgehalt entspricht, und 35USD für einen Touristen, mit einem Durschnittsgehalt, welches 100x höher liegt als das eines Kubaners?

Weiterhin häufen sich auf Kuba Unfälle mit Leihwagen und viele Touristen geben irgendetwas als gestohlen an wie RC oder Reifen.

Klar, aus Sicht eines Touristen wünscht man sich billige Angebote, ist doch klar, habe hier nur versucht zu erklären, warum, und das geht nur aus Sicht des kubanischen Staates und nicht aus Sicht eines Touristen.

2. Restaurants:
Daß das Preis/Leistungsverhältnis bei den meisten Restaurants, besonders bei vielen
Paladaren , nicht stimmt, da gebe ich recht. Und da würde ich meinen, daß hier Paladare noch die unverschämtesten Preise haben. Ich meine zu behaupten, daß ich bessere Qualität, Rindfleisch anstatt Schweinefleisch, in einem staatlichen Restaurant noch um die Hälfte billiger bekomme. Gute Restaurants, wo noch das Preis/Leistungsverhältnis stimmt, findet man nicht sogleich um die nächste Ecke . Klar ist auch hier alles relativ, so wie es gute und billige Paladare gibt, gibt es auch schlechte und teuere, ebenso staatliche Restaurants. Dennoch, in einem staatlichen Restaurant trinke ich einen Rum anejo für 2 Pesos, esse eine Pizza für 5 Pesos, grossen Teller Pommer mit Ei für 8 Pesos, Erfrischungslimonade für 0.80 Pesos, zusammen weniger als 1 USD. In einem Paladar würde man mehr hier mindestens 5x mehr bezahlen müssen, und hätten nicht einmal Pommes mit Mayo, die ich nunmal pers. gerne esse.

Wer Geld sparen möchte bzw. ein gutes Preis/Leistungsverhältnis bei Restaurants, der sollte sich gut umsehen und suchen, und nicht sogleich in ein Restaurant gehen, nur weil da steht, Paladar und man fälschlicherweise annimmt, dass es somit ein günstiges kubanisches Privatrestaurant sei, zumindest nicht ohne Preisvergleiche! Ein Freund von mir bietet z.B. kpl. Essen für 10Pesos an (1/2USD) und auch für 2 USD kann man i.d.R. ein gutes und reichhaltiges Essen bekommen mit viel Reis und Bohnen, Hühnchen, Salat. Richtig hierbei könnte sein, daß die Paladare, in die ein sogn. Jinetero einen Touristen führt, (nicht alle sind gleich oder nur auf
Kommision aus sondern suchen auch echte Freundschaft und zeigen super günstige Restaunrants), dennoch in der Regel nicht günstig sind. Wenn dort ein Gericht 15USD kostet, so hat der Taxifahrer oder sonstwer, der einen zum Paladar gebracht hat, 5 USD an Kommision eingesteckt . Wie gesagt, für den Torusiten sollte es einerlei sei, weil er ja nicht mehr bezahlen muß, und wenn die Ambiente etc. paßt, was solls dann. Muß jeder selber wissen was er macht oder nicht macht.

Zum Beitrag von Harry:
In jedem Land auf der Welt gibt es zum Teil erhebliche Unterschiede im Preis div. Produkte! Entweder aufgrund irgendwelcher Politischen Steuerungsgeschichten, wie auch immer, jedes Land hat das Recht, die Politik als auch die Preise frei zu gestalten und oder gesetzlich festzulegen.

Harry, da hast Du aber genau die Sachen als Beispiele genannt, welche mir auch sogleich auf der Zunge gelegen hätten wie die Grundnahrungsmittel wie Speiseöl etc.. Evtl. hätte ich hier noch Milch (1,60USD), Jogurt 0,5l (1.50USD) genannt. Zucker bekommen die Kubaner reichlich gegen
Libreta aus der Bodega. Klar kannst Du die Nahrungsmittelpreise auf Kuba nicht mit den Preisen von Aldi vergleichen (im Schnitt 3x billiger).
Andererseits aber kosten die tropischen Früchte wie Mango, Aguacarte, Ananas, Bananen hier 5x weniger als in Deutschland und sogar der Diesel und Benzin ist auf Kuba billiger als in Deutschland. Alles ist eben relativ!!!
Alles wohlgemerkt aus Sicht eines Touristen!!!

So gerade kommt im Radio eine Nachricht über Deutschland durch, daß in Deutschland Singels schneller erkranken als verheiratete und niemanden haben, der sich um sie kümmert.
Wie sieht es denn hiermit aus??? Kann man hier mal Dinge auch Antimaterial sehen???

Ich denke, Kuba hat versucht, die Preise mehr oder weniger anzugleichen an die umgrenzenden Länder, Inseln etc..
Z.B kostet in Venezuela ein alter Mercedes Bj. 20.000 USD, und wer regt sich denn hierüber auf? Oder in Aruba oder anderen karibischen Inseln, wo alleine die Importsteuer zwischen 200-400% liegt!!!

Kuba hat die Türe einen Spalt geöffnet und läßt Touristen rein, die sich hier relativg frei überall auf der Insel bewegen können und sehr bevorzugt behandelt werden, nicht in Schlange stehen brauchen wie Kubaner etc...
Das Tourismus nicht nur Devisen bringt, sondern zumeist auch sehr viel Unheil und zusätzliche Probleme, wem muß man das erklären.
Die Preispolitik soll sich auch sicherlich nicht gegen die Kubaner richten, die, vor dem Zusammenbruch der sozialistischen Länder einfach alles hatten und unter paradiesischen Verhältnisse lebten, für 10Pesos (50Cents) por Übernachtung im Hotel Riviera etc und einfach an nichts fehlte!

Wie wir alle wissen, gibt es diesen sozialischen Staatenbund nicht mehr und extreme Wirtschaftskrise. Kuba öffnet sich für Touristen. Was wäre, wenn Kuba das Preisniveau auf die nationale Kaufkraft festgesetzt hätte?
Tausende von Ausländer aus aller Welt hätten sich sogleich auf Kuba niedergelassen, wenn ein Leben auf Kuba sogar für Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger erschwinglich wäre, alles außer Rand und Bann und außer Kontrolle.
Die Geschichte und Beispiele in anderen sogn. Billigländern zeigt doch, daß da am Ende nie etwas positives rausgekommen ist, auch nicht für die eigene Bevölkerung.

Stell Dir vor, Du könntest wie in Deutschland, sofort und ohne Probleme eine Niederlassung auf Kuba gründen. In BRD, Du legst 30DM auf den Tisch, und sogleich hast Du eine in der Industrie und Handelskammer eingetragene Firma.
Tausende von Ausländern würden sofort versuchen, daß Emigrationsgesetz oder Emigrationsproblem zu umgehen durch Gründung einer Niederlassung für nur 15USD.

Dokumentenangelegenheiten wie Einladungen, Hochzeit, Scheidung. Die Preise liegen in der Tat sehr hoch, dennoch, stellt Euch vor, eine Heiratsbeglaubigung wäre hier so einfach wie in Deutschland und würde nur 30DM kosten?
Hiermit würden ebenso etliche Ausländer versuchen, Emigrationsgesetze zu umgehen oder das menschliche Potential auf andere Art auszubeuten, um
qualifizierte Arbeitskräfte für Spottpreise abzuziehen und anderswo auszubeuten und Kuba wäre von Menschenhändlern in weniger als 6 Monaten halb leergefeegt.

Auch wenn es vielen schwer fällt, versucht dennoch, die Preispolitik auch einmal aus anderem Blickfeld zu sehen!

Da brachte Joe mit seinem Beispiel von russischen Mädchen, die zum Anschaffen für wenig Geld über die Grenzen kommen, ein gutes Beispiel.

EIn Kubaner/in, der/die nach USA emigrieren will, braucht unter anderem ein ärztliches Zeugnis. Kuba stellt dieses aus und verlangt 400USD. Klar könnte man sagen, besonders aus Sicht eines Kubaners, der doch im Schnitt nur 15USD im Monat verdient, daß es Abzocke wäre. Ein Tourist könnte die ganzen Dokumentenformalitäten ja schließlich noch mit einem Monatsgehalt incl. Flugticket bezahlen!